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Mi, 16. August 2017, 12:19

Software::Grafik

Krita-Entwicklung nimmt wieder Fahrt auf

Die jüngste Spendenwelle, die durch einen Bericht der Krita Foundation über ihre finanziellen Probleme angestoßen wurde, hat die Finanzen der Foundation wieder auf einen stabilen Stand gebracht. Krita 3.2 soll in den nächsten Tagen erscheinen, Krita 4.0 am Ende des Jahres.

Inkscape-kompatible Vektorgrafik in Krita 4.0

Krita

Inkscape-kompatible Vektorgrafik in Krita 4.0

Boudewijn Rempt, der Hauptentwickler von Krita, hatte am 1. August vermeldet, dass die Krita Foundation aufgrund unerwarteter Steuernachzahlungen in Schwierigkeiten stecke. Die Resonanz darauf war überwältigend. Bereits einen Tag später, hatten über 500 Unterstützer die Gelegenheit wahrgenommen, der Foundation eine Spende zukommen zu lassen. So kamen binnen 24 Stunden über 9.500 Euro zusammen. Außerdem hatten sich vierzehn Personen neu dem Entwicklungs-Fonds angeschlossen. Darüber hinaus meldete sich unerwartet noch ein weiterer Sponsor. Das Unternehmen Private Internet Access will Krita mit 20.000 britischen Pfund unterstützen. Private Internet Access stellt weltweit VPN-Tunnels mit Geschwindigkeiten bis zu mehreren Gigabit pro Sekunden bereit. Das Unternehmen fördert nicht nur Krita, sondern auch andere Organisationen.

Zwei Wochen später bedankt sich Boudewijn Rempt bei allen Unterstützern. Die Spenden, deren Höhe an einem Fortschrittsbalken auf der Krita-Webseite abgelesen werden kann, ist auf über 37.000 Euro gestiegen. In dem Betrag ist die Spendenzusicherung von Private Internet Access enthalten. Über 850 Personen haben sich beteiligt. Dazu kommen weitere Spenden, die durch direkte Überweisungen getätigt wurden.

Mit dieser Unterstützung kann die Stiftung die Steuern sowie eine erwartete Rechnung des Steuerberaters über 4.500 Euro ohne Probleme begleichen und auch den russischen Entwickler Dmitry Kazakov wieder bezahlen. Außerdem wird die für September geplante Spendenkampagne auf später verschoben.

Die Entwicklung an Krita kann damit wieder volle Fahrt aufnehmen. Die neue Version 3.2 von Krita wird in den nächsten Tagen erscheinen. Sie hätte sogar bereits fertig sein sollen, doch fanden die Entwickler eine Regression, die noch schnell korrigiert werden muss. Krita 3.2 wird einige kleinere Neuerungen umfassen. Das neue, vom G'Mic-Projekt entwickelte Plugin gmic-qt wird in Krita 3.2 das gmic-Plugin ersetzen. Neu sind die Pinsel von Radian, die verschiedene neue Texturen und Möglichkeiten offerieren. Desweiteren bringt Krita 3.2 einiges an Korrekturen und Verbesserungen wie einen neuen Dialog, um relevante Informationen über das System zu ermitteln, wenn man einen Fehlerbericht senden will. Eine der größten Neuerungen ist zudem ein Pinselwerkzeug, mit dem sich unerwünschte Objekte aus Bildern entfernen lassen, wobei der Hintergrund so angepasst wird, dass die Entfernung kaum zu erkennen ist. Dieses Werkzeug wurde bereits in der Pre-Alpha-Version von Krita 4.0 vorgestellt.

Fotostrecke: 6 Bilder

Inkscape-kompatible Vektorgrafik in Krita 4.0
Warnungen beim Speichern in Krita 4.0
Neuer Paletten-Docker in Krita 4.0
Neuer SVG-Symbol-Docker in Krita 4.0
Python-Plugin mit Python-Editor in Krita 4.0
Für Krita 4.0, das Ende des Jahres erscheinen soll, sind wesentlich mehr Neuerungen in Arbeit oder bereits erledigt. Eine davon ist ein komplett ersetztes Vektorgrafiksystem, das anstelle des Open Document Graphics (ODG)-Standards den SVG-Standard nutzt. Dadurch wird Krita besser kompatibel mit anderen Anwendungen wie Inkscape. Alte Krita-Dokumente mit ODG-Vektorebenen können geladen werden, werden beim Speichern aber in SVG konvertiert, so dass sie mit Krita 3.x nicht mehr geöffnet werden können. Auch die Interaktion mit Vektorobjekten wurde gründlich überarbeitet, um produktiver damit arbeiten zu können. Die zweite große Neuerung ist ein noch einmal neu geschriebenes Airbrush-System, das viele Verbesserungen aufweisen soll. Neu ist ein Pinselwerkzeug, mit dem sich unerwünschte Objekte aus Bildern entfernen lassen, wobei der Hintergrund so angepasst wird, dass die Entfernung kaum zu erkennen ist.

Weitere Neuerungen sind ein neuer Docker für das Laden von SVG-Symbolen, um sie mit Drag and Drop als Shapes in ein Bild zu importieren, ein neues Textwerkzeug und ein Python-Plugin. Auch die letzten mit der Kickstarter-Kampagne finanzierten Funktionen sollen implementiert werden. Wenn Krita 4.0 erschienen ist, wollen sich die Entwickler im Jahr 2018 hauptsächlich der Stabilität, Polierung der Oberfläche und Optimierungen widmen.

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