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Mi, 30. August 2017, 13:26

Gemeinschaft::Lizenzen

Eclipse Public License Version 2.0 erschienen

Die Eclipse Foundation und OSI haben die neue Version 2.0 der Eclipse Public License nach einer Entwurfszeit von zwei Jahren veröffentlicht. Die neue Lizenz, EPLv2 abgekürzt, ist international besser einsetzbar, klarer und enthält eine optionale GPL-Kompatibilität.

eclipse.org

Die Common Public License (CPL) und ihr Nachfolger Eclipse Public License (EPL) wurden von IBM im Zuge der Freigabe von Eclipse konzipiert, die im November 2001 erfolgte. 2004 bis 2005 kam es zur Umstellung von Eclipse auf die EPL 1.0. Bis heute werden CPL und EPL überwiegend von Eclipse und damit zusammenhängenden Projekten genutzt.

Die EPL 1.0 (oder EPLv1) ist nach Einschätzung der FSF eine freie Lizenz, die jedoch wegen ihrer schwachen Copyleft-Bestimmungen nicht kompatibel mit der GPL ist. Binärdateien von EPL-Programmen dürfen unter beliebiger Lizenz vertrieben werden, sofern das nicht den Bedingungen der EPL entgegensteht. Gefordert wird hauptsächlich, dass der Distributor der Binärdateien die Originalautoren von Garantieverpflichtungen freihält und auf die Verfügbarkeit des Quellcodes hinweist. Die Verbreitung des Quellcodes ist dagegen nur unter der ursprünglichen Lizenz erlaubt, auch wenn der Code modifiziert wurde. Unabhängige Module, die nicht vom Originalcode abgeleitet sind und lediglich mitgeliefert werden, können dagegen unter beliebigen anderen Lizenzen stehen.

Nach Ansicht der Eclipse Foundation hatte die EPL allmählich eine Aktualisierung nötig. So wurde bereits vor zwei Jahren die Diskussion um mögliche Änderungen eingeleitet und im April 2017 ein bereits fortgeschrittener Entwurf präsentiert. Nach weiteren Verfeinerungen hat jetzt der Vorstand der Eclipse Foundation der neuen Lizenz zugestimmt, die damit die neue Standardlizenz für Eclipse-Projekte wird. Auch die Open Source Initiative (OSI) hat der Lizenz ihren Segen gegeben und sie als freie Lizenz anerkannt.

Die Eclipse Public License Version 2.0 (EPLv2) enthält mehrere wesentliche Neuerungen. Der Lizenztext spricht künftig von Dateien statt Modulen. Im Zuge der universellen Einsetzbarkeit wurde eine Referenz auf den Staat New York entfernt, und Definitionen für Quellcode, ausführbaren Code, abgeleitete Werke und modifizierte Werke wurden hinzugefügt. Die Lizenz kann jetzt ferner auch auf alles bezogen werden, was lizenzierbar ist, und ist damit nicht mehr auf »Code und Dokumentation« beschränkt, wie es die EPLv1 formulierte.

Die EPLv2 wurde kompatibel zur GPL gemacht, obwohl die Klauseln der EPLv2 teils denen der GPLv2 und der GPLv3 widersprechen. Als Lösung wurde ein Konzept der Mozilla Public License (MPL) 2.0 übernommen. Es besteht darin, dass ein Autor explizit erlaubt, dass der Code auch unter der GPLv2 und/oder der GPLv3 weitergegeben werden darf.

Die insgesamt relativ kurze EPLv2 ist im vollen Wortlaut auf der Webseite von Eclipse zu finden.

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