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Mi, 6. September 2017, 14:34

Gemeinschaft::Lizenzen

FSFE stellt Empfehlungen für die Software-Lizenzierung vor

Die Free Software Foundation Europe hat Empfehlungen für die Lizenzierung freier Software veröffentlicht. Diese Empfehlungen beschränken sich auf die Vorgehensweise und sind neutral in Bezug auf konkrete Lizenzen.

FSFE

Als Interessenverband für die Belange freier Software besitzt die Free Software Foundation Europe (FSFE) hinreichend Erfahrungen mit den verschiedenen freien Software-Lizenzen. Diese will sie jetzt in Empfehlungen an Entwickler und Unternehmen weitergeben. Vorgehensweisen, die sich nach Ansicht der FSFE bewährt haben, sollen allen Interessierten zeigen, wie man am besten klarmacht, unter welcher Lizenz eine Software vertrieben wird. Doch nicht nur menschliche Benutzer sollten die Lizenzen leicht verstehen, sondern auch Algorithmen, die diese Informationen weiter verarbeiten.

Die letzte Studie, von Github selbst durchgeführt und bereits wieder über zwei Jahre alt, zeigte, dass weniger als 20% der dort gelagerten Projekte eine Lizenz deklarierte. Dieser Zustand war bereits zuvor beklagt worden, woraufhin Github Maßnahmen implementiert hatte, um den Autoren das Finden einer passenden Lizenz zu erleichtern. Diese waren auch wirksam und führten dazu, dass die Anzahl der Repositorien mit Lizenzangabe von 10 auf 20 Prozent sprang - um danach allerdings wieder zurückzugehen. Laut der FSFE ist das Fehlen einer Lizenzangabe immer ein Problem, da die Entwickler in der Regel ja gerne ihren Code mit anderen teilen wollen, aber es den Benutzern damit unmöglich machen, den Code legal zu verwenden.

Wie die FSFE schreibt, kann es bereits eine Herausforderung sein, eine Lizenz zu wählen und den Benutzern auf verständliche Weise mitzuteilen. Doch noch schwieriger ist es, die Lizenz so anzugeben, dass auch Computer die nötigen Informationen besitzen. Dies sei jedoch wichtig, weil in größeren Projekten eine Übersicht über die Lizenzen der verwendeten Komponenten benötigt wird, wenn man rechtlich auf der sicheren Seite sein will. Eine manuelle Verwaltung ist jedoch nicht wünschenswert, sie sollte automatisiert werden.

Ihre Empfehlungen hat die FSFE nun auf der Webseite reuse.software (REUSE) abgelegt. Die Dokumentation ist dort direkt online nachzulesen, steht aber auch als PDF-Datei zur Verfügung. Die Empfehlung besteht nur aus drei Punkten, die ausführlich erläutert werden. Die Punkte lassen sich in drei Sätzen zusammenfassen. Erstens sollte jedes Projekt den vollen Text der Lizenz bereitstellen und keine bereits vorhandenen Lizenztexte entfernen. Zweitens sollte jede einzelne Datei einen Copyright-Vermerk und die Lizenz enthalten, wobei diese Angaben konsistent und mit dem passenden SPDX-Lizenzbezeichner versehen sein sollten. Drittens sollte ein Inventar der enthaltenen Software mitgeliefert werden, das aber nicht manuell, sondern automatisiert erzeugt werden sollte.

Mit diesem Empfehlungen lassen sich nach Erfahrungen der FSFE rechtliche Probleme für das Projekt und auch für dessen Nutzer sicher vermeiden. Zu beachten ist außerdem, dass eine Lizenz nur eingehalten werden kann, wenn sie auch bekannt ist. Im Gegensatz zu beispielsweise dem Lizenzratgeber der FSF, der bereits 2011 veröffentlicht wurde, gibt es auf REUSE keine Empfehlungen für konkrete Lizenzen. Projekte, die diesbezüglich Rat benötigen, können sich an den FSF-Ratgeber oder an die Open Source Initiative halten.

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