Login
Newsletter
Werbung

Do, 19. Oktober 2017, 17:13

Software::Distributionen::Ubuntu

Ubuntu 17.10 freigegeben

Die Ubuntu-Gemeinschaft hat die Linux-Distribution Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« wie geplant mit zahlreichen Neuerungen veröffentlicht. Wie bereits angekündigt ist nun Gnome unter Wayland der Standard-Desktop von Ubuntu, während Unity gekickt wurde.

Ubuntu Mate 17.10 mit Mutiny-Design

Ubuntu

Ubuntu Mate 17.10 mit Mutiny-Design

Von Canonical, der Firma hinter Ubuntu, werden neben dem Kernsystem die Desktop-Variante mit Gnome, die chinesische Variante Kylin, die Server-Variante sowie die Cloud-Varianten direkt entwickelt. Diese und alle weiteren Varianten hat Canonical jetzt in der offiziellen Version 17.10 »Artful Aardvark« verfügbar gemacht.

Die gemeinsame Basis aller Varianten ist der Linux-Kernel, der auf Version 4.13 beruht. Ein großer Teil der verfügbaren Software wurde aktualisiert. Doch die einschneidenste Änderung ist wohl, dass die Standard-Ausgabe von Ubuntu jetzt den Gnome-Desktop statt Unity enthält. Außerdem wechselte Ubuntu von X11 zu Wayland als Standard-Display-System und folgt damit dem Vorbild von Fedora. X11-Anwendungen laufen über den XWayland-Server auch weiterhin, doch besteht auch die Option, ganz zu X11 zurückzukehren.

Die Netzwerkkonfiguration wird jetzt mit netplan spezifiziert, und ifupdown wird erst gar nicht mehr installiert. Die eigentliche Konfiguration wird auf dem Desktop von NetworkManager übernommen, was keine Änderung gegenüber dem bisherigen Zustand ist. Auf Servern übernimmt jetzt systemd-networkd dieselbe Aufgabe, allerdings nur bei neuen Installationen. Wird lediglich ein Update auf die neue Version durchgeführt, gibt es keine Änderungen.

Server-seitig bietet Ubuntu qemu 2.10, libvirt 3.6, cloud-init 17.1, DPDK 17.05.2 und viele weitere Server-Software an. Auf dem Desktop sind in dieser Version Gnome 3.26 mit GDM als Display-Manager vorzufinden. Die Buttons auf der Fensterleiste sind erstmals seit Ubuntus umstrittenem Experiment, das 2010 begann, wieder rechts angeordnet. LibreOffice wird in Version 5.4 mitgeliefert. Der Musik-Player Rhythmbox verwendet eine alternative Oberfläche, die vom Ubuntu Budgie-Entwickler David Mohamed stammt. Die Drucker-Konfiguration wird jetzt in der Einstellungen-App vorgenommen, die generell überarbeitet wurde.

Fotostrecke: 7 Bilder

Ubuntu MATE 17.10 Unity-Layout
Ubuntu MATE 17.10 Cupertino-Layout
Lubuntu 17.10
Ubuntu 17.10
Ubuntu 17.10
Kubuntu liefert als Desktop Plasma 5.10 und die KDE-Anwendungen in Version 17.04.3 mit. VLC wird zum Standard-Medien-Player anstelle von Dragonplayer. Die Paketverwaltung wird wieder von Muon übernommen, nachdem man zuvor zu Plasma Discover gewechselt war. Auch Amarok 2.8 musste gehen, da er auf KDE 4 beruht und bis vor kurzem nicht mehr gewartet wurde. Stattdessen ist Cantata als Standard enthalten, das aber im Grunde ganz anders funktioniert, da es ein Frontend für den Music Player Daemon ist.

Über Lubuntu liegen noch keine endgültigen Informationen vor. Die normale Ausgabe von Lubuntu verwendet weiterhin den Desktop LXDE. Zusätzlich gibt es eine »Lubuntu-next«-Ausgabe, die erstmals LXQt als Standard-Desktop einsetzt. LXQt soll als Standard-Anwendungen den Browser Qupzilla, den Dateimanager PCManFM-Qt und LibreOffice als Office-Suite mitbringen.

Ubuntu Gnome existiert nicht mehr, da Gnome wieder die Standard-Version von Ubuntu bildet. Die Anwender erhalten beim Update die Ubuntu-Standard-Ausgabe. Ubuntu Budgie kommt mit Budgie 10.4 und aktualisiert die Gnome-Apps auf den Stand von Gnome 3.26. Ubuntu Kylin, die Variante, die spezifische Software für chinesische Nutzer und die auf Mate beruhende Desktop-Umgebung UKUI enthält, bringt in der neuen Version offenbar hauptsächlich Aktualisierungen sowie Verbesserungen und ein neues Icon-Theme.

Ubuntu Mate bleibt bei Mate 1.18, bringt aber eine ganze Sammlung von neuen Panel-Layouts für verschiedene Vorlieben. Das globale Menü wurde stark verbessert, ebenso das Heads-Up-Display. Die Super-Taste lässt sich in vielen Anwendungen nutzen. Die Indikatoren wurden ebenso erweitert wie das Konfigurationsprogramm »Mate Tweak«. Als erste Anwendung ist nun »pulsemixer« als Snap vorinstalliert.

Ubuntu Studio hat dieselben Änderungen wie Xubuntu erfahren. Dabei wurden einige Xfce-Komponenten aktualisiert und teils auch auf GTK+ 3 portiert. Client-seitige Dekorationen nehmen jetzt mit dem Greybird-Theme weniger Fläche ein. Eine optische Verbesserung sollen einige neue Icons und ein neues Hintergrundbild liefern.

Ubuntu 17.10 und seine Varianten werden neun Monate lang mit Updates versorgt. Zu empfehlen sind alle Varianten vorwiegend nur Entwicklern. Alle Benutzer, die ständige Änderungen vermeiden wollen, sollten bei einer LTS-Version bleiben. Der Download ist von der Ubuntu-Downloadseite möglich. Das Desktop-Abbild von Ubuntu 17.10 wird nur noch in 64 Bit angeboten. Wer eine 32-Bit-Version benötigt, kann allerdings auf den Netinstaller zurückgreifen. Das betrifft nur Ubuntu selbst, die anderen Varianten bieten weiterhin auch 32-Bit-Versionen an.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Twitter
Neue Nachrichten
Werbung