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Di, 24. Oktober 2017, 08:18

Software::Automatisierung

Civil Infrastructure Platform veröffentlicht ersten Code

Das Civil Infrastructure Platform (CIP)-Projekt hat CIP Core veröffentlicht, ein minimales Referenzsystem für erste Tests. Ziel des Projekts sind Linux-Systeme mit Support-Zeiträumen oberhalb von zehn Jahren.

Larry Ewing

Die Linux Foundation, das Industriekonsortium zur Förderung von Linux, hatte 2016 die Civil Infrastructure Platform (CIP) angekündigt. Dabei handelt sich um ein Projekt, das sich direkt um die Lebensadern jeder modernen Gesellschaft kümmert, um Infrastruktur wie Strom-, Öl-, Gas- und Wasserleitungen, Gesundheitswesen, Kommunikationsverbindungen und Verkehrswege.

Um die zivile Infrastruktur zu erhalten und weiter auszubauen, sind nach Schätzungen von PricewaterhouseCoopers binnen zehn Jahren mehrere tausend Milliarden US-Dollar aufzubringen - mehr als vermutlich jedes andere Projekt in dieser Zeit kosten wird. Zur Verwaltung dieser Infrastruktur wird immer mehr und immer komplexere Software benötigt, die sich in allen Bereichen und in allen Ländern aber stark ähnelt. Ohne eine freie, übergreifende Software-Plattform wird der dafür nötige Aufwand vielfach dupliziert und unnötig viel Zeit aufgewandt, die anderswo besser investiert wäre. Darüber hinaus entstehen in den zunehmend überregionalen Verbünden immer mehr Interoperabilitätprobleme.

Die Anforderungen an die Civil Infrastructure Platform sind hoch. Die Software muss selbstverständlich robust und zuverlässig sein und wird sicher jahrzehntelang im Einsatz sein. Laufen wird sie unter Linux und dabei bestehende Software nutzen, soweit möglich. Das Projekt will Kernel und grundlegende Software als Basisebene definieren. Auf diese Basis sollen die weiteren Bausteine zur Verwaltung der Infrastruktur aufsetzen. Als Hauptziele der Entwicklung werden schnelle Einsatzbereitschaft, geringe Kosten durch Kostenteilung, Interoperabilität durch das offene Framework, das sich wo möglich auf Standards verlässt, Zuverlässigkeit und Robustheit, Sicherheit der gesteuerten Anlagen, Sicherheit des Zugangs und der Kommunikation mit der Software und langfristige Wartung, die von zehn bis 60 Jahren reichen kann, genannt.

Das Projekt hat jetzt die Verfügbarkeit des ersten Codes unter dem Namen CIP Core bekannt gegeben. CIP Core ist ein minimales Dateisystem, das als Referenz dienen soll. Es bietet eine anpassbare Umgebung, mit denen Entwickler den CIP-Kernel und Kernpakete testen können. Das System ist erstmals auf der Embedded Linux Conference Europe in Prag zu sehen.

CIP Core enthält die Möglichkeit, Referenz-Dateisystem-Images zu erstellen, das Linux, Basispakete und eine Auswhl von freien Komponenten enthält. Das Image kann für das Board Beaglebone Black, das iWave RZ/G1M Qseven Development Kit, QEMU x86_64 und das DE0-Nano-SoC Development Kit erstellt werden. Veröffentlichte Dateisystem-Images, die von Deby, einer reproduzierbaren eingebetteten Linux-Distribution, die auf Poky und Debian LTS beruht, können verwendet werden. Der Quellcode und ein Whitepaper sind über die Projektseite erhältlich.

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