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Fr, 27. Oktober 2017, 11:12

Software::Kernel

Neuer Bootsplash für den Kernel vorgestellt

Ein neuer Bootsplash soll den Bootvorgang von Linux nicht nur aufhübschen, sondern auch existierende Lösungen obsolet machen. Das im Kernel integrierte System der Nürnberger Suse-Entwickler verspricht unter anderem, schneller zu starten und mit potenziellen Ressource-Konflikten besser klar zu kommen.

Larry Ewing

Die Darstellung des Bootprozesses beschäftigt die Entwickler schon beinahe so lange, wie es Linux gibt. Denn das schlichte Einblenden von Meldungen diverser Treiber und Subsysteme ist weder hübsch noch für den durchschnittlichen Anwender von besonderer Bedeutung. Will der Nutzer trotzdem wissen, was der Kernel zu sagen hat, so kann er während des Bootvorgangs diese Meldungen in der Regel wieder aktivieren. Da die meisten großen Distributionen davon ausgehen, dass die Mehrzahl der Nutzer es nicht sehen will, startet der Kernel meistens mit der Option quiet, welche vom Kernel her gesehen einen kleinen Pinguin samt einer Minimalausgabe anzeigt. Alternativ kann das Bootgeschehen grafisch dargestellt werden. Das ist dann aber nicht Teil des Kernels, sondern separat implementiert.

Möglich macht das in der Regel Plymouth – ein Bootsplash, der 2008 von Red Hat für Fedora als Ersatz für RHGB (»Red Hat Graphical Boot«) vorgestellt und von allen großen Distributionen übernommen wurde. Plymouth startet als eines der ersten Prozesse und blendet während des Boot-Vorgangs grafische Informationen ein. Neben reinen Darstellungsoptionen ist das System zudem in der Lage, Anwenderinteraktionen, wie beispielsweise Passwortabfragen, durchzuführen.

Ein Nachteil von Plymouth stellt aus Sicht diverser Entwickler dar, dass es als Benutzerprozess läuft. Unter anderem führt das zu diversen Konflikten beim Zugriff auf gemeinsame grafische Ressourcen, wie beispielsweise /dev/fb0. Doch auch das Einblenden von Informationen ist bei Plymouth nicht optimal gelöst. So kann die Anzeige des Vorgangs erst stattfinden, wenn der Kernel schon viele der internen Subsysteme initialisiert hat und schon dabei ist, das eigentliche System zu starten.

Eine Lösung aus dem Dilemma verspricht ein neues System, das von dem Suse-Entwickler Max Staudt in Form von Patches auf der Linux-Kernel-Mailingliste vorgestellt wurde. Der neue Bootsplash ist direkt im Kernel verankert und wird innerhalb der Framebuffer-Initialisierung aufgerufen. Damit steht das System schon zur Verfügung, wenn der Kernel sich erst initialisiert und nur wenige Subsysteme gestartet hat. Stürzt das System beispielsweise ab, ist der neue Bootsplash zudem in der Lage, besser mit den Meldungen des Kernels klarzukommen.

Wie Plymouth ist auch der Kernel-Bootsplash in der Lage, Bilder und Animationen einzublenden. Die Definition der Bootstruktur erfolgt dabei in der Header-Datei bootsplash_file.h. Staudt bekräftigt allerdings in seiner Ankündigung, dass der Kernel-eigene Ansatz als einfacher Ersatz für bestehende Lösungen dienen soll und keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Der Entwickler sammelt immer noch Meinungen und bittet um Anregungen und Ideen. So steht im Moment weder das Format der Bootsplash-Datei fest, noch ist klar, ob die Lösung das Wohlwollen der Kernel-Gemeinschaft findet und übernommen wird.

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