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Fr, 10. November 2017, 10:10

Gemeinschaft::Lizenzen

FSFE aktualisiert Empfehlungen für die Software-Lizenzierung

Die Free Software Foundation Europe hat ihre unter dem Namen REUSE veröffentlichten Empfehlungen für die Lizenzierung freier Software aktualisiert. Diese Empfehlungen beschränken sich auf die Vorgehensweise und sind neutral in Bezug auf konkrete Lizenzen.

FSFE

Zwei Monate ist es her, dass die Free Software Foundation Europe (FSFE) ihre Empfehlungen für Entwickler und Unternehmen veröffentlicht hat. Vorgehensweisen, die sich nach Ansicht der FSFE bewährt haben, sollen allen Interessierten zeigen, wie man am besten klarmacht, unter welcher Lizenz eine Software vertrieben wird. Doch nicht nur menschliche Benutzer sollten die Lizenzen leicht verstehen, sondern auch Algorithmen, die diese Informationen weiter verarbeiten.

Laut der FSFE ist das Fehlen einer Lizenzangabe, wie es bei einer großen Mehrheit der freien Projekte beobachtet wurde, immer ein Problem, da die Entwickler in der Regel ja gerne ihren Code mit anderen teilen wollen, aber es den Benutzern damit unmöglich machen, den Code legal zu verwenden. Für Entwickler kann es aber bereits eine Herausforderung sein, eine Lizenz zu wählen und den Benutzern auf verständliche Weise mitzuteilen. Doch noch schwieriger ist es, die Lizenz so anzugeben, dass auch Computer die nötigen Informationen besitzen. Dies ist jedoch wichtig, weil in größeren Projekten eine Übersicht über die Lizenzen der verwendeten Komponenten benötigt wird, wenn man rechtlich auf der sicheren Seite sein will. Eine manuelle Verwaltung ist jedoch nicht wünschenswert, sie sollte automatisiert werden.

Die Empfehlungen der FSFE sind seit September auf der Webseite reuse.software (REUSE) abgelegt. Jetzt hat die FSFE die Dokumente und die Webseite aktualisiert. Die Empfehlung besteht weiterhin nur aus drei Punkten, deren ausführliche Erläuterung noch etwas erweitert und klarer gefasst wurde. Die Punkte lassen sich in drei Sätzen zusammenfassen. Erstens sollte jedes Projekt den vollen Text der Lizenz bereitstellen und keine bereits vorhandenen Lizenztexte entfernen. Zweitens sollte jede einzelne Datei einen Copyright-Vermerk und die Lizenz enthalten, wobei diese Angaben konsistent und mit dem passenden SPDX-Lizenzbezeichner versehen sein sollten. Drittens sollte ein Inventar der enthaltenen Software mitgeliefert werden, das aber nicht manuell, sondern automatisiert erzeugt werden sollte. Die Dokumentation kann direkt online gelesen werden, steht aber auch als PDF-Datei zur Verfügung.

Neu sind jetzt einige Entwicklerwerkzeuge und Beispiele, die die REUSE-Vorgaben in der Praxis zeigen. Drei Beispiel-Repositorien enthalten den Quellcode von simplen Programmen. Eine genaue Anleitung zeigt auf, wie ein bereits komplexeres Projekt, cURL, REUSE-konform gemacht wurde. Dazu kommt ein einfaches Werkzeug, mit dem man validieren kann, ob ein Programm REUSE-konform ist.

Mit diesem Empfehlungen lassen sich nach Erfahrungen der FSFE rechtliche Probleme für das Projekt und auch für dessen Nutzer sicher vermeiden. Zu beachten ist außerdem, dass eine Lizenz nur eingehalten werden kann, wenn sie auch bekannt ist. Im Gegensatz zu beispielsweise dem Lizenzratgeber der FSF, der bereits 2011 veröffentlicht wurde, gibt es auf REUSE keine Empfehlungen für konkrete Lizenzen. Projekte, die diesbezüglich Rat benötigen, können sich an den FSF-Ratgeber oder an die Open Source Initiative halten.

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