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Thema: Patentrecht braucht Ausnahmen für freie Software

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Heiko am Fr, 29. Dezember 2000 um 10:21 #
Meiner Meinung nach ist es auf keinen Fall ausreichend zu sagen, dass OSS nicht von Patenten betroffen ist. Einmal ist ist fast unmöglich genaue Grenzen zu setzten wann etwas noch OSS ist (man müsste die Debian OSD zu Rate ziehen) und ausserdem wird OSS immer mit kostenloser Software gleichgesetzt. Was ist aber mit im Quellcode verfügbarer Software, die von einer Firma hergestellt wird, um damit Geld zu verdienen (z.B. Nautilus von Eazel).
Ausserdem ist es auch, wie im Artikel schon gesagt für kleinere Firmen völlig unmöglich diesen Patentkrieg mitzugehen. Nur die Riesen können sich das leisten.
Das führt zu geringerem Wettbewerb und verhindert echte Innovationen.
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Von Pascal am Fr, 29. Dezember 2000 um 11:53 #
Für einmal wahre Worte
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Von Anonymous am Fr, 29. Dezember 2000 um 12:07 #
> kommt zu dem Schluß, daß vor allem kleine
> und mittlere Unternehmen derzeit
> benachteiligt werden

Kann ich nicht nachvollziehen. Der ganze IT-Boom war doch erst dadurch möglich, daß es _keine_ Softwarepatente gab!

> Dennoch empfiehlt Lutterbeck, aus
> pragmatischen Gründen an der Patentierung
> festzuhalten. Man könne nicht
> einfach alles über Bord werfen.

Welche "pragmatischen Gründe"? Man kann durchaus alle Patentvorhaben über Bord werfen. Begründung siehe oben.

Tatsache ist: In Europa boomt die IT-Branche hervorragend _ohne_ Softwarepatente. Ergo sind Softwarepatente völlig überflüssig. Sie würden sogar mehr Schaden als Nutzen anrichten (Stichwort Trivialpatente) - vor allem gerade in den kleinen und mittelständischen Unternehmen.

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Von Anony-Maus am Fr, 29. Dezember 2000 um 22:05 #
Ich kann keinen Sinn in Patenten entdecken, außer daß jemand, der Mal eine gute Idee hatte im Nachhinein noch permanent davon profitieren möchte. Nachweislich kommen aber unterschiedlichste Menschen auf allen Erdteilen zu ähnlichen Ideen im gleichen Zeitraum. Der Schutz per Patent einer Idee hindert die Innovation, weil sich andere, die die Idee nicht rechtzeitig hatten, sie sich nicht patentieren konnten und mit neuen Ideen nicht darauf aufsetzen können, weil sie für das Patent ja erst zahlen müssten. Erst dann könnten sie Anschlußideen verwirklichen. Viele gute Ideen bleiben somit in der Schublade stecken. Auch führen Patente zu teureren Produkten, siehe Verbilligung der Herstellung von Medikamenten unter Ratiopharm, nachdem die Patente abgelaufen waren. Meine Forderung ist: Freie Ideen genauso wie Freie Software.

Euer Anony-Maus

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    Von Jochen am Sa, 30. Dezember 2000 um 01:06 #
    Deine Prämissen gehen allerdings etwas an der Realität vorbei.

    "Mal eine gute Idee" zu haben ist eine Sache, Forschung auf ein bestimmtes Ziel - oder auch Produkt - hin eine ganze andere, denn die ist im Gegensatz zur ersten Methode schweineteuer. Und wenn dann Trittbrettfahrer den Reibach damit machen und nicht der Entwickler, wird es nicht mehr lange Leute geben, die etwas entwickeln wollen....

    Das mit den gleichen Ideen zur gleichen Zeit - je nun, das ist 'ne Sache der Wahrscheinlichkeit. Hier von "nachweislich" zu reden ist arg weit hergeholt! Gut, passiert ist es schon mal, aber bedenke bitte, dass für jeden dieser Fälle tausende dagegen stehen, wo dieser "nachweisliche" Mechanismus merkwürdigerweise nicht gegriffen hat...

    Der ursprüngliche Gedanke des Patents war es, die Verbreitung von Ideen und Wissen zu *fördern*. Der Patentinhaber wird nämlich nicht permanent davon profitieren, sondern lediglich einen begrenzten Zeitraum, meines Wissens 20 Jahre lang. Danach ist das Wissen frei, und niemand muss mehr Patentgebühren dafür zahlen - siehe ausgelaufenes RSA-Patent als jüngeres Beispiel.

    Und hier zeigt sich auch die Krux (oder besser eine davon): Software wird erstens nicht wie fassbare Waren produziert und kann zum Beinahe-Null-Tarif beliebig verfielfältigt werden, und 20 Jahre sind in der EDV ganze Jahrtausende. Daher mein Fazit: Patente sind nicht per se böse, und man sollte sie dort beibehalten, wo sie funktionieren, aber in der Softwareindustrie haben sie nix zu suchen.

    Ach ja: "Mitzkatz" oder "Anony-Maus" - was denn jetzt? :-)

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    Von Teddy am Sa, 1. Januar 2000 um 13:28 #
    Also... Für den Fall, das zwei Leute zur gleichen Zeit das gleiche entwickeln hat zumindestens das Deutsche Patentgesetzt eine tolle Reglung. Sie nennt sich kostenloses Mitbenutzungrecht. D.h. wenn jemand ein Patent bekommt und du das gleiche Entwicklt hast, bloss noch nicht veröffentlicht, kannst du darauf klagen, dass das Patent auf dich und deine Firma keinen Einfluss hat.
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Von Anonymous am Sa, 30. Dezember 2000 um 15:13 #
Also ich sehe das Hauptproblem in der ewigen Laufzeit konventioneller Patente und in ihrem Sperrencharakter. Ich würde fordern, daß

1. Nur Verfahren Patentschutz genießen, für deren Entwicklung auch tatsächlich ein gewisser eigener Aufwand betrieben werden mußte

2. Wenn schon Software patentiert werden kann, dieser Schutz maximal 2-3 Jahre laufen darf und sich grundsätzlich nur auf eine konkrete Implementierung bezieht, nicht auf ein grundsätzliches Verfahren.

3. eine Patentierung von Speicherformaten und Schnittstellen zur Datenübergabe grundsätzlich nicht in Betracht kommt.

4. Jeder Softwarehersteller verpflichtet werden muß, Schnittstellen und Speicherformate dem Kunden vollständig zur Verfügung zu stellen, d.H. die Dateiformats-Abhängigkeit muß weg.

Als ersten Schritt könnte man ja z.B. verordnen, daß öffentliche Datenverarbeitung nur noch mit Hard- und Software betrieben werden darf, deren Datenablage offen und incl. Referenzimplementation dokumentiert ist. Dies könnte man dann nach und nach z.B. auf kritische Bereiche (Banken, Versicherungen, Großanwender, Militär usw.) ausdehnen.

Hersteller, die dem nicht nachkommen, werden dann halt nix mehr verkaufen. Dafür werden andere auf der Bildfläche erscheinen, die bereit sind diese Bedingungen zu erfüllen.

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    Von Anonymous am Sa, 1. Januar 2000 um 04:36 #
    Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber leider ist das derzeit so nicht durchführbar. In vielen Bereichen ist man einfach von proprietärer Software abhängig, deren Hersteller diese Bedingungen nicht erfüllen werden. Damit ist dieses (gute!) Konzept nicht umsetzbar.

    Dennoch sollte das ein Ziel sein, dass man verfolgen sollte, auch jetzt schon. "Wer nur das Mögliche fordert, erreicht gar nichts; wer aber das Unmögliche fordert, erreicht wenigstens das Mögliche."

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    Von Lars am Di, 2. Januar 2001 um 13:55 #
    Ein zu ueberlegender Vorschlag waere, dass genau solange ein Patentschutz gilt, wie
    die Entwicklung desselben gedauert hat.

    Das geht in die Richtung, dass je nach Entwicklungsaufwand der Patentschutz bemessen
    wird. Einzelne Faktoren wie Arbeitsjahre,Zahl der Projektmitarbeiter etc. lassen sich sicherlich festlegen.

    cu
    Lars

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Von Teddy am Sa, 1. Januar 2000 um 13:38 #
Die Foderung, das Open Source Software von Patenten nicht betroffen werden soll halte ich für den größten Schwachsinn.
Wenn ich nämlich ein Programm/Algorithmus entwickel habe ich zwei Möglichkeiten mein Werk zu schützen.

1. Ich veröffentliche den Quellcode nicht. Allerdings wissen alle Linuxer ja, das es ganz gut sein kann, wenn der Kunde den Quellcode sieht.

2. Ich beantrage ein Patent. Da ich aber mit meinem Programm Geld scheffeln will ist es natürlich schlecht, wenn jeder einfach ein Programm schreiben kann, das die gleichen Funktionen hat. Was jetzt einfach ist, das ich den Quellcode für das Patent veröffentlichen muss. Und wenn es das gleiche Programm zweimal gibt. Einmal kostenlos und einmal sehr teuer. Ratet mal wieviele Leute mir dann noch mein Programm abkaufen.

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    Von hjb am Sa, 1. Januar 2000 um 16:39 #
    Das ist aber genau der Punkt. Wenn es patentiert ist und niemand eine andere Implementierung machen kann, dann müßte jeder, der die Funktion braucht, dein Programm kaufen. Und wenn es jetzt auf einer Plattform laufen soll, die du nicht unterstützt? Pach gehabt? Das ist genau das, was die Open-Source-Gemeinschaft nicht akzeptieren will, und das mit Recht, wie ich meine.
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