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Thema: Patentrecht braucht Ausnahmen für freie Software

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Von Jochen am Sa, 30. Dezember 2000 um 01:06 #
Deine Prämissen gehen allerdings etwas an der Realität vorbei.

"Mal eine gute Idee" zu haben ist eine Sache, Forschung auf ein bestimmtes Ziel - oder auch Produkt - hin eine ganze andere, denn die ist im Gegensatz zur ersten Methode schweineteuer. Und wenn dann Trittbrettfahrer den Reibach damit machen und nicht der Entwickler, wird es nicht mehr lange Leute geben, die etwas entwickeln wollen....

Das mit den gleichen Ideen zur gleichen Zeit - je nun, das ist 'ne Sache der Wahrscheinlichkeit. Hier von "nachweislich" zu reden ist arg weit hergeholt! Gut, passiert ist es schon mal, aber bedenke bitte, dass für jeden dieser Fälle tausende dagegen stehen, wo dieser "nachweisliche" Mechanismus merkwürdigerweise nicht gegriffen hat...

Der ursprüngliche Gedanke des Patents war es, die Verbreitung von Ideen und Wissen zu *fördern*. Der Patentinhaber wird nämlich nicht permanent davon profitieren, sondern lediglich einen begrenzten Zeitraum, meines Wissens 20 Jahre lang. Danach ist das Wissen frei, und niemand muss mehr Patentgebühren dafür zahlen - siehe ausgelaufenes RSA-Patent als jüngeres Beispiel.

Und hier zeigt sich auch die Krux (oder besser eine davon): Software wird erstens nicht wie fassbare Waren produziert und kann zum Beinahe-Null-Tarif beliebig verfielfältigt werden, und 20 Jahre sind in der EDV ganze Jahrtausende. Daher mein Fazit: Patente sind nicht per se böse, und man sollte sie dort beibehalten, wo sie funktionieren, aber in der Softwareindustrie haben sie nix zu suchen.

Ach ja: "Mitzkatz" oder "Anony-Maus" - was denn jetzt? :-)

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