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Di, 9. Januar 2018, 11:50

Software::Grafik

Nvidia: Keine Consumer-Karten in Rechenzentren

Wie einer Aktualisierung der Lizenzbestimmungen der Nvidia-Binärpakete entnommen werden kann, ist es nicht mehr erlaubt, die GeForce-Software in Rechenzentren zu nutzen. Damit will der Hersteller offenbar kommerzielle Nutzer dazu bewegen, anstatt günstigen GeForce-Karten auf die erheblich teureren Tesla-Chips zu setzen.

Nvidia

Ohne eine größere Ankündigung hat Nvidia Anfang dieses Jahres die Nutzungsbedingungen seiner Softwarepakete angepasst und den Vertragstext um einen relativ kleinen, aber durchaus erheblichen Passus erweitert. Nachdem der Lizenztext bereits seit geraumer Zeit die Nutzung der Software reglementiert und beispielsweise die Art des Einsatzes festlegt, hat Nvidia nun auch den Einsatzort spezifiziert. So hat der Hersteller ab sofort nicht nur festgelegt, dass jegliche binäre Software nicht für den Einsatz in Rechenzentren lizenziert ist und dort nicht genutzt werden darf. »No Datacenter Deployment«, schreib das Unternehmen in der aktuell gültigen Fassung. Ausgenommen von der Regel sind nur Einsatzbereiche für die Blockchain-Berechnung.

Die Änderung ist umso gravierender, da sie alle Betriebssysteme und alle für GeForce GTX und Titan-Karten relevante Software umfasst. Zuwiederhandlungen gegen den Lizenztext führen laut Kapitel 3 zum automatischen Entzug der Lizenzrechte und einer einhergehenden Löschung der Software. Nicht betroffen von dem Lizenztext sind freie Treiber und durch Dritte vertriebene Software.

Betroffen von der Änderung sind vor allem Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die bei der Beschaffung der Hardware lieber zu Consumer-Karten anstatt der erheblich teureren Varianten zurückgegriffen haben. So kostet beispielsweise die auf die Pascal-Architektur aufbauende GeForce GTX-Karte erheblich weniger als die Volta-basierte Tesla. Zwar überragt beispielsweise die Tesla V100 die GeForce Titan XP teils erheblich, doch das scheint nicht immer relevant zu sein. Wie ein Wissenschaftler von der Webseite Register zitiert wird, reichen Forschungseinrichtungen nicht selten die Geschwindigkeiten der Consumer-Geräte. Die erheblich teureren Tasla-Karten sind demnach nicht immer notwendig.

Laut Register will Nvidia den missbräuchlichen Einsatz der GeForce- und Titan-Chips in »anspruchsvollen, großen Unternehmensumgebungen« eindämmen. Wie das Unternehmen gegenüber der Publikation bekannt gab, seien diese Chips nicht für den Einsatz in Rechenzentren mit all ihren Anforderungen konzipiert. Wie die Umgebungen allerdings aussehen und was bei Nvidia unter den Begriff »Rechenzentrum« fällt, hat der Hersteller nicht genau spezifiziert. Im Zweifelsfall sollen sich Anwender deshalb direkt bei Nvidia melden und mit Repräsentanten des Unternehmens einen möglichen Einsatz der Software klären.

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