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Thema: Devuan 2.0 »ASCII« liegt als Betaversion vor

81 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von needle am Mi, 14. Februar 2018 um 12:55 #

Immer wieder schön zu sehen, dass es nicht nur Weiss und Schwarz gibt.
Ich wünsche dem Devuan Projekt weiterhin viel Erfolg mit dem ausmerzen der Bibliothek "libsystemd0".

Ich freue mich nur dass es immer wieder Projekte gibt, wo die Meisten schon von Vorne sagen. "dat wird nix". Am Beispiel von Devuan sieht man, die machen es.

Und das mal klarzustellen und den Trollen den Wind aus den Segeln zu nehmen:
Ich bin kein SystemD Gegner und das ist auch nicht meine Absicht hier Jemanden für oder gegen etwas anzustiften.

:up:

  • 2
    Von KarlNapf am Mi, 14. Februar 2018 um 13:15 #

    Libsystemd0 ist back: Devuan bekommt die Patches nicht gewartet, die diese Abhängigkeit entfernt. Systemd-logind ist jetzt auch gesetzt mit elogind. Devuan hat sogar schon Pakete neu gebaut und den systemd-logind support dort wieder angeschaltet! Mehr init-Systeme als Debian unterstützt Devuan auch nicht: Da wo Debian die init-Skripte entfernt, da geht das Paket halt nicht mehr in Devuan:-/

    Technisch betrachtet beschränkt sich die Differenz zwischen Debian und Devuan in ASCII auf das Branding. Ich finde nicht, dass es sich dafür lohnt, über ein Jahr hinter Debian herzuhinken.

    Wenn Du eine systemd-freie Distribution willst, dann schau' dir lieber void Linux an. Die wissen wenigstens was sie tun:-)

    • 1
      Von Holger W. am Mi, 14. Februar 2018 um 13:50 #

      Irgendwie tut es mir Leid um das Projekt. Ich befürchte, indem sich Devuan als systemD-Verweigerer quasi an Debian dranhängt, eine Distribution, die systemD noch fester verankern möchte, arbeiten sie gegen etwas an, was sie - so meine Vermutung - langfristig nicht werden stemmen können.

      Daher stimme ich Dir zu, dass eine systemD-freie Alternative im Linux-Lager sicherlich langfristig eher mit Voidlinux gelingt.

      Davon abgesehen gibt es natürlich auch mit anderen OSS-Systemen neben Linux Alternativen zu einem systemD-freien Betriebssystem, z.B. mit FreeBSD.

      • 2
        Von KarlNapf am Mi, 14. Februar 2018 um 14:09 #

        Mein Eindruck ist, das die das heute schon nicht gestemmt bekommen: Devuan Jessie ist ein Paar Wochen vor dem Ende von Debian Jessie erschienen.

        Für Devuan ASCII wurde damals angekündigt, und gesagt, dass es keine neuen Features geben wird und man statt dessen so schnell we möglich mit Debian stretch gleichziehen möchte. Das ist jetzt auch schon wieder fast ein Jahr her und jetzt ist die erste Beta raus. So als Anhaltspunkt: Devuan Jessie hat über ein Jahr von der Beta bis zur Final gebraucht.

        Das riecht nicht nach einen Projekt, das heute seine Ziele gestemmt bekommt. Und ich gebe Dir recht: Das wird nicht leichter werden!

        1
        Von throgh am Mi, 14. Februar 2018 um 14:31 #

        Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass FreeBSD beispielsweise keine Probleme damit hat proprietäre Pakete anzubieten. Faktisch macht das dieses System direkt wieder unfrei, aber man kann natürlich auch weiter pragmatisch vorgehen. Denn Pragmatismus hat uns ja bislang auch systemd "geschenkt".

        • 3
          Von Holger W. am Mi, 14. Februar 2018 um 14:35 #

          Och, Proprietäres anbieten machen sogar Debian, OpenSUSE und weiter im LinuxLager.

          Ich möchte im Übrigen keinen Streit beginnen GPL versus BSD-Lizenz, zumal viel Third-Party-Userland-Software bei FreeBSD ebenfalls unter der GPL lizensiert ist.

          • 1
            Von throgh am Mi, 14. Februar 2018 um 14:47 #

            War auch nicht als Streitpunkt gedacht. Im Gegenteil: Du hast Recht denn genau das machen Andere auch und behaupten weiterhin "freie Soft- und Hardware" zu propagieren. Dabei ist es schon teils recht lustig, da die Hardware niemals zuvor so unfrei gewesen ist wie heute, gerade auch in Bezug auf AMD- und NVidia-Grafikkarten.

            • 1
              Von Holger W. am Mi, 14. Februar 2018 um 15:58 #

              Davon abgesehen: Ich überlege gerade, welche Software in dem Betriebssystem FreeBSD verwendet wird, die proprietär ist? Selbst zfs steht unter einer Lizenz, die von der FSF als freie Lizenz akzeptiert wird. Das das nicht mit Linux zusammen passt, geht für mich allerdings in Richtung ideologisches Theater.

              Und an proprietärer Software sehe ich zunächst nichts Schlimmes.

              • 1
                Von throgh am Mi, 14. Februar 2018 um 16:11 #

                Kann man sehen wie man möchte: Ich erachte proprietäre Software in bestimmten Bereichen wie beispielsweise Treiber als essentiell ärgerlich und schlimm. Ansonsten bin ich gerade ein Freund von einer freien Ideologie und gerade die Sehnsucht sich genau von jedweder Ideologie lossprechen zu wollen ist genau der Pragmatismus (nebst ebenso Ideologie in sich), welcher uns immer wieder nette Stilblüten in Sachen Sicherheit beschert.

                • 2
                  Von Holger W. am Mi, 14. Februar 2018 um 16:36 #

                  Ja, aber ich möchte nun doch noch gerne wissen, wo im Betriebssystem FreeBSD proprietäre Software verwendet wird.

                  Freiheit schätze ich auch, ich habe allerdings Schwierigkeiten, wenn im Bereich von Technischem dieser Begriff inflationär gebraucht wird. Ethisch wird es meines Erachtens, wenn es um die Frage geht, ob Werkzeuge gegen Menschen eingesetzt werden.

                  Turboprint ist ein gutes Beispiel für proprietäre Software, deren Entwickler bei Problemen sehr hilfsbereit sind und oft wenige Stunden später Lösungen liefern. Da zahle ich auch gerne für die Lizenz, Software ist nicht durch die Lizenz gut, sondern es kommt darauf an, welchen Charakter die jeweiligen Entwickler haben.

                  • 1
                    Von throgh am Mi, 14. Februar 2018 um 18:14 #

                    Ich denke da bin ich bisweilen zu unpräzise gewesen: Zumindest aber gibt es ports für NVidia beispielsweise. So wie ich das zuletzt erlebt habe braucht es zumindest den Eingriff des Nutzers, um genau das einrichten zu können. Dennoch würde ich dann eher zu OpenBSD greifen beispielsweise!

                    • 1
                      Von gol. am Mi, 14. Februar 2018 um 19:41 #

                      Und wenn dein Laptop Nvidia-Grafik hat, darfst du es gleich entsorgen. Mittlerweile ist man im BSD-Lager recht pragmatisch, man nutzt es ja nicht um sich überlegener zu fühlen sondern weil bestimmte Features das notwendig machen. Ob nun FreeBSD oder OpenBSD oder NetBSD oder DragonflyBSD oder TrueOS.

                      • 1
                        Von Verfluchtnochmal am Mi, 14. Februar 2018 um 19:51 #

                        Versteh mich nicht falsch aber ich kaufe seit 12 Jahren Hardware *nachdem* ich mich informiert habe ob sie entsprechend unterstützt wird, für Gamer mag das etwas mühsam sein, aber für den Rest absolut kein Problem

                        Ja, auch das ist pragmatisch, von mir

        0
        Von Anhängen am Do, 22. Februar 2018 um 19:34 #

        Das mit dem anhängen ist bei fast allen Distributionen üblich.
        debian --> ubuntu ---> devuan und gefühlte 1000 Andere :)
        Aber nur über devuan regen sich so viele darüber auf ;)

        Archlinux ---> hängen sich auch alle anderen ran.

        usw.

        void ist wirklich eine geniale Ausnahme genauso wie gentoo.

        Beide erfordern aber schon ein sehr gutes Grundwissen.
        Ein Debian können die meisten Durchschnittsuser noch installieren.
        Bei einem void oder gentoo habe ich da so meine Zweifel.

    1
    Von Verfluchtnochmal am Mi, 14. Februar 2018 um 13:42 #

    Na dann reden wir doch in 5 Jahren weiter ob sie den Zoo an Patches auch langfristig gewartet bekommen ohne mit Updates massiv hinten nach zu hängen

    "Ja aber wir wollen systemd draussen von wegen Wahlfreiheit" - Ja dann denkt das doch zu Ende und baut noch eine Distribution ohne glibc und eine ohne Linux-Kernel und eine ohne openssl/libressl wäre auch noch cool - Wozu?

    • 1
      Von Rainer Schwachsinn am Mi, 14. Februar 2018 um 13:55 #

      Devuan braucht noch nicht mal Patches um massiv hinter Debian herzuhinken!

      Devuan hat doch fast keine eigenen Pakete, das kommt fast alles von Debian. Schau' dir mal devuan's build server an: Da wird fast garnix gebaut und es fallen noch viel weniger Pakete hinten raus da die meisten Builds gleich kaputt sind!

      2
      Von Holger W. am Mi, 14. Februar 2018 um 13:58 #

      Ohne glibc das gibt es: Du kannst Voidlinux komplett gegen musl gebaut bekommen.

      Und ohne Linux-Kernel gibt es doch auch: Nennt sich dann allerdings nicht Distribution. Bei uns zu Hause laufen im Übrigen bis auf einen Printserver alle Maschinen ohne einen Linuxkernel, und es handelt sich dabei weder um Mac-Rechner noch Windows-Maschinen sondern ebenfalls um Opensource-Betriebssysteme.

      Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert. Zuletzt am 14. Feb 2018 um 14:05.
      • 1
        Von Verfluchtnochmal am Mi, 14. Februar 2018 um 14:43 #

        Geben tut es viel - Es darf aber trotzdem die Frage gestellt werden ob es sich um einen technisch sinnvollen Grund bei dem FAKTICHE Vorteile den Nachteilen überwiegen im Vordergunrd stehen oder igrendein politiches Hirngespinst

        Klar, OSS, es darf auch jeder seinen Hirngespinsten nachlaufen, aber jeder andere darf ihn eben auch dafür kritisieren - So ist das nun mal mit der Meinungsfreiheit und meiner Meinung nach ist Debian als Vorlage nemen und systemd rausoperieren einfach eine hirntote Aktion ohne Zukunft weil es immer schwerer wird und die bei Debian einen Teufel tun werden irgendwelche Kompromisse einzugehen um einem Fork das leben leichter zu machen

        Es hat schon einen guten Grund warum die letzten 20 jahre eigentlich das init-system niemals frei wählbar war sondern du hattest halt sysvinit oder eben upstart und Gentoo ist eine völlig andere Baustelle, da ist naturgemäss viel mehr an Auswahl drinnen aber auch etwas Wissen vom user gefordert

        • 2
          Von Holger W. am Mi, 14. Februar 2018 um 16:21 #

          Nun, FreeBSD hat ein ganz anderes Init-System und ich glaube, die Entwickler wissen da schon, was sie tun.

          Aber auch dort sind einige mit der Situation nicht so glücklich und es werden Neuentwicklungen diskutiert, nosh zum Beispiel.

          Bei den BSDlern wird übrigens immer wieder auch über systemd diskutiert, da gibt es viele Ambivalenzen, aber auffällig ist, dass die Diskussionen dort sehr in die Technische Richtung gehen.

          Und da gibt es manche Leute, die Unix, Linux und BSDs wie ihre Westentasche kennen, davon lehnen einige mit Argumenten systemd ab, andere begrüßen es, andere verhalten sich da eher neutral.

          • 1
            Von Verfluchtnochmal am Mi, 14. Februar 2018 um 16:45 #

            Das ist ja auch in Ordnung, aber die meisten systemd Kritiker kommen mit "widerspricht der Linux Philosophie" dabei haben sie sich das Teil nichtmal ausreichend angesehen um zu merken dass mitnichten alles in PID1 wohnt

            systemd ist faktisch ein Haufen an Tools die zufällig im selen Source-Repo entwickelt werden und wo immer möglich Code sharen aber bei Gott kein grosser BLOB

            Vieles davon würde keiner in Frage stellen wenn es mit identem Code in einem anderen Source-Tree liegen und keiner wisssen würde dass Lennart Pettering daran beteiligt ist und das ist halt eine Haltung die ganz weit weg von technischen Gesichtspunkten ist

            Wann immer mir jemand mit Politik wenn es um technische Lösungen geht kommt habe ich schon gefressen - So einfach ist das

            • 1
              Von throgh am Mi, 14. Februar 2018 um 18:31 #

              Und dennoch bleibt es wie es ist: Du betonst weiter oben die Meinungsfreiheit? Okay, dann dürfen auch Leute eine andere Meinung haben und eben Ideologie zur Technik beifügen. Gefällt dir nicht? Dein Problem, denn es dürfen auch Leute den "Haufen an Tools" nicht toll finden und nutzen wollen. Und dir fällt auch auf, dass du hauptsächlich Herrn Poettering hier fortwährend ins Gespräch bringst? Warum sollte es bitte um persönliche Kritik an diesem Menschen gehen? Die systemd-Kritiker, die ich bislang kennengelernt habe, sprechen tatsächlich NUR von systemd und nicht von einer Person!

              • 1
                Von Verfluchtnochmal am Mi, 14. Februar 2018 um 18:40 #

                "Und dennoch bleibt es wie es ist: Du betonst weiter oben die Meinungsfreiheit? Okay, dann dürfen auch Leute eine andere Meinung haben und eben Ideologie zur Technik beifügen"

                Klar dürfen sie das, aber ich darf sie auch für Schwachköpfe halten und das tue ich aus technischen und nicht aus ideologischen Gründen - Du darfst das auch schlecht finden, ändert aber nichts daran dass ich sie für verblendete Schwachköpfe halten darf und das auch mache

                1
                Von Verfluchtnochmal am Mi, 14. Februar 2018 um 18:48 #

                "Und dir fällt auch auf, dass du hauptsächlich Herrn Poettering hier fortwährend ins Gespräch bringst?"

                Nö, mache ich nicht, das eine Posting vom Wahnsinnigen wegen rsync hat einen ganz anderen Kontext weil da dein depperter loszieht und ohne Sinn und Verstand schreit "habe gehört eine bestimmte Person hat einjen Source-Tree angefasst, wo ist denn die letzte Version wo der noch nichts angefasst hat" - Völlig andere Baustelle

                Ich mag Lennart Poettering noch nichtmal, aus vielen Gründen, unter anderem auch dass er erstmal bei allen Problemen wo anders hinzeigt, das ändert aber nichts daran dass systemd ingesamt betrachtet eine Meisterleistung ist die seit dem Linux-Kernel selbst ihresgleichen sucht, schon alleine weil du erstmal eine Weg zwischen "wir wollen alle nicht das sich was ändert" und "das ist alles so angestaubt" und Migrationspfade finden und den Umsteig irgendwie gangbar machen musst - Dazu brauchst ud dann auch ein dickes Fell und das hat er am Ende des Tages auch, genauso wie einen ziemlich guten Überliock über Schwächen und sinnlose alleingänge von Linux-Distributionen über Jahrzehnte

                Und wenn von systemd in 20 Jahren nichts übrig bleibt als endlich aml die gleichen Dinge auf unterschiedlcihen Distris gleich handhaben zu können und somit Standards zu schaffen statt erstmal wie ein Trottel da stehen wenn du nach 10 Jahren Redhat vor einem Denian sitzt und umgekehrt

          1
          Von kamome umidori am Do, 15. Februar 2018 um 23:02 #

          > es darf auch jeder seinen Hirngespinsten nachlaufen, aber jeder andere darf ihn eben auch dafür kritisieren

          Nein, das „dürfen“ nur Schwachmaten, die Andersdenkenden „Hirngespinste“ unterstellen, nur weil sie sie nicht verstehen, oder deren Meinung sie nicht teilen.

          • 1
            Von Verfluchtnochmal am Do, 15. Februar 2018 um 23:18 #

            Problem: Du hast nichtmal eine Ahnung von dem was ich verstehe ansonsten hättest ud ebenfalls vielehe Jahre sysvinit und viele Jahre systemd Erfahrung und wärst nicht angewiesen auf die Meinung von Trotteln deren Hauptargumentation "kenn ich nicht, brauch ich nicht, hama immer schon so gemacht" ist

            • 1
              Von Verfluchtnochmal am Do, 15. Februar 2018 um 23:25 #

              Runter gebrochen: Leck mich am Arsch, ich adinistireire Linux Setups vor und nach systemd ohne Neuinstallation seit vielemn jahren und ob du an was das du nicht verstehst verreckst geht mir sonst wo vorbei und offenbar auch dem rest der Welt

              Wen du damit nicht klar kommst such dir ein anderes OS und gut ist

              Linux ist nichts für Vollidioten die glauebn wa sie heute wissen gilt bis ur Pension und bracht es auch nicht zu sein - Für Deppen gibt es Windows und OSX

1
Von dff am Mi, 14. Februar 2018 um 16:44 #

ASCII, nomen est omen...

Die 80er haben bei Devuan angerufen, die wollen ihre Bernsteinmonitore zurück.

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Von Anonymous am Do, 15. Februar 2018 um 06:59 #

Wenn wir uns einmal die relevante Systemlandschaft, fernab von Desktopsystemen anschauen, muss man feststellen, dass Devuan durch seine Festlegung auf ein veraltetes Init-System immer mehr ins Hintertreffen gerät.
Das zeigt sich auch am sehr langem Releasezyklus von Devuan, nachdem das aktuelle Debian bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde.
Das Devuan Projekt ist personell unterbesetzt, weswegen es auch bei Release von Devuan 2.0 nicht gelingen wird, systemd vollständig zu entfernen - Übrigens, wie seit 2 Versionen vollmundig und mit viel TamTam versprochen.

Selbst Slackware liebäugelt - wenn ich die Zeichen richtig deute - immer mehr mit einem alternativen Init-System, da SysVinit bereits bei heutigen Anforderungen an Systeme, immer mehr an seine Grenzen gerät.
Besonders auffällig ist dies im Bereich des System Managements bzw. der System Orchestrierung, denn hier gibt es faktisch keine Lösung, die SysVinit als Einsatzszenario in Erwägung zieht.
Ganz im Gegenteil.
Es fehlen bei SysVinit so fundamentale Errungenschaften, wie zum Beispiel der parallelisierte Start von Systemen, oder "Sandboxing" via Namespaces.

Man muss also feststellen, dass Devuan im Zukunftsmarkt der Server bereits jetzt abgehängt ist.
Denn welcher Linux Administrator wird seine Serverlandschaft noch händisch warten und pflegen?
Unvorstellbar, bereits ab 5 Server wäre dies ineffizient und bei den weiterhin sinkenden Preisen und gleichzeitig steigender Anzahl von Systemen im Servermarkt, wird niemand diese Arbeit bezahlen (wollen).
Aber auch im Segment des Monitorings, der Systemanalyse, oder beim Performance Testing wird zunehmend auf Automatisierung gesetzt und entsprechende Lösungen entwickelt.
Auch hier kenne ich keine Lösung, die noch SysVinit aktiv unterstützt.
Einmal ganz davon abgesehen, macht sich kein Linux Administrator freiwillig mehr Arbeit als unbedingt sein muss.

Aber auch Firmen die Linux als Desktopsystem einsetzen, automatisieren den Rollout & Updates zunehmend und hier kommt wieder das System Management ins Spiel.

Devuan richtet sich also vornehmlich an private Linux-Desktop Anwender, die eher selten, die oben genannten Beispiele zum Einsatz bringen werden.
Aber auch in diesem Segment ist systemd der Quasistandard, in der Daemon- und Anwendungsentwicklung haben sich alle Parteien auf absehbare Zeit darauf eingestellt.

Selbst Devuan ist sich dieser Tatsache bewusst und versucht mit OpenRC ein aktuelleres Init-System zu etablieren.
Aber auch hier gibt es ähnliche Fallstricke, wie bereits beim Rückschritt zu SysVinit.
Es fehlt im Devuan Projekt schlicht an aktiven Entwicklern, um das gestellte Ziel in einer annehmbaren Zeit zu erreichen.
Nutzer zumindest im privatem Desktopumfeld gibt es wahrscheinlich genug.
Aber Nutzer im privatem Umfeld können auf dauer das Projekt nicht tragen und so beginnt der Abstieg, noch bevor der Aufstieg jemals begann.

Nun noch ein paar Sätze zu den »Veteran Unix Admins«.
Irgendwie scheinen diese Kollegen zu übersehen, dass die Welt nicht auf sie wartet.
Denn auch bei Unix Systemen kommt SysVinit an seine technologischen Grenzen und auch hier bereiten die Entwickler den Umstieg auf zeitgemäße Init-Systeme vor.
Wenn dieser Prozess nicht bereits - wie bei den meisten kommerziellen Unix Derivaten [*] - abgeschlossen ist.
Schaut man sich die Unix Systemlandschaft genauer an, sind es eigentlich nur noch die BSD Systeme, die SysVinit als Init-System einsetzen.
Auch hier wird bereits laut über einen Generationswechsel der Init-Systeme nachgedacht.

[*] Nischen- und veraltete Branchenlösungen habe ich bei meiner Betrachtung wegen fehlender Relevanz absichtlich unbeachtet gelassen.

  • 1
    Von Rudi Rüssel am Do, 15. Februar 2018 um 10:17 #

    Naja, Devuan ASCII ist geplant als schnelles Release ohne viele Änderungen gegenüber Devuan Jessie. Devuan Jessie basiert ja auf Debian Jessie und kam erst drei Wochen vor dem Release von Debian Stretch raus. Da sollte Devuan ASCII dann schnell kommen und auf Debian Stretch sitzen.

    Den Feature-Umfang will ich bei Devuan ASCII nicht kritisieren: Da sehe ich viel mehr als ursprünglich geplant! Spannend wird es ob das nächste Debian wieder nur Wochen nach Devuan ASCII kommt oder ob Debian es schafft diesmal schneller als Devuan zu sein:-)

    Ich sehe außerdem keinen Zusammenhang zwischen langen Releasezyklen bei Devuan und sysv-init nicht. Sysv-init ist komplett von Debian gepflegt und Devuan macht da keine Änderungen dran. Arbeit an irgendwas, das Teile von Systemd ersetzen könnte, passiert auch nicht: Das ging Jahrzehnte ohne, das braucht auch heute niemand (so argumentieren die da wirklich). Diskussionen über ein anderes init system ist es auch nicht: Die ist bis nach ASCII vertagt.

    Devuan hat dafür schon die dritte Iteration ihres mit-debian-syncen-Servers am Start und mindestens einen weiteren Rewrite verworfen, ohne das der jemals in Produktion war. Dann haben sie ihren glue-code um gitlab an ihren Krempel anzuflanschen und da konsequente die Gitlab APIs vermieden und lieber Daten aus den gitlab HTML-Seiten rausgekratzt. Gitlab-upgrades sind damit natürlich extrem zeitaufwänding bis unmöglich. Dann braucht es dringend möglichst viel Support für möglichst obskure Platformen (benutzt noch jemand das tolle Nokia N900? Devuan got you covered!). Natürlich musst Du noch jede Menge Zeit einplanen, um etwa sechs Monate nach jeder Änderung in Debian rumzuheulen, das Debian diese Änderung nur gemacht hat, um Devuan zu schädigen.

    Nee, die Probleme sind bei Devuan hausgemacht. Schieb' das bitte nicht auf sysv-init, das hat dieses solide Stück Technik nicht verdient:-)

    1
    Von Verfluchtnochmal am Do, 15. Februar 2018 um 14:22 #

    Also ich habe lange bevor es sytemd gab weit mehr als 5 Maschinen administiert, tu es heute noch und brauche keine grossartigen Tools zur Verwaltung - Es braucht ein paar Wochen Hirnschmalz um sich zu überlegen wie man mit ssh+shell von einer zentralen Maschine sich die Arbeit leichter macht und danach ist es relativ egal ob das 5, 10 oder 50 sind, vor allem da man eigentlich seit Jahren auf dem Blech nur einen Virtualisierungslayer aufsetzt

    Sorry, aber unter 100 Maschinen brauch ich nicht mehr als SSH+Shell+homegrown tools die genau das machen und automatisieren was ich brauche - Nicht weniger und vor allem auch nicht mehr

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Von SysVInit am Fr, 16. Februar 2018 um 23:35 #

Echt lustig, wie hier Leute ihre eigene Zeit verschwenden, um den Devuan-Leuten und deren aktuellen und potentiellen Benutzern einzuhämmern, dass sie ihre Zeit verschwenden. Ähh....

Bei der Vehemenz müssen die Devuan-Leute anscheinend zumindest *irgendwas* richtig gemacht haben. Sonst würden sich einige wohl nicht so auf den Schlips getreten fühlen, dass sie sich genötigt sehen, hier derart die Werbetrommel für systemd zu rühren.

  • 0
    Von KarlNapf am Fr, 16. Februar 2018 um 23:42 #

    Irgendwo hast Du da sicher Recht. Ich jedenfalls habe viel zu viel Zeit damit verbracht, mir Devuan anzuschauen.

    Die Faszination des Grauens... und Unterhaltungswert hat das Projekt jede Menge, besonders die Mailing Liste ist voller LOLs.

    • 0
      Von Keine Macht dem Kommerz am Sa, 17. Februar 2018 um 01:32 #

      Und mir wird auf git bei systemd immer spy-übel,
      wenn ich sehe, das es immer um die 800 issues gibt,
      die nie weniger werden. Plus der vielen bugs die Poet Poet bekannterweise einfach schliesst.

      Leider muss ich mir das teilweise mit einem Archlinux antun, nach jedem Update gibt es
      noch mehr bugs. Alte bugs werden nie behoben.

      Aber was solls, seit dem immer mehr Windaus auf Linux umsteigen, gibt es halt immer mehr Lindaus.

      Das sind die, die am liebsten einen Linux-Kernel mit
      mit einem Windows drauf haben wollen.

    0
    Von Verfluchtnochmal am So, 18. Februar 2018 um 00:27 #

    Werbetrommel? Von mir aus kannst du direkt in eine shell booten!

    Das Projekt ist deswegen Schwachsinn weil es schlichtweg keine eigene Basis hat und die Existenz damit überschaubar sein wird

    Es gibt einfach keinen technischen Grund noch weitere Jahrzehnte auf diesem endlosen Sauhaufen festzuhalten der im Zweifel noch nichtmal startet weil irgendein init Script ohne erkennbaren Grund hängt

    Hatte ich erst auf einem alten SuSE enterprise

    systemd hätte betreffende Dienste einfach als failed markiert und weiter getan und wenn alle stricke reißen rescue.target gestartet, notfalls aus dem initfs aber in jedem Fall in ein System dass man ohne von einem externen Datenträger zu booten debuggen kann

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