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Thema: Vor Gericht: GPL-Verstoß in der Unterhaltungselektronik

16 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Echt? am Mo, 5. März 2018 um 14:55 #

weist Decker darauf hin, das es schwierig sei, die GPL in allen Punkten einzuhalten
Ach!
Ich will jetzt nicht übertreiben, aber das kann nicht sooo schwierig sein. Das bekommen nämlich sogar so Chaos-Buden wie D-Link hin.
Zwar haben deren Geräte in der Regel eine hingeschluderte Firmware und sehen nur sporadisch und kurze Zeit Updates - aber einen Zettel mit dem Angebot für die Firmware zu jedem Gerät dazuzulegen und einen FTP-Download für Quellen und Tools einzurichten, das schafft D-Link.

Für mich klingt das nach einer faulen Ausrede dieses Herren Decker.
In anderen Berichten las es sich auch so, als ob er in Abrede stellt, das Hardy klagen dürfte - sondern nur Linus Tovalds selbst (was natürlich Bullshit ist).

Also ich finde jetzt auch nicht, das jeder, der jemals was an Linux gemacht hat, auf eigene Faust losgehen und Leute verklagen sollte - aber grundsätzlich finde ich es gut, das hier GPL-Verletzer gemaßregelt werden.

Und ja, wenn die GPL so scheiße ist, dann nehmt halt kein Linux. Gibt genug BSDs da draußen, denen ist Copyleft scheißegal!

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    Von Felix Schwarz am Mo, 5. März 2018 um 15:36 #

    Die Sachlage ist glaube ich komplizierter, als es die aktuelle Meldung wiedergibt:

    Ich hatte dazu schon vor einiger Zeit zum Pro-Linux Artikel im August 2017 etwas geschrieben und zitiere mich selbst:


    Wenn ich den McHardy-Fall richtig verfolgt habe, geht es McHardy darum, relativ kleinen Firmen eine "Falle" zu stellen. Dort wird die GPL verletzt und er bringt sie dazu, strafbewehrte Unterlassungserklärungen abzugeben. Sobald die Firmen dann auch nur in marginaler Weise die GPL verletzen (was sehr schnell passieren kann), schlagen die vertraglich vereinbarten Strafzahlungen zu.

    Hier werden meines Erachtens vorwiegend die Falschen getroffen. Ein kleiner Denkzettel darf auch für diese GPL verletzenden Firmen sicherlich drin sein. Dann aber auf zukünftige Verstöße zu "lauern" und auf zukünftige, ggf. auch minimale Verfehlungen zu spekulieren, lehne ich ab.


    Die komplette 100%ige Einhaltung der GPL ist eben nicht trivial, ein Flüchtigkeitsfehler passiert schnell - und auf solche hofft McHardy offenbar.

    Dass manche Aussagen Herrn Deckers unsinnig sind (zumindest in der Form wie über dpa kolportiert), stimmt natürlich auch.

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    Von Mal drüber nachgedacht am Mo, 5. März 2018 um 17:11 #

    Ich befürworte deine Aussage: Wer keine GPL haben möchte, kann auf genügend Alternativen zurückgreifen.
    Natürlich ist es wünschenswert, wenn freie Software benutzt wird, auch wenn bei extrem liberalen Lizenzen die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass Änderungen zu der ursprünglichen Codebasis zurückfließen.

    Dennoch missbillige ich dieses Vorgehen. Eine Lizenzverletzung sollte immer ein Grund sein auf ein Unternehmen zu zugehen und diese damit zu konfrontieren. Ein genehmer Umgang mit dieser Situation ist, wenn man seine Hilfe anbietet, um die Bedingungen der GPL umzusetzen. Das Hilft der Akzeptanz der GPL und vermindert abschreckende Ängste vor genau solchen Konsequenten. Ich vermute mal, dass wenn man einer Firma bei der Umsetzung der GPL beisteht, wird diese gerne nochmal auf die GPL vertrauen. Weiterhin wird ein positives Bild der Community geprägt, welches einladend für Firmen wirkt.
    Kurz: Was nützt dir eine freie Lizenz, wenn diese nur mit Zwang verbunden wird?

    Die andere Seite der Geschichte sehe ich aber auch. Irgendwann sollte die Grenze für Gutmütigkeit gezogen werden. Weigert sich jemand auf die GPL-Verletzung einzugehen oder werden diese sogar dementiert ( sofern vorhanden ), müssen Konsequenzen folgen. Eine Lizenz, die niemals durchgesetzt wird, verliert ihren Anspruch ernst genommen zu werden. Weiterhin würde diese Unachtsamkeit andere Firmen dazu verleiten, diesem unschönen Beispiel zu folgen.

    Fazit:
    Es ist konterproduktiv mit brennender Fahne in das Schlachtfeld der Lizenzverletzungen zu ziehen, weil dadurch nur die Akzeptanz der Lizenzen leidet.
    Lieber sollte auf einen gegenseitigen Friedensvertrag hingearbeitet werde, sodass Verluste auf beiden Seiten minimiert werden. Kann kein Frieden hergestellt werden, sollte der Gegner in seine Schranken gewissen werden.

    MfG Ich

    Rechtschrebefähler sint gewolt unt gehoeren zum Schrubstiel.

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      Von hmpf am Di, 6. März 2018 um 03:09 #

      "Ein genehmer Umgang mit dieser Situation ist, wenn man seine Hilfe anbietet, um die Bedingungen der GPL umzusetzen."

      Wie? - Als Geschäftsmodell? - Oder frei Haus?
      Mit Verlaub, aber wenn ein Unternehmen irgend etwas nutzen möchte um damit Geld zu verdienen, dann haben sie von sich aus entsprechende Kompetenzen einzukaufen. Entweder als Software-Entwickler oder als Juristen.
      Wenn sie dann irgendeine Software verwenden und ein Produkt auf den Markt bringen, dann sind sie dafür haftbar.
      Wer es versäumt - aus Kalkül oder Inkompetenz - derartige Dinge VOR dem Marktstart zu klären, der muss auch mit den Folgen leben.

      Wie wäre es das Markenrecht zu brechen - man kann doch hinterher eine kulante Lösung finden und der Geschädigte kann sich doch als freundlicher Bittsteller dann melden! -- oder wie?

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Von Anonymous am Mo, 5. März 2018 um 16:51 #

Wenn mir die Straßenverkehrsordnung zu kompliziert ist, dann darf ich mich halt nicht im Straßenverkehr bewegen. Habe ich noch nie gehört, dass das jemals jemand sowas vor Gericht vorgetragen hat, der mit 200 km/h durch die Stadt gefahren ist.

Wenn ich ein Werk verteile, welches auf einem anderem beruht, welches der GPL unterliegt, dann muss ich den dazugehörigen Quellcode auf Wunsch bereitstellen. Mehr muss man nicht tun. Wer dazu zu blöd ist, der soll dann bitte nicht seine Blödheit als Rechtfertigung nehmen. Der soll sich an Microsoft oder Oracle wenden, da ist das alles sehr viel einfacher...

Und ja, ich muss nicht selber betroffen sein, um das Urheberrecht einzuklagen? Von was leben denn dann bitte die ganzen Abmahnanwälte?

Die Industrie testet halt aus, wie weit man die GPL missbrauchen kann. Aber dass dan jemand, der dass angeht, aus den eigenen Reihen dafür angefeindet wird, einfach ekelhaft.

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    Von MotivierterFunposter am Mo, 5. März 2018 um 17:30 #

    Aber dass dan jemand, der dass angeht, aus den eigenen Reihen dafür angefeindet wird, einfach ekelhaft.
    Wir wissen nicht, wer dieser Patrick McHardy ist und haben nie im Netfilter Team gearbeitet. Es könnte durchaus auch ein "sehr interessanter" Charakter sein wie Hans Reiser.

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      Von latenteente am Mo, 5. März 2018 um 20:18 #

      > Charakter wie Hans Reiser.

      Du weißt, daß der seine Frau
      abgemurkst hat?

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        Von MotivierterFunposter am Mo, 5. März 2018 um 23:35 #

        Das ist der Punkt.
        Ich kenne den Herrn McHardy nicht, aber wenn er schon vor der politischen Korrektheitswelle der letzten Jahre rausgeflogen ist und für sein Verhalten von diversen Entwicklern selbst kritisiert wurde ist es gut möglich, dass er der nächste Hans Reiser, der nächste Terry Davis, der nächste Kim Schmitz, der nächste Chris-Chan und so weiter und so fort ist.
        Softwareentwickler sind oft Psychopathen, fast lebensunfähige Autisten, asoziale Borderliner und so weiter.

        Wäre halt schade, wenn man nun Lizenztrolle bräuchte, um die Lizenz freier Software durchzusetzen.

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          Von hmpf am Di, 6. März 2018 um 03:24 #

          Dann muss man dass Lizenz- und Entwicklungsmodell ändern!
          Wenn jeder zum Projekt beitragen kann und dessen Arbeit unter bekannter Lizenz eingebunden wird, dann haben auch alle anderen Entwickler die sich aus der Lizenz ergebenden Rechte des Einzelnen zu akzeptieren.
          Wer dass nicht will, muss nicht fremde Arbeit nutzen.

          Sie können ihn aus dem Team werfen, seine Patches ablehnen oder später wieder entfernen. Aber was drin ist, ist drin und damit hat er auch entsprechende Rechte. Punkt.
          Auch sehr komisch wenn einer sich explizit auf die Regeln der Lizenz beruft die quasi vorgegeben war (hätte man auch LGPL-Patches in den Kernel aufgenommen?) und dafür dann angefeindet wird.

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    Von -.,-.,-.,-.,-.,-.,-,-,. am Mo, 5. März 2018 um 18:42 #

    Vorstehendes Zitat von klaus818:
    "Aber dass dan jemand, der dass angeht, aus den eigenen Reihen dafür angefeindet wird, einfach ekelhaft."


    Hier geht es um Grundsätzlicheres, siehe:

    http://kroah.com/log/blog/2017/10/16/
    linux-kernel-community-enforcement-statement/

    "(...) Unfortunately the same processes that we use to assure fulfillment of license obligations and availability of source code can also be used unjustly in trolling activities to extract personal monetary rewards. In particular, issues have arisen as a developer from the Netfilter community, Patrick McHardy, has sought to enforce his copyright claims in secret and for large sums of money by threatening or engaging in litigation. Some of his compliance claims are issues that should and could easily be resolved. However, he has also made claims based on ambiguities in the GPL-2.0 that no one in our community has ever considered part of compliance.

    Examples of these claims have been distributing over-the-air firmware, requiring a cell phone maker to deliver a paper copy of source code offer letter; claiming the source code server must be setup with a download speed as fast as the binary server based on the “equivalent access” language of Section 3; requiring the GPL-2.0 to be delivered in a local language; and many others.

    How he goes about this activity was recently documented very well by Heather Meeker.

    Numerous active contributors to the kernel community have tried to reach out to Patrick to have a discussion about his activities, to no response. Further, the Netfilter community suspended Patrick from contributing for violations of their principles of enforcement. The Netfilter community also published their own FAQ on this matter.

    While the kernel community has always supported enforcement efforts to bring companies into compliance, we have never even considered enforcement for the purpose of extracting monetary gain. It is not possible to know an exact figure due to the secrecy of Patrick’s actions, but we are aware of activity that has resulted in payments of at least a few million Euros. We are also aware that these actions, which have continued for at least four years, have threatened the confidence in our ecosystem.(...)"

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Von Anonymous am Mo, 5. März 2018 um 18:13 #

Wenn mir die Straßenverkehrsordnung zu kompliziert ist, dann darf ich mich halt nicht im Straßenverkehr bewegen. Habe ich noch nie gehört, dass das jemals jemand sowas vor Gericht vorgetragen hat, der mit 200 km/h durch die Stadt gefahren ist.

Wenn ich ein Werk verteile, welches auf einem anderem beruht, welches der GPL unterliegt, dann muss ich den dazugehörigen Quellcode auf Wunsch bereitstellen. Mehr muss man nicht tun. Wer dazu zu blöd ist, der soll dann bitte nicht seine Blödheit als Rechtfertigung nehmen. Der soll sich an Microsoft oder Oracle wenden, da ist das alles sehr viel einfacher...

Und ja, ich muss nicht selber betroffen sein, um das Urheberrecht einzuklagen? Von was leben denn dann bitte die ganzen Abmahnanwälte?

Die Industrie testet halt aus, wie weit man die GPL missbrauchen kann. Aber dass dan jemand, der dass angeht, aus den eigenen Reihen dafür angefeindet wird, einfach ekelhaft.

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Von cyberpatrol am Di, 6. März 2018 um 16:46 #

Vor welchem Gericht wird denn nun verhandelt? Vor dem Oberverwaltungsgericht NRW in Münster wie Pro-Linux berichtet oder vor dem OLG Köln wie heise berichtet?

Da das hier eigentlich ein zivilrechtliches Verfahren ist und nicht gegen einen Verwaltungsakt einer Behörde geklagt wurde, dürfte wohl das OLG Köln das richtige sein. Kommt noch hinzu, dass laut heise in erster Instanz vor dem LG Köln verhandelt wurde. Somit würde auch das das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster ausschließen und auf das OLG Köln deuten.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 06. Mär 2018 um 16:50.
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