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Do, 22. März 2018, 15:26

Software::Grafik

Krita 4.0 veröffentlicht

Version 4.0 des freien Malprogramms Krita ist jetzt, wesentlich später als geplant, verfügbar. Im Vergleich mit Krita 3 dürfen sich die Benutzer über zahlreiche Verbesserungen und deutlich beschleunigtes Arbeiten freuen.

Krita 4.0 kommt mit einem komplett ersetzten Vektorgrafiksystem, das anstelle des Open Document Graphics (ODG)-Standards den SVG-Standard nutzt. Dadurch wird Krita kompatibler mit anderen Anwendungen wie Inkscape. Unterstützt wird der SVG-Standard 1.1, in Zukunft soll auch SVG 2.0 unterstützt werden. Alte Krita-Dokumente mit ODG-Vektorebenen können geladen werden, werden beim Speichern aber in SVG konvertiert, so dass sie mit Krita 3.x nicht mehr geöffnet werden können. Auch die Interaktion mit Vektorobjekten wurde gründlich überarbeitet, um produktiver damit arbeiten zu können.

Das neu hinzugekommene Textwerkzeug kann zwar noch nicht mit dem vollen geplanten Funktionsumfang aufwarten, aber da ein Ersatz für das vorhandene Textwerkzeug benötigt wurde, wurde eine Teillösung als beste Option angesehen. So fehlen dem neuen Textwerkzeug noch vertikaler Text, wie für Chinesisch oder Japanisch benötigt, Optimierungen für OpenType und typografische Feineinstellungen. Auch die Oberfläche ist noch nicht vollendet. Die fehlenden Funktionen werden in Krita 4.1 und nachfolgenden Versionen nachgeliefert.

Eine weitere große Neuerung ist das Python-Plugin. Erstmals stehen damit in Krita Möglichkeiten zur Verfügung, Aktionen programmgesteuert auszuführen. Die neue Lösung enthält einen Python-Plugin-Manager und eine Reihe von vorgefertigten Skripten, die von der Gemeinschaft gewünschte Funktionalität implementieren und als Beispiele für eigene Skripte dienen können.

Das neue Farbmasken-Werkzeug ermöglicht es, mit ein paar Pinselstrichen ganze Flächen zu füllen. Das automatische Speichern im Hintergrund erfolgt nun für den Benutzer störungs- und verzögerungsfrei. Beim Speichern von Bildern warnt Krita 4.0, wenn man ein Format für die Speicherung wählt, in dem man Informationen verliert. Der Palette-Docker wurde stark verbessert, so dass es nun möglich ist, die Palette in Gruppen von Farben zu organisieren und sie mit Drag and Drop umzustellen. Ein neuer Docker ermöglicht das Laden von SVG-Symbolen, um sie mit Drag and Drop als Shapes in ein Bild zu importieren.

Der Pinsel-Editor wurde verbessert, einige Pinsel umbenannt und die Speicherungsoptionen verbessert. Zudem erhielten die Pinsel eine Vorschau, damit man sehen kann, wie sich geänderte Einstellungen auswirken. Eine wichtige Verbesserung stellen auch schnellere Reaktionen des Programms beim Zeichnen dar, was die Präzision beim Zeichnen entsprechend verbessert. So können die meisten Pixel-Pinsel-Engines jetzt mehrere Threads nutzen und gegebenenfalls alle Prozessoren des Systems auslasten. Schneller wurden auch die Gruppierung von Klecksen und die Ausgabe auf den Bildschirm bei allen Pinseln. Pinsel können zudem größer werden als in Krita 3, das Limit von 1000 Pixeln wurde aufgehoben. Außerdem wurden die Voreinstellungen der Pinsel verbessert und Benchmarks zur Ermittlung der Pinsel-Geschwindigkeit hinzugefügt.

Eine weitere Neuerung ist ein dünnes Gitter um einzelne Pixel, wenn man stark genug vergrößert. Auch das Gitterraster wurde erweitert. Es bietet jetzt die Möglichkeit einer isometrischen Ausrichtung. Neu ist auch ein Pinselwerkzeug, mit dem sich unerwünschte Objekte aus Bildern entfernen lassen, wobei der Hintergrund so angepasst wird, dass die Entfernung kaum zu erkennen ist.

Neue Filter in Krita 4.0 sind eine neue Kantenerkennung, eine Abbildung der Höhe auf ein Normal und ein verbesserter Gradientenfilter. In Dateiebenen kann man den Referenzort ändern und Ebenen können in Dateiebenen konvertiert werden. Daneben enthält die neue Version auch einen neuen Docker mit großen Buttons, der für Touchscreens gedacht ist, ein noch dunkleres Theme und weitere kleine Verbesserungen und Korrekturen. Einzelheiten kann man in den Anmerkungen zur Veröffentlichung nachlesen.

Fotostrecke: 6 Bilder

Pixel-Gitter in Krita 4.0
Live-Vorschau auf Pinsel in Krita 4.0
Isometrisches Gitter in Krita 4.0
Python-Plugin-Manager in Krita 4.0
Die Skript-Konsole von Krita 4.0
Portable Binärpakete für Linux, MS Windows und Mac OS X stehen bereit. Für Linux sind diese Pakete als AppImages erstellt. AppImages sind ein distributionsübergreifendes Format, das aus der KDE-Initiative Klik hervorgegangen ist. Allerdings lässt das AppImage momentan noch die Übersetzungen missen. Die Download-Möglichkeiten sind in der Ankündigung zu finden.

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