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Do, 29. März 2018, 12:22

Software::Netzwerk

Linux Foundation stellt Netzwerkbetriebssystem DANOS vor

Das von AT&T initiierte DANOS, ein Linux-basiertes Netzwerkbetriebssystem für Router, wird als Gemeinschaftsprojekt bei der Linux Foundation entwickelt. Die erste Code-Veröffentlichung wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Architektur von DANOS

AT&T

Architektur von DANOS

Die Linux Foundation, das Branchenkonsortium zur Förderung von Linux und gemeinschaftlicher Entwicklung, hat anlässlich der Konferenz »Open Networking Summit« das vereinheitlichte Netzwerkbetriebssystem DANOS angekündigt. Dieses System beruht auf dem Software-Framework »dNOS« von AT&T und soll eine offene, kostengünstige und flexible Alternative zu traditionellen Netzwerkbetriebssystemen werden. Abgesehen von einigen weniger erfolgreichen Versuchen, ein freies Netzwerkbetriebssystem zu etablieren, wird DANOS das erste freie Netzwerkbetriebssystem werden, das breite Unterstützung in der Branche hat und »Carrier-Grade«-Qualität erreicht. Das bedeutet, dass es eine extreme Stabilität aufweisen wird und ungeplante Ausfallzeiten höchstens einige Minuten im Jahr erreichen. Als Projekt der Linux Foundation wird es Beiträge von verschiedenen nahestehenden Open-Source-Gemeinschaften annehmen und daraus ein standardisiertes verteiltes System erstellen.

Historisch waren Netzwerkbetriebssysteme stets proprietär und sehr schwer zu entwickeln, da sie aufgrund der großen Anforderungen an Soft- und Hardware sehr komplex sind. Netzwerkbetriebssysteme laufen auf Router-Systemen, von denen alleine AT&T an die 100.000 betreibt. Die heute verfügbaren Open-Source-Technologien mit ihren teilweise sehr fortgeschrittenen Anwendungen machen es jetzt aber möglich, die proprietären Systeme zu ersetzen.

So wird auch DANOS vollständig auf verschiedenen Open-Source-Projekten beruhen. Wie einem Whitepaper von AT&T zu entnehmen ist, wird DANOS auf Linux aufbauen. Dabei bemüht sich das Projekt, möglichst nahe an den von den Distributoren ausgelieferten Systemen zu bleiben. Die Abwicklung des Netzwerktransfers wird aus Geschwindigkeitsgründen voraussichtlich mit dem Data Plane Development Kit (DPDK) erfolgen, das die Hardware-unabhängige Übertragung als Anwenderprozess durchführt und Kontextumschaltungen zwischen Kernen und Prozessen zu minimieren sucht. Auf den höheren Ebenen werden Routing-Protokolle und Verwaltungsschichten implementiert.

Das DANOS-Projekt formiert sich gerade erst und beginnt mit der Entwicklung der ersten Version des Systems. Eine erste Code-Veröffentlichung wird es erst in der zweiten Jahreshälfte geben.

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