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Di, 3. April 2018, 12:54

Gemeinschaft::Organisationen

20 Jahre: Mozilla mit erweitertem Manifest

Vor 20 Jahren gab Netscape den Quellcode des Netscape Communicator frei und legte damit den Grundstein für eine revolutionäre Entwicklung zu einem »besseren Web«. Zum Jubiläum wurde das Manifest nochmals erweitert.

Mozilla

Der 31. März 1998, bei Mozilla intern als 3/31 bezeichnet, markiert den Anfang der Arbeit an Mozilla und den daraus entstandenen Anwendungen. Mozilla selbst existierte als Organisation schon ein paar Tage länger. Die Gründung erfolgte einen Monat nach der Ankündigung von Netscape am 22. Januar 1998, den Quellcode des damals noch in Entwicklung befindlichen Communicator 5.0 freizugeben.

Netscape war zu diesem Zeitpunkt auf dem absteigenden Ast. Microsoft lieferte den Internet Explorer kostenlos und tief in Windows integriert mit, so dass der Einsatz eines alternativen, nicht kostenlosen Browsers immer weniger Interessenten fand.

Das Mozilla-Projekt kam anfangs nur langsam voran. Der von Netscape übernommene Code wurde so gründlich überarbeitet, dass vom Originalcode kaum noch etwas übrig blieb. Daher dauerte es bis Juni 2002, bis Mozilla 1.0 endlich erschien. Der Rest ist Geschichte: Mozilla selbst wurde nach Version 1.7 eingestellt, aber durch das Seamonkey-Projekt fortgeführt. Mehrere Browser entstanden auf der Basis der Rendering-Engine »Gecko«. Am erfolgreichsten wurde letztlich Firefox von Mozilla selbst.

Als Mozilla startete, gab es bereits wegweisende Open-Source-Projekte, darunter GNU, Linux und BSD, Apache, frühe Versionen von Gnome und KDE und vieles mehr. Neu war bei Mozilla die Lizenz, die Mozilla Public License (MPL), die weitreichende Rechte auch bei der Vermischung mit proprietärem Code einräumt. Da sie nicht kompatibel zur GPL ist, steht der größte Teil des Mozilla-Codes unter der Dreifachlizenz MPL, GPL und LGPL. Als »Maskottchen« diente der orangerote Tyrannosaurus Rex, auch als Eidechse bezeichnet.

Unglaublich vieles hat sich seit dem Start von Mozilla geändert. Daher wurde inzwischen nahezu jeder Aspekt von Mozilla modernisiert, so Mitchell Baker, Präsidentin von Mozilla, zum 20. Jubiläum. Mozilla will in den nächsten 20 Jahren aber noch mehr erreichen, als es in den ersten 20 erreicht hat. Zum ersten Mal seit der Einführung des Mozilla-Manifests 2007 wurde deren Text wesentlich erweitert. Mozilla fügte dem Dokument gleich vier Leitlinien hinzu, die als Einleitung zu den zehn Prinzipien dienen. Die Prinzipien selbst blieben unverändert.

Die erste der neuen Leitlinien besagt, dass sich Mozilla dafür einsetzt, dass das Internet alle Menschen gleichermaßen erreicht, also auch mit gleichen Möglichkeiten und gleicher Qualität. Das Internet soll nach Mozilla zivile Diskussionen und individuelle Ausdrucksmöglichkeiten ermöglichen und die Würde der Menschen fördern. Es soll das kritische Denken, vernunftgesteuerte Argumentation und verifizierbare Fakten fördern. Ferner soll es die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichsten Gemeinschaften zum Wohle aller ermöglichen. Das Manifest ist auch in Übersetzungen bei Mozilla nachzulesen.

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