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Di, 10. April 2018, 12:30

Software::Grafik

Wayland 1.15 und Weston 4.0 freigegeben

Acht Monate nach Version 1.14 ist jetzt Wayland in Version 1.15 erschienen. Zugleich wurde Weston in Version 4.0 veröffentlicht. Wayland 1.15 enthält die von Mesa übernommene Bibliothek libwayland-egl und kleinere Erweiterungen, Weston 4.0 vor allem Unterstützung für das atomare Umschalten des Grafikmodus und das input-timestamps-Protokoll.

wayland.freedesktop.org

Wayland ist ein Protokoll zwischen Compositor und Client-Applikationen sowie die entsprechende Implementation als C-Bibliothek. Der Compositor kann dabei ein eigenständiger Display-Server sein, wie der vom Projekt entwickelte Referenz-Compositor Weston, eine X-Anwendung oder ein Wayland-Client. Die Clients können traditionelle Anwendungen, X-Server oder andere Display-Server sein. Wayland bildet zusammen mit einem Compositor ein vollständiges Fenstersystem, das X in einigen Bereichen ablösen könnte. Einige Linux-Distributionen stellen bereits auf Wayland beruhende Desktopumgebungen bereit, meist aber nur zum Ausprobieren. Weiter ist unter anderem bereits Fedora, das seit Fedora 25 die Gnome-Desktopumgebung unter Wayland laufen lässt. In Fedora zeigte sich auch, dass es in Wayland mit der Qualität der Treiber, aber auch mit der Umsetzung in den Anwendungen, noch hapert, obwohl Wayland selbst bereits stabil ist. Die Verwendung von X ist aber weiterhin möglich und X wird auch nicht verschwinden.

Die Änderungen in Wayland 1.15 kann man in der Ankündigung der neuen Version nachlesen. Die größten Neuerungen sind eine neue Funktion wl_display_destroy_clients, mit der Kompositoren beim Beenden von Anwendungen besser aufräumen können, und die Bibliothek libwayland-egl. Diese wurde aus dem Mesa-Projekt übernommen und soll in absehbarer Zeit aus Mesa verschwinden.

Bei der Funktion wl_subcompositor.get_subsurface wurde jetzt explizit dokumentiert, dass sie doppelte Pufferung verwendet. Dieser Punkt war zuvor unklar gewesen und stellte daher ein kleines Problem für die Entwickler von Kompositoren dar. Außerdem kann wayland-scanner nun entweder öffentliche oder private Symbole generieren. Die alte Kommandozeilenoption code gibt nun eine Warnung aus und eine neue Option --strict bricht die Generierung bei einem DTD-Validierungsfehler sofort ab. Eine weitere Neuerung ist, dass die Umgebungsvariable WAYLAND_DISPLAY absolute Pfade enthalten darf.

Der Referenz-Compositor Weston wurde gleichzeitig mit Wayland 1.15 in Version 4.0 freigegeben. Weston 4.0 verbessert gegenüber 3.0 zahlreiche Dinge und enthält eine große Zahl von Korrekturen. Eine von zwei größeren Änderungen ist die Unterstützung für das input-timestamps-Protokoll. Das Protokoll ermöglicht es Anwendungen, sich hoch aufgelöste Zeitstempel zu Ereignissen liefern zu lassen. Die Unterstützung von xdg-shell-v5 wurde entfernt.

Die zweite wichtige Änderung ist, wie neulich beschrieben, eine erste Unterstützung für das atomare Umschalten des Grafikmodus. Weston kann dies nun nutzen, um Overlay-Ebenen ohne Zuhilfenahme der GPU zu verarbeiten, was Energie sparen und die Bildqualität verbessern kann.

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