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Do, 19. April 2018, 12:12

Software::Distributionen::Debian

Chris Lamb erneut zum Debian-Projektleiter gewählt

Chris Lamb wurde zum zweiten Mal zum Debian-Projektleiter gewählt. Das ergab die jetzt beendete Wahl unter den Debian-Mitgliedern. Da sich keine weiteren Projektmitglieder zu einer Kandidatur bereiterklärten, war seine Wiederwahl so gut wie sicher.

Software in the Public Interest (SPI)

Vor einem Jahr trat Chris Lamb zum ersten Mal als Kandidat für das Amt des Debian-Projektleiters gegen den amtierenden Projektleiter Mehdi Dogguy an und wurde gewählt. In diesem Jahr kandidierte er erneut. Da sich keine weiteren Kandidaten aufstellen lassen wollten, war Lambs Wiederwahl letztlich nur Formsache. Wie Debian-Projektsekretär Kurt Roeckx bekannt gab, wurde die Mindestzahl an Stimmen für eine gültige Wahl, das Quorum, erreicht. Fast alle Wähler stimmten für Lamb, nur 14 gegen ihn. Die Wahlbeteiligung bei den 1001 wahlberechtigten Debian-Mitgliedern lag, wohl auch bedingt durch das absehbare Ergebnis, bei nur 33,3 Prozent. Das ist die drittniedrigste Beteiligung bisher, nur in den beiden Jahren zuvor lag sie niedriger. Diese Zahlen spiegeln einen langjährigen Trend abnehmender Beteiligung wider. Das könnte allerdings damit zusammenhängen, dass der Projektleiter hauptsächlich mit repräsentativen und administrativen Aufgaben befasst ist und viele Entwickler keinen Unterschied darin sehen, wer das Amt ausübt. Details der Abstimmung sind auf der Webseite verfügbar.

In seiner Wahlplattform schreibt Chris Lamb, dass er an seinem Ziel festhalte, Debian bekannter und für bisher Außenstehende attraktiver zu machen. Er sieht Debian trotz einzelner Probleme auf einem guten Weg und will keine großen Änderungen vornehmen. Als Projektleiter versah der 32-jährige Engländer, der als freiberuflicher Entwickler arbeitet, sein Amt bisher recht unauffällig, er repräsentierte Debian in zahlreichen Interviews und Vorträgen und erledigte die üblichen Verwaltungsarbeiten. Als Entwickler war er zudem für die reproduzierbaren Builds recht aktiv. Lambs zweite Amtszeit begann bereits am 17. April.

Debian-Projektleiter ist nicht unbedingt das dankbarste Amt. Es ist wie alle Posten in Debian ehrenamtlich und mit viel Zeitaufwand verbunden. Der Debian-Projektleiter bestimmt ein Jahr lang die Richtlinien des Projekts und füllt damit eine ähnliche Rolle aus wie ein Regierungschef. Er trifft personelle und finanzielle Entscheidungen, aber keine technischen. Technische Fragen werden von den zuständigen Entwicklern angegangen, und nur in seltenen Streitfällen entscheidet das Technische Komitee. Eine der wichtigsten Aufgaben des Projektleiters ist die Repräsentation des Projekts nach außen, unter anderem in Vorträgen, Interviews und Gesprächen mit Kooperationspartnern. Der Projektleiter kann zudem Aufgaben an Freiwillige delegieren und andere Entwickler mit entsprechenden Vollmachten ausstatten.

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