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Di, 8. Mai 2018, 14:38

Gemeinschaft::Lizenzen

Red Hat ruft zur Beteiligung am GPL Cooperation Commitment auf

Im Rahmen der Initiative Open Source Licensing, die die rechtliche Sicherheit bei der Nutzung von GPL-Software erhöhen will, ruft Red Hat nun alle Open-Source-Entwickler und Unterstützer zum Unterzeichnen des GPL Cooperation Commitment auf.

Mirko Lindner

Im November 2017 hatten Red Hat, Facebook, Google und IBM eine Initiative gegründet, die es Unternehmen leichter machen soll, Verstöße gegen Lizenzen zu beheben. Anlass waren problematische Bestimmungen der GPLv2 und der LGPLv2.1 - dort wurde vergessen, die erneute Erteilung einer Lizenz nach der Behebung eines Lizenzverstoßes zu regeln.

Die GNU General Public License (GPL) und die GNU Lesser General Public License (LGPL) gehören zu den meistgenutzten freien Lizenzen. Bedeutende Teile des ganzen Linux-Ökosystems stehen unter diesen Lizenzen, insbesondere steht der Kernel komplett unter der GPLv2. Wer gegen diese Lizenzen verstößt, verliert das Recht, die betreffende Software weiter zu nutzen. So steht es ausdrücklich in den Lizenztexten. Die 2007 eingeführten GPLv3 und LGPLv3 sehen nun vor, dass das Nutzungsrecht automatisch wieder hergestellt wird, sobald der Lizenzverletzer die Verstöße behoben hat. Nach Meinung von Red Hat und anderen ist dies ein vernünftiger Ansatz, zumal Verstöße oftmals nicht absichtlich erfolgen. Die Bestimmungen erlauben es, die Einhaltung von Lizenzen zu erzwingen, wenn nötig, und dabei im Einklang mit den Normen der Gemeinschaft zu bleiben.

Die GPLv2 und verwandte Lizenzen sehen dagegen keine automatische Wiederherstellung der Rechte vor. Daher hatten Red Hat, Facebook, Google und IBM eine Erklärung abgegeben, dass sie die Bestimmungen der GPLv3 künftig auch auf Software anwenden, die unter der GPLv2, LGPLv2.1 oder LGPLv2 steht. Die genaue Formulierung ist bei Red Hat nachzulesen, die anderen beteiligten Unternehmen haben äquivalente Formulierungen online gestellt.

Der Standpunkt von Red Hat ist, dass die Verfolgung von Lizenzverletzungen unter fairen Bedingungen erfolgen sollte und auch nur dann, wenn das schließlich zu einer größeren Nutzung von freier Software und neuen Beiträgen führen wird. Verfolgungen von Verstößen aus Profitgründen oder in Fällen, die der Gemeinschaft mehr Schaden als Nutzen bringen, werden abgelehnt. Vorbilder für die Erklärung waren die zuvor geschaffene Erklärung zur GPL-Durchsetzung im Kernel und die Prinzipien der Software Freedom Conservancy zur GPL-Durchsetzung.

Der Erklärung ist allerdings auf die beteiligten Unternehmen beschränkt. Wenn ein Lizenzverletzer von einer anderen Organisation oder Person verklagt wird, kann sie nicht helfen. Nachdem im März der Linux-Distributor Suse sowie CA Technologies, Cisco, HPE, Microsoft und SAP der Initiative beigetreten sind, richtet Red Hat jetzt sein Augenmerk auf die einzelnen Open-Source-Entwickler und Unterstützer und ruft alle dazu auf, sich der Erklärung anschließen. Dazu wurde auf Github eine Seite zum GPL Cooperation Commitment geschaffen, auf der man sich eintragen und somit signalisieren kann, dass eigener Code, der unter der GPLv2 oder der LGPLv2.1 steht - auch zukünftiger Code - in den angesprochenen Punkten der GPLv3 folgt. Durch die öffentliche Bekanntgabe, dass man sich der Erklärung anschließt, wird, anders als wenn man es nur in seinem Projekt tut, die Initiative unterstützt und ihre Bekanntheit erhöht.

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