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Mi, 30. Mai 2018, 12:05

Gesellschaft::Politik/Recht

Mozilla setzt sich für »Geräteneutralität« ein

Eine Studie aus Frankreich beschreibt, wie Beschränkungen auf Geräten und Betriebssystemen die Realisierung eines wirklich offenen Internets verhindern, und leitet daraus Anforderungen an die Hersteller ab. Mozilla unterstützt und erweitert diese Forderungen.

Mozilla

Im Februar 2018 veröffentlichte die französische Regulierungsbehörde ARCEP einen Bericht (PDF), wie wie Beschränkungen auf Geräten, in Browsern und Betriebssystemen verhindern, dass das Internet tatsächlich offen ist. Im März 2018 folgte ein in eine ähnliche Richtung gehender Bericht des »Body of European Regulators for Electronic Communications (BEREC)«, der beschrieb, wie die Geräte die freie Wahl der Benutzer beeinträchtigen, und feststellte, dass Hersteller, die über ausreichende Marktmacht verfügen, ein starkes Interesse daran haben, die Benutzung des Internets weniger offen zu machen. Beispiele dafür sind vorinstallierte Apps, die Dienste dieser Anbieter ansteuern und sich nicht deinstallieren lassen, Benachteiligung von alternativen Apps in App-Stores, Einschränkung der Gerätefunktionen und Schnittstellen für Konkurrenten, Warnung vor alternativen App-Stores und fehlende Transparenz in App-Bewertungen in den Stores.

Laut Mozilla sollten folgende vier Prinzipien allgemein gelten. Anwendungen dürfen nicht daran gehindert werden, ein vollwertiger Ersatz für die Standardanwendungen zu werden. Die Benutzer sollten zwar über die Risiken für die Privatsphäre bei der Nutzung alternativer App-Stores informiert werden, aber nur dann, wenn diese Warnungen spezifisch sind. Pauschale Warnungen seien nicht angebracht. Die Bewertung der Apps in App-Stores sollte mit mehr Transparenz einhergehen. Dabei genügt es aber nicht, wie von ARCEP formuliert, nur die Algorithmen darzulegen. Die letzte Forderung besagt, dass der Zugriff auf Gerätefunktionen und Programmierschnittstellen nicht eingeschränkt werden darf.

In der von Mozilla veröffentlichten Mitteilung wird auf die Vorschläge der ARCEP genauer eingegangen. Mozilla unterstützt diese Vorschläge weitgehend und erweitert sie noch. Anders als ARCEP hat für Mozilla das Thema aber nichts mit Netzneutralität zu tun.

Noch ist nichts darüber bekannt, ob die Regulierungsbehörden aus den Berichten Regulierungen machen und die aufgestellten Forderungen in Gesetze oder Verordnungen umsetzen. Mozilla hält diese Richtlinien für notwendig, damit die Hersteller die Innovation nicht einschränken können und der für jeden gleichberechtigte Zugang zum Internet gewahrt bleibt oder überhaupt erst zustande kommt. Der Bericht von ARCEP ist für Mozilla ein guter erster Schritt dahin.

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