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Fr, 1. Juni 2018, 09:48

Hardware::Systeme

Linux-basierte »Atari VCS« kann vorbestellt werden

Atari hat den Vorverkauf seiner Linux-basierten Spielekonsole »Atari VCS« gestartet. Zudem hat das Unternehmen die Spezifikation des Geräts bekannt gegeben, das nun unter anderem über eine Bristol Ridge A1 CPU und Radeon R7 GPU verfügen wird.

Atari VCS

Atari

Atari VCS

Das Atari Video Computer System (Atari VCS), das später in Atari VCS 2600 bzw. Atari 2600 umbenannt wurde, war eine Spielkonsole, die erstmals 1977 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und seinerzeit die Spielewelt revolutionierte. Unter anderem trennte das System Hard- und Software. Im Gegensatz zu den rein festverdrahteten Geräten setzte die Konsole auf ein Speichermodul, das in den Schacht auf dem Gerät gesteckt wurde und Atari VCS zu einer universellen Spieleplattform machte. Die leichte Bedienbarkeit, ein üppiges Angebot an Spielen und der relativ kleine Preis verhalfen Atari deshalb, »Atari VCS« zu einem Massenerfolg zu machen. Mit etwa 30 Millionen weltweit verkauften Exemplaren war das System die erfolgreichste Spielkonsole ihrer Zeit.

Ganze 40 Jahre nach dem Erscheinen des Originals will es Atari offenbar noch einmal wissen und hat laut eigener Aussage das Beste aus Retro und Moderne miteinander vereint. Unter dem Namen »Atari VCS« erscheint nun eine Konsole, die ihre Wurzel – zumindest optisch – nicht maskieren will. Das im alten VCS-Design mit seiner klassischen Holzoptik konzipierte System erinnert nicht von ungefähr an seinen Vorgänger. Auch der über Bluetooth bzw. USB angeschlossene Joystick und die Verfügbarkeit mehr als hundert klassischer Atari-Spiele werden die Herzen der Nostalgiker schneller schlagen lassen. Denn eine Sache sollte klar sein – Atari VCS will durch die Schlichtheit der vergangenen Tage nicht unbedingt die Power-Gamer ansprechen.

Doch nicht nur Retro-Freunde sollen bei der neuen Atari VCS auf ihre Kosten kommen, sondern auch technikversierte Spieler. Im Inneren der ca. 37 x 13 x 4 cm großen Konsole, die gerade einmmal ein Kilo wiegen soll, werkelt eine Bristol Ridge A1 CPU mit einer Radeon R7 GPU, denen 4 GB DDR4 RAM zur Seite stehen. Für die Datenablage sorgen eine 32 GB große eMMC, Anschlüsse an eine externe Festplatte und sowie SD-Karte sowie eine Online-Ablage. Die Steuerung soll wahlweise über einen Controller oder über Sprache erfolgen. Dafür hat Atari dem Gerät einen Mikrofon-Array an der Frontseite der Box spendiert. Als Betriebssystem kommt Ubuntu mit Linux 4.10 zu Einsatz. Laut Aussage von Atari soll das Betriebssystem sich leicht anpassen und an die eigenen Bedürfnisse optimieren lassen. Auch die Installation von eigenen Anwendungen soll möglich sein.

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Atari VCS
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Ob Atari nun mit der Reinkarnation der Konsole die Spielewelt revolutionieren wird, darf bezweifelt werden – zu groß ist die Dominanz der Platzhirsche. Vorsorglich hat der Hersteller deshalb verkündet, nicht in direkte Konkurrenz zu Microsoft, Nintendo und Sony treten zu wollen, sondern vielmehr kleine Entwicklerstudios oder unabhängige Entwickler anzusprechen. Dazu zählen aber auch Heimanwender, die eigene Spiele unter Linux erstellen und für die Konsole veröffentlichen wollen.

Ob das Konzept aufgeht, werden die Zeit und die kommenden Ankündigungen zeigen. Denn fertig ist die Konsole noch nicht. Laut Atari befindet sich das Gerät in einem Prototypenstatus – ein zweiter Prototyp soll im dritten Quartal dieses Jahres kommen. Mit einer Veröffentlichung sollte deshalb erst im kommenden Jahr gerechnet werden. Wer sich allerdings schon jetzt ein Exemplar sichern will und zu den ersten gehören möchte, die bei der Auslieferung bedient werden, kann das Gerät in einer Vorbestellungsaktion ordern. »Atari VCS« ist dann in verschiedenen Varianten verfügbar, wobei die günstigste aus dem reinen Gerät besteht und 199 US-Dollar kostet. Die mit Holzblende ausgestattete »Collectors Edition« kostet 339 US-Dollar und bringt einen Joystick und einen Controller mit.

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