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Di, 19. Juni 2018, 11:54

Gemeinschaft::Lizenzen

GPL Cooperation Commitment für alle neuen Red Hat-Projekte verpflichtend

Im Rahmen der Initiative Open Source Licensing, die die rechtliche Sicherheit bei der Nutzung von GPL-Software erhöhen will, haben Red Hat und einige der von Red Hat kontrollierten Projekte bereits das GPL Cooperation Commitment in Kraft gesetzt. Ab jetzt ist dies verpflichtend für alle neuen Red Hat-Projekte, die die GPLv2 oder LGPLv2.1 als Lizenz wählen.

Red Hat

Im November 2017 hatten Red Hat, Facebook, Google und IBM eine Initiative gegründet, die es Unternehmen leichter machen soll, Verstöße gegen Lizenzen zu beheben. Anlass waren problematische Bestimmungen der GPLv2 und der LGPLv2.1 - dort wurde vergessen, die erneute Erteilung einer Lizenz nach der Behebung eines Lizenzverstoßes zu regeln.

Die GNU General Public License (GPL) und die GNU Lesser General Public License (LGPL) gehören zu den meistgenutzten freien Lizenzen. Bedeutende Teile des ganzen Linux-Ökosystems stehen unter diesen Lizenzen, insbesondere steht der Kernel komplett unter der GPLv2. Wer gegen diese Lizenzen verstößt, verliert das Recht, die betreffende Software weiter zu nutzen. So steht es ausdrücklich in den Lizenztexten. Die 2007 eingeführten GPLv3 und LGPLv3 sehen nun vor, dass das Nutzungsrecht automatisch wieder hergestellt wird, sobald der Lizenzverletzer die Verstöße behoben hat. Nach Meinung von Red Hat und anderen ist dies ein vernünftiger Ansatz, zumal Verstöße oftmals nicht absichtlich erfolgen. Die Bestimmungen erlauben es, die Einhaltung von Lizenzen zu erzwingen, wenn nötig, und dabei im Einklang mit den Normen der Gemeinschaft zu bleiben.

Die GPLv2 und verwandte Lizenzen sehen dagegen keine automatische Wiederherstellung der Rechte vor. Die FSF hat keine Anpassung dieser Lizenzen vorgenommen, die die Bestimmungen an diejenigen der GPLv3 angleichen würde. Stattdessen empfiehlt sie in der Regel, zur GPLv3 oder LGPLv3 zu wechseln. Das ist jedoch laut Red Hat nicht immer praktikabel. Daher hatten Red Hat, Facebook, Google und IBM eine Erklärung abgegeben, dass sie die Bestimmungen der GPLv3 künftig auch auf Software anwenden, die unter der GPLv2, LGPLv2.1 oder LGPLv2 steht. Die genaue Formulierung ist bei Red Hat nachzulesen, die anderen beteiligten Unternehmen haben äquivalente Formulierungen online gestellt.

Der Standpunkt von Red Hat ist, dass die Verfolgung von Lizenzverletzungen unter fairen Bedingungen erfolgen sollte und auch nur dann, wenn das schließlich zu einer größeren Nutzung von freier Software und neuen Beiträgen führen wird. Verfolgungen von Verstößen aus Profitgründen oder in Fällen, die der Gemeinschaft mehr Schaden als Nutzen bringen, werden abgelehnt. Vorbilder für die Erklärung waren die zuvor geschaffene Erklärung zur GPL-Durchsetzung im Kernel und die Prinzipien der Software Freedom Conservancy zur GPL-Durchsetzung.

Der Erklärung ist allerdings auf die beteiligten Unternehmen beschränkt. Wenn ein Lizenzverletzer von einer anderen Organisation oder Person verklagt wird, kann sie nicht helfen. Etliche Unternehmen sind inzwischen der Initiative beigetreten, und auch Open-Source-Entwickler und Unterstützer sind dazu aufgerufen. Red Hat selbst hat nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für einige seiner eigenen Projekte die Erklärung in Kraft gesetzt. Jetzt geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter und fordert, dass alle neuen Projekte, die von Red Hat initiiert werden und die GPLv2 oder LGPLv2.1 als Lizenz wählen, die Erklärung unterstützen. Laut einer aktuellen Meldung haben Red Hat-Projekte wie WildFly, GlusterFS und Pulp die Erklärung angenommen. Mit vielen anderen Projekten wie Anaconda, Candlepin, Cockpit und Koji ist Red Hat im Gespräch, um die Lizenzerweiterung einzuleiten. Der aktuelle Blog-Beitrag dazu erläutert auch noch einmal die Hintergründe und die historische Entwicklung der Lizenz.

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