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Di, 19. Juni 2018, 14:34

Software::Distributionen::BSD::FreeBSD

Alles Gute - 25 Jahre FreeBSD

Am 19. Juni 1993, also vor exakt 25 Jahren, wurde der Name FreeBSD für das aus 386BSD hervorgegangene Projekt geprägt.

FreeBSD

FreeBSD ist ein freies UNIX-ähnliches System, das aus 386BSD hervorging. 386BSD wurde von Bill und Lynne Jolitz aus den frei verfügbaren Quellen von 4.3BSD (4.3 stellte die Versionsnummer dar) entwickelt. Nachdem im Juli 1992 Version 0.1 veröffentlicht war, trugen zahlreiche Entwickler Patches zu dem System bei, die jedoch immer langsamer integriert wurden. Aus dieser frustrierenden Situation entstanden FreeBSD (und fast gleichzeitig NetBSD). NetBSD gründete sich als auf Portablilität bedachtes freies System, während FreeBSD sich zuerst auf die x86-Architektur beschränkte, bis später weitere hinzukamen.

Nachdem die Unix System Laboratories begannen, die Anbieter von BSD-Software aufgrund von Lizenzverletzungen zu verklagen, galt 386BSD als Basis von FreeBSD nicht mehr als frei genug. Das System wurde auf das freie 4.4BSDLite umgestellt und im November 1994 als FreeBSD 2.0 veröffentlicht. Seit dieser Zeit wird das System stetig erweitert, und das Projekt ist auf mehrere hundert Mitarbeiter angewachsen.

FreeBSD

Zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen wurden über die Jahre in FreeBSD eingebaut, beispielsweise im Massenspeicher-, Netzwerk- und Virtualisierungsbereich und bei der SMP-Skalierbarkeit. Besonders stark war FreeBSD stets im Server- und Netzwerkbereich. Es stehen verschiedene Netfilter-Implementationen zur Verfügung. Windows-Netzwerktreiber können über die NDIS-Schnittstelle verwendet werden, wenn kein nativer freier Treiber verfügbar ist.

Wie alle BSD-Systeme besitzt FreeBSD ein Ports-System. Es ist bei FreeBSD besonders umfangreich und umfasst bereits über 31.000 Pakete. Eine Linux-Emulationsschicht ermöglicht das Ausführen der meisten Linux-Programme, die nicht direkt für FreeBSD verfügbar sind.

Stabilität war immer einer der wichtigsten Aspekte von FreeBSD. Neue Funktionen werden erst in die stabile Version übernommen, wenn sie fertig sind. Feste Veröffentlichungstermine sind FreeBSD fremd. Neue Versionen werden erst veröffentlicht, wenn sie von den Entwicklern als ausreichend fehlerfrei angesehen werden. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass eine neue Version von FreeBSD Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin erscheint. Aktuell ist die Version 11.1 von Juli 2017. Version 11.2 steht kurz bevor und die nächste Version 12.0 ist parallel in Arbeit, hat allerdings noch keinen Veröffentlichungstermin - Mitte 2019 dürfte der frühestmögliche Zeitpunkt sein.

Während die FreeBSD-Entwickler mit ihrem System nie auf den Desktop drängten, war und ist FreeBSD im Server-Bereich durchaus erfolgreich. Für den Desktop sorgten dann Forks wie TrueOS, das jetzt Projekt Trident werden soll. Allerdings bringt auch FreeBSD selbst inzwischen eine durchaus gute Desktop-Ausstattung mit. Verschiedene andere Abspaltungen von FreeBSD sind im Laufe der Jahre entstanden, darunter als wohl bekannteste Mac OS X/Darwin, DragonFly BSD sowie mehrere für NAS oder Firewalls optimierte Systeme wie FreeNAS, Monowall und pfSense. Auch die Sony Playstation 4 soll auf FreeBSD beruhen.

Den heutigen 19. Juni hat die FreeBSD Foundation zum nationalen FreeBSD-Tag ausgerufen und macht Vorschläge zum Feiern dieses Geburtstags, beispielsweise Installationspartys. Die Benutzer können auch Erfolgsgeschichten an die Foundation senden oder eine Spende leisten, mit der die Foundation ihrem diesjährigen Spendenziel von 1,25 Mio. US-Dollar näherkommt.

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