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Mo, 2. Juli 2018, 09:37

Software::Virtualisierung

Collabora debos: Einfache Einrichtung von Disk-Images

Collabora hat ein neues Werkzeug »debos« geschaffen, um Disk-Images für virtuelle Maschinen und Container auf Debian-Basis zu erstellen. Debos automatisiert nicht nur die Erstellung, sondern auch die anschließende Konfiguration des Abbilds.

Mirko Lindner

In Debian und seinen Derivaten gibt es schon jetzt eine Reihe von Möglichkeiten, Disk-Images zu erzeugen. Das meistgenutzte Werkzeug dafür dürfte debootstrap sein. Dieses Programm lädt die Debian-Pakete für ein Minimalsystem herunter und entpackt sie in einem Verzeichnis. In dieses Verzeichnis kann man mit chroot wechseln und es wie ein Debian-System nutzen.

Meist will man das resultierende Image (das gar keines ist, sondern lediglich ein Verzeichnis) anschließend noch anpassen, beispielsweise durch das Hinzufügen von weiteren Paketen oder Dateien. Mit debos (Debian OS Builder), das von Collabora jetzt vorgestellt wurde, wird das laut den Autoren einfacher. Mit einem einzigen Aufruf von debos lässt sich das Image komplett installieren und beliebige Kommandos lassen sich im Anschluss ausführen.

debos verwendet dafür Dateien im YAML-Format, die das Rezept zum Erstellen des Images enthalten. Auch das endgültige Ausgabeformat kann gewählt werden. Anders als debootstrap und andere Werkzeuge muss debos nicht als Root laufen. Trotzdem kann es Aktionen ausführen, die im Zielsystem Root-Rechte benötigen. Das wird durch die Bibliothek fakemachine ermöglicht, die qemu-system verwendet. Der Benutzer muss dazu lediglich Zugriffsrechte auf /dev/kvm besitzen.

Von debootstrap hat debos die Fähigkeit geerbt, jede Debian-Suite (einschließlich aller Derivate) und alle Architekturen zu installieren. Das Image kann als Verzeichnisstruktur, Tar-Archiv, Disk-Image mit Partitionstabelle, OSTree und anderes erstellt werden. Es hat viele Ähnlichkeiten mit virt-builder, wobei letzteres allerdings nur Disk-Images, keine Verzeichnisse erstellen kann. Debos ist in Go geschrieben und im Quellcode auf Github verfügbar. Es steht unter Apache 2.0-Lizenz. Version 1.0.0 wurde bereits im August 2017 freigegeben. Seither gab es etliche Änderungen, aber keine offizielle neue Version.

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