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Do, 2. August 2018, 14:00

Software::Container

Container knabbern am Markt für virtuelle Maschinen

Eine Studie von Diamanti ergab, dass seit dem Aufkommen von Docker die Nutzung von Containern rasant steigt, was den Markt für virtuelle Maschinen langfristig schrumpfen lassen wird. Das Jahr 2018 ist für Container offenbar das Jahr, das den großen Durchbruch bringt.

Container

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Seit dem Aufkommen von Docker vor gerade einmal drei Jahren ist die Nutzung von Containern rasant im Wachstum begriffen. Die Container-Technologie selbst gibt es bereits seit mehr als einer Dekade, doch mit Docker und neueren Linux-Kernel-Versionen wurde sie weithin verfügbar und führt zur Zeit nach Ansicht von Diamanti zu einer Transformation der Erstellung von Anwendungen. Diamanti ist selbst ein Anbieter von Containern, die direkt auf der Hardware laufen (mit Docker und Kubernetes). Das Unternehmen hat nun die Ergebnisse einer Umfrage (PDF) vorgestellt, die den Einsatz von Containern in Unternehmen beleuchtet. Für die Studie wurden 576 Manager befragt.

Noch ist die Verwendung von Containern in Unternehmen eher gering, sie liegt bei 12 Prozent. Doch 47% der Teilnehmer der Umfrage gaben an, noch in diesem Jahr Container in einer produktiven Umgebung zum Einsatz bringen zu wollen, was bedeutet, dass sie entsprechende Tests bereits laufen haben müssen. 41% planen noch keinen Container-Einsatz dieses Jahr. Dies ist wohl das erste Mal, dass die Zahl derer, die den Container-Einsatz in diesem Jahr planen, über denen liegt, die es noch nicht vorhaben.

Hinter dem Schwenk zu Containern stehen in der Mehrzahl der Fälle die Plattform-Architekten (22%) oder die Entwickler (21,5%). Generell stecken die Unternehmen eher wenig Geld in innovative Technologien, wenn sie nicht müssen. 50% wollen 2018 weniger als 50.000 US-Dollar (USD) für Container-Technologien ausgeben. Bei einem Sechstel werden es 50.000 bis 100.000 USD sein, beim verbleibenden Drittel über 100.000 USD.

Container werden, für Diamanti überraschend, für verschiedene Szenarien eingesetzt, wobei Cloud-native Anwendungen mit 54% führen. Aber auch leichtgewichtige zustandslose Anwendungen (39%), Cloud-Migrationen (32%), Modernisierung von alten Anwendungen (31%), Datenbanken (30%) und Anwendungen mit persistentem Speicher (21%) wurden häufig genannt (Mehrfachnennungen waren möglich). Die nötigen Kenntnisse für Container sind in vielen Unternehmen noch nicht ausreichend vorhanden, aber nur 16% der Teilnehmer sehen darin ein größeres Problem.

Docker und Kubernetes sind die am häufigsten eingesetzten Container-Technologien, und zwar mit deutlichem Abstand. Red Hat OpenShift wird an dritter Stelle genannt, beruht aber auf den beiden ersteren. 44% nutzen direkt Open-Source-Technologien, während sich der Rest auf Anbieter oder Dienstleister verlässt. Wenn der Einsatz von Containern zunimmt, muss wohl etwas anderes dafür weichen. 40% glauben, dass VMware am meisten zu verlieren hat, 20% nehmen das für die Microsoft-Plattform an. Andererseits glauben auch 36%, gleichauf mit Google, das Microsoft am meisten von Containern profitieren kann, bei Docker sind es 50% und bei Amazon Web Services 70% (Mehrfachnennungen waren möglich).

59% planen, Container in virtuellen Maschinen einzusetzen, knapp 39% in öffentlichen Clouds, 38% in privaten Clouds, 20% direkt auf der Hardware und 18% in einer PaaS-Umgebung. Diamanti hält natürlich die eigene Lösung, die Container direkt auf der Hardware einsetzt, für die bessere und kostengünstigere. So gelten weitere Fragen auch den Kosten, die VMware-Lizenzen verursachen. Sie liegen bei 55% der Teilnehmer über 100.000 USD im Jahr und 44% planen, virtuelle Maschinen durch Container zu ersetzen oder haben es bereits hinter sich. Allerdings stehen nicht die Lizenzkosten, sondern der Verwaltungsaufwand an erster Stelle der Gründe für die Umstellung, auch wenn die Kosten eine Rolle spielen.

Virtuelle Maschinen werden also an Bedeutung verlieren, meint Diamanti. Aber natürlich werden sie nicht ganz verschwinden und der aktuelle Umbruch wird sich noch über Jahre erstrecken.

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