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Di, 7. August 2018, 11:13

Software::Systemverwaltung

3D-Drucker Motedis XYZ nicht mehr offen

Die »Open Source Hardware Association« sah sich erstmals gezwungen, ihren Statuten folgend eine Zertifizierung zurückzuziehen. Betroffen ist der 3D-Drucker Motedis XYZ. 

OSHWA

Die »Open Source Hardware Association« (OSHWA) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Zertifizierung von Open-Source-Hardware einsetzt. Sie will als Drehscheibe für Open-Source-Hardware aller Art fungieren und aktiv mit anderen Initiativen wie der »TAPR Open Hardware License«, Open-Source-Entwicklungsgruppen am CERN und der »Open Source Initiative« (OSI) zusammenarbeiten.

Erstmals seit der Gründung im Jahr 2006 sah sich OSHWA kürzlich gezwungen, eine Zertifizierung zurückzuziehen. Betroffen davon ist der 3D-Drucker-Bausatz Motedis XYZ. Der Grund für den Widerruf ist die nicht mehr öffentlich zugängliche Dokumentation.

Darauf machte ein Nutzer die OSHWA kürzlich aufmerksam. Der Versuch seitens OSHWA, den Hersteller Motedis diesbezüglich über die in der Zertifizierung angegebene Kontaktperson zu kontaktieren verlief erfolglos. Einer der Grundsätze von OSHWA ist jedoch, das für ein zertifiziertes Projekt Dokumentationsmaterial öffentlich zugänglich sein muss.

Damit so etwas sich nicht wiederholt, macht man sich bei OSHWA jetzt Gedanken, wie das zu verhindern ist. Die Regeln der Zertifizierung verlangen, dass bei der Beantragung die Dokumentation des Projekts öffentlich zugänglich ist. Hierzu reicht ein Verweis auf den Ablageort der Dokumentation. Dies gilt jedoch nicht für alle Zukunft, da dies als zu große Bürde angesehen wird.

Als das Zertifizierungsprogramm entwickelt wurde, gab es eine Debatte darüber, ob OSHWA versuchen sollte, ein Repository der gesamten zertifizierten Hardware zu hosten oder nicht. Ein Vorteil einer solchen zentralen Ablage wäre gewesen, dass die OSHWA selbst Archivkopien der Dokumentation pflegen könnte. Dieser Ansatz ist aber mit Kosten verbunden. Die Entwicklung und Wartung einer funktionsübergreifenden Dokumentations-Hosting-Lösung wurde als außerhalb der Kernkompetenz von OSHWA angesehen.

OSHWA hält diesen dezentralen Ansatz weiterhin für richtig. Angesichts der Ereignisse hat OSHWA aber begonnen, einen Prozess zu untersuchen, der es ermöglichen würde, eine Version der gesamten Dokumentation zu archivieren. Dieses Archiv sollte nur dann zur Anwendung kommen, wenn die Originaldokumentation nicht mehr verfügbar ist. Das würde es den Nutzern von Hardware ermöglichen, auf die Dokumentation zuzugreifen, auch wenn der Verantwortliche sie nicht mehr als offen unterstützt.

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