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Di, 28. August 2018, 13:37

Software::Kernel

Hartman: Welche Kernel-Version die Anwender nutzen sollten

Greg Kroah-Hartman hat in einem Blog-Beitrag erläutert, welche Kernel-Version für verschiedene Anwender im Allgemeinen die beste ist.

Greg Kroah-Hartman

Wikipedia

Greg Kroah-Hartman

Linux-Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman ist unter anderem für die Pflege der älteren Kernel-Versionen zuständig, die als »stabile Kernel« deklariert sind. Die meisten Kernel-Versionen werden von ihm für etwa drei Monate aktualisiert, bis die nachfolgende Kernel-Version ein paar Wochen alt ist. Einzelne ausgewählte Kernel-Versionen werden allerdings länger unterstützt. Ursprünglich waren es zwei Jahre, doch nachdem einige Nutzer dies als zu kurz empfunden haben und sich genügend Sponsoren gefunden haben, wurde der Zeitraum für die langfristige Kernel-Unterstützung auf sechs Jahre ausgedehnt. Eine Kernel.org-Webseite auf kernel.org gibt Auskunft über die unterstützten Kernel-Versionen.

Nach eigenen Angaben wird Hartman immer wieder von den Anwendern gefragt, welche Kernel-Version zu empfehlen ist. Daher fasst er seine Meinung dazu jetzt in einem Blog-Beitrag zusammen, betont aber, dass dies lediglich seine eigene Meinung repräsentiere.

Für fast alle Anwender ist die beste Wahl der Kernel, den die jeweilige Distribution mitliefert. Dies muss nicht unbedingt einer der Kernel sein, die von Hartman und seinen Kollegen langfristig unterstützt werden. Aber in allen Fällen wissen die Entwickler der Distributionen, was sie tun, so Hartman. Dabei kann man zwischen drei Kategorien unterscheiden. Es gibt zum einen Gemeinschafts-Distributionen, die immer den neuesten stabilen Kernel als Grundlage verwenden und diesen stets aktuell halten. Beispiele sind Fedora, Opensuse, Arch, Gentoo und CoreOS. Andere Gemeinschafts-Distributionen wie Debian und Ubuntu wählen eine Kernel-Version und bleiben länger bei dieser. Und schließlich gibt es Distributionen, die das »alte, traditionelle« Modell verfolgen und beim anfänglich gewählten Kernel für Jahre oder auch mehr als zehn Jahre bleiben, selbst wenn sie in dieser Zeit tausende von Patches hinzufügen. Beispiele sind Red Hat, Suse, CentOS und Ubuntu LTS. Diese Distributionen sind für Anwender, die nie eine Änderung der Versionsnummer erleben wollen, beispielsweise weil sie dann ihre Software aufwendig neu zertifizieren müssten.

Wer keinen Distributions-Kernel nutzen will, sollte stets die neueste stabile Kernel-Version verwenden. Da das dieselbe Version ist, die auch die Gemeinschafts-Distributionen einsetzen, hat dieser Kernel die meisten Nutzer und die beste Unterstützung. Hartman empfiehlt diese Version auch für Linux-Desktops und neue Server.

Für Entwickler von eingebetteten Systemen, die auf Erweiterungen und Treiber angewiesen sind, die nicht im offiziellen Kernel zu finden sind (was leider im Moment die Regel ist), ist die neueste langfristig unterstützte Version (LTS) die nächstbeste Option. Nachteilig ist, das man damit auf die neuesten Geschwindigkeitsoptimierungen verzichten muss und im Fall von Problemen testen muss, ob es im neuesten Kernel immer noch auftritt. Sollte auch die neueste LTS-Version nicht möglich sein, ist eine ältere LTS-Version für Entwickler die nächstbeste Wahl. Dabei kann es aber bereits schwierig mit dem Support werden. Es ist aber immer noch besser, als eine Version wahllos herauszugreifen. Hartman hat sogar Fälle gesehen, bei denen eine Entwicklerversion des Kernels verwendet wurde, die danach nicht mehr aktualisiert wurde. Davon rät er absolut ab.

Obwohl er für alle stabilen Kernel-Updates verantwortlich ist, verwendet Hartman diese Kernel nur auf seinen Testgeräten. Auf seinen Laptops läuft die neueste Entwicklerversion von Linux, auf seinen anderen Rechnern die neueste stabile Kernel-Version. Ausführliche Begründungen für die Wahl jeder Kernel-Version gibt es in seinem Blog-Beitrag.

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