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Di, 4. September 2018, 12:32

Software::Distributionen

Genode 18.08 bringt grafische Konfiguration für Sculpt OS

Das freie Betriebssystem-Framework Genode bringt in Version 18.08 eine Vielzahl von Verbesserungen. Durch Linux-Treiber und grafische Konfiguration der Zugriffsrechte kommt das darauf aufsetzende Betriebssystem Sculpt OS näher an die allgemeine Benutzbarkeit.

Live-Ansicht der Laufzeitumgebung in Sculpt OS

genode.org

Live-Ansicht der Laufzeitumgebung in Sculpt OS

Genode beschreibt kein ganzes Betriebssystem, sondern eine Architektur, wie Prozesse aufbauend auf einem Mikrokernel strukturiert sein können, um in sicherer Art und Weise zusammenzuarbeiten. Die Entwickler haben dazu ein hierarchisches Modell entwickelt und sorgen dafür, dass die einzelnen Komponenten nur innerhalb der Hierarchie in einem vorgegebenen Bereich, »trusted computing base« genannt, kommunizieren können. Genode kann als Kernel unter anderem Linux, verschiedene Varianten des Mikrokernels L4 oder auch eine Weiterentwicklung des Mikro-Hypervisors NOVA nutzen.

Seit zehn Jahren wird Genode bereits entwickelt, wobei der Schwerpunkt stets darauf lag, das Mikrokernel-Konzept noch weiter zu auszureizen und nicht nur alle Betriebssystemkomponenten, sondern auch die Prozesse stark voneinander abzuschotten. Benutzbar war es aufgrund seines hoch experimentellen Charakters bisher kaum. Im Februar wurde jedoch die Version 18.02 veröffentlicht, die ein funktionsfähiges Betriebssystem, Sculpt OS, mitbrachte und die Bekanntheit von Genode erhöhen sollte. Die damalige Version richtete sich ausschließlich an erfahrene, experimentierfreudige Benutzer. Im Juni wurde Sculpt for The Curious auf Basis von Genode 18.05 veröffentlicht, die eine Administrationsoberfläche (»Leitzentrale«) enthielt, um Speicher und Netzwerkverbindungen komfortabel zu verwalten. Letzten Endes war zur Verwaltung aber weiterhin das Editieren einer Textdatei nötig.

Mit Genode 18.08 erreicht Sculpt OS die dritte Phase, Sculpt by Visual Composition (VC). In dieser Version kann die Konfiguration grafisch vorgenommen werden, so dass das Editieren von Textdateien entfallen kann. Doch das ist nicht die einzige Verbesserung. So wurden in Sculpt OS die Treiber auf den Stand von Linux 4.16.3 gebracht. Verwendet werden dabei zumindest die Netzwerk-, Block- und USB-Treiber. Das WLAN-Subsystem wurde stark überarbeitet und der USB-Treiber, in Linux als monolithischer Code vorliegend, wurde in mehrere Komponenten zerlegt, die im Interesse der Sicherheit voneinander isoliert sind. Experimentell ist die neue Möglichkeit, Treiber aus dem Betriebssystem Fuchsia, das Google gerade als möglichen Android- und Chrome OS-Nachfolger entwickelt, zu verwenden.

Weitere Neuerungen sind eine erweiterte Laufzeitumgebung für Ada, Unterstützung für mehrere Prozessoren für den Mikrokernel base-hw auf x86, das Routing von Netzwerkpaketen zwischen beliebig vielen Netzwerkschnittstellen und die Möglichkeit, durch eine einfache Konfigurationsänderung zwischen dem Linux-TCP/IP-Stack und dem eigenen LwIP zu wechseln. Ein neuer Microcode-Update-Mechanismus war durch die Prozessorfehler der letzten Zeit gefordert. Das virtuelle Dateisystem (VFS) wurde verbessert, so dass nun auch komplexe Software ausgeführt werden kann. So ist nun auch Python 3 verfügbar.

Doch nicht nur der neue eigene Mikrokernel base-hw, sondern auch die Mikrokernel NOVA und Fiasco.OC wurden aktualisiert und erweitert. Weitere Einzelheiten sind den Anmerkungen zur Veröffentlichung zu entnehmen. Ein Download von Sculpt VC ist derzeit noch nicht möglich. Die Freigabe der Images ist aber für die nächsten Wochen geplant.

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Kommentare (Insgesamt: 5 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Ada? (blablabla233, Do, 6. September 2018)
Re[2]: Ada ? (Donald_Luck, Di, 4. September 2018)
Re: Ada? (hjb, Di, 4. September 2018)
Re: Ada ? (Der Lucki aus Kentucky, Di, 4. September 2018)
Ada ? (Donald_Luck, Di, 4. September 2018)
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