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Mo, 24. September 2018, 11:17

Software::Grafik

Displayserver Mir 1.0 vorgestellt

Die Gemeinschaft rund um den Anzeige-Server Mir hat die Software in der ersten stabilen Version 1.0 veröffentlicht.

Mirko Lindner

Mir wurde 2013 von Canonical vorgestellt, um es auf dem inzwischen eingestellten Ubuntu Phone und auf dem Desktop zu nutzen. Ähnlich wie beispielsweise Wayland ist Mir ein Display-Server, der als modernerer Ersatz für X11 gedacht ist. Er soll vor allem ein effizienteres Compositing ermöglichen, die Sicherheit auf dem Desktop durch stärkere Isolation der Anwendungen erhöhen und Schwächen von X11 ausmerzen. Canonical stellte die Entwicklung von Unity und Mir allerdings im Frühjahr 2017 ein und Mir wandelte sich zu einem Gemeinschaftsprojekt, das von einigen Freiwilligen unabhängig weitergeführt wird. Die Leitung von Mir übernahm dabei Alan Griffiths, der schon bei Canonical das Projekt führte.

Den Anstoß, auf eine Eigenlösung zu setzen, gab bei Canonical seinerzeit die Ansicht, wonach weder X11 noch Wayland den Anforderungen von Ubuntu entsprechen würden. Die Reaktionen aus der Gemeinschaft fielen auf diese Ankündigung allerdings recht unterschiedlich aus. Der Start eines neuen Display-Servers missfiel manchem Entwickler. So bekräftigte beispielsweise der damalige Betreuer von Kwin seine Ablehnung gegenüber Mir und bemängelte, dass viele Konzepte unausgereift waren.

Nach der Trennung des Projekts von Canonical stand nicht nur Mir, sondern auch das dahinter stehende Konzept zur Disposition. Reichlich spät sind die Entwickler deshalb zu der Einsicht gelangt, dass neben Wayland kein zweites neues Protokoll benötigt wird. Ende des vergangenen Jahres verkündeten sie schlussendlich, dass Mir in Zukunft nur noch mit Wayland-Clients kommunizieren soll. Damit sollte sich der Server auf die Aufgabe eines Treibers, Kompositors und Window-Managers beschränken und nur ein Minimum weiterer Komponenten mitbringen.

Über fünf Jahre nach dem Start ist es nun so weit und die Gemeinschaft hat Mir in der stabilen Version 1.0 veröffentlicht. Wie Griffiths im Blog von Cannonical schreibt, sei damit die erste »große Version für IoT-Gerätehersteller und Enthusiasten, die die nächste Generation von grafischen Lösungen entwickeln möchten« erreicht worden. Mir setzt in der neuen Version auf Wayland und nutzt viele Sicherheitskonzepte des bereits vor einigen Jahren als stabil deklarierten Servers. Jede Anwendung kommuniziert ausschließlich über eine eigene Verbindung, die sowohl sicher als auch robust gegen Angriffe ist. »Wayland ist der De-facto-Nachfolger von X11 und wurde entwickelt, um die Probleme zu lösen, die sich mit dem X11-System als unlösbar erwiesen haben«, so der Entschluss von Mir, auf Wayland zu setzen.

Weitere Informationen über die angebotenen Schnittstellen sowie den Einsatzgebieten von Mir können der Seite des Projekts entnommen werden.

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