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Do, 11. Oktober 2018, 08:21

Gemeinschaft::Organisationen

Microsoft tritt Open Invention Network bei

Das im Jahre 2006 gegründete Open Invention Network (OIN) kann einen neuen Unterstützer vermelden - der ehemalige Erzgegner von Linux und offener Software, Microsoft, schließt sich der Patentallianz an.

Microsoft-Schriftzug in Redmond

Derrick Coetzee

Microsoft-Schriftzug in Redmond

Das Open Invention Network (OIN) wurde im November 2005 gegründet und sammelt Patente, um »die Linux-Umgebung« zu schützen. Sie stehen jedem Interessenten zur kostenlosen Nutzung offen, solange er keine Patentansprüche gegen Linux und zugehörige Software erhebt. Auf diese Weise versucht das OIN unter erheblichem finanziellen Einsatz, Patentklagen gegen Linux zu verhindern. Zum einen können die in den Patenten abgesteckten Ansprüche - und diese sind wie bei den meisten Softwarepatenten sehr breit gefasst - nicht mehr gegen Linux geltend gemacht werden. Zum anderen kann das OIN, falls eines ihrer Mitglieder verklagt werden sollte, aufgrund der vorhandenen Patente unter Umständen eine Gegenklage einreichen und einen »Waffenstillstand« erreichen.

Mittlerweile kann das OID eine nicht geringe Anzahl an Lizenznehmern vorweisen. Die von Google, IBM, NEC, Philips, Red Hat, Sony, SUSE und Toyota finanzierte OIN hat mehr als 2.650 Mitglieder in der Gemeinschaft und besitzt laut eigener Aussage mehr als 1.300 globale Patente. Die OIN-Patentlizenz und die Kreuzlizenzen für Mitglieder sind kostenlos für alle Parteien verfügbar, die der OIN-Gemeinschaft beitreten.

Wie das Netzwerk nun bekannt gab, ist kein geringer als Microsoft Mitglied des OIN geworden. »Wir wissen, dass die Entscheidung von Microsoft, OIN beizutreten, für einige als überraschend angesehen werden kann«, schreibt das Unternehmen in der Ankündigung. In der Vergangenheit kam es zwischen Microsoft und der Open-Source-Gemeinschaft zu teils heftigen Spannungen über das Thema Patente. »Für all jene, die unsere Entwicklung verfolgt haben, hoffen wir, dass diese Ankündigung als der nächste logische Schritt für ein Unternehmen angesehen wird, das Kunden und Entwicklern zuhört und sich fest für Linux und andere Open-Source-Programme einsetzt«, schreibt Microsoft weiter.

Durch den Beitritt zu OIN wollen die Redmonder unter anderem ihr Engagement für Open-Source-Software und Innovation durch gemeinsame Entwicklung demonstrieren. Der Beitritt selbst soll zudem Microsofts Patentpraxis widerspiegeln. Zuvor ist das Unternehmen bereits dem LOT-Netzwerk beigetreten, einem nicht gewinnorientierten Unternehmen zur Abwehr von Ansprüchen von Patentverwertern. »Jetzt, da wir uns OIN anschließen, glauben wir, dass Microsoft mehr denn je dazu beitragen kann, Linux und andere wichtige Open-Source-Projekte vor Patentangriffen zu schützen«, schreibt Microsoft.

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