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Mi, 17. Oktober 2018, 10:34

Gemeinschaft::Lizenzen

MongoDB ändert seine Open-Source-Lizenz

MongoDB wechselt von der AGPLv3 zu der eigens erstellten SSPL. Die neue Lizenz, die auf der GPLv3 aufbaut, soll laut MongoDB eine freie Lizenz und lediglich eine Klarstellung der AGPLv3 sein. Sie soll Cloud-Anbieter dazu bewegen, kommerzielle MongoDB-Lizenzen zu erwerben.

mongodb.org

Nach RedisLabs ist MongoDB ein weiteres Open-Source-Projekt, das seine Lizenz ändert, weil einige Cloud-Anbieter seine Produkte kapitalisieren, ohne in irgendeiner Form etwas zurückzugeben. Der »Common Clause«-Lizenzzusatz von Redis Labs hatte für viel Kritik, aber auch für Diskussionen um das Finanzierungsmodell von Open Source gesorgt.

MongoDB hat seine NoSQL-Datenbank jetzt unter die neu erstellte Server Side Public License (SSPL) gestellt. Bisher galt die GNU Affero General Public Licence AGPLv3. Als Grund für die Änderung gibt MongoDB an, durch die wachsende Verbreitung der Datenbank-Software hätten Unternehmen, die MongoDB in ihre Dienste einbinden, die Grenzen der AGPLv3 getestet und immer häufiger überschritten. Für Nutzer der Community-Server-Ausgabe hat der Lizenzwechsel keine Auswirkungen, da die Änderungen sie nicht betreffen.

Die bisherige Lizenz sah vor, dass Unternehmen, die MongoDB als öffentlich zugänglichen Dienst betreiben wollten, die betreffende Software als Open Source anbieten oder eine kommerzielle Lizenz von MongoDB erwerben mussten. Der einzige substantielle Unterschied zur bisherigen Lizenz liegt in Sektion 13 der SSPL.

Sie besagt, dass ein Unternehmen, das eine öffentlich zugängliche MongoDB als Dienst anbietet, die Software, die es verwendet, um einen solchen Dienst anzubieten, einschließlich der Verwaltungssoftware, Benutzerschnittstellen, Anwendungsprogrammschnittstellen, Automatisierungssoftware, Überwachungssoftware, Sicherungssoftware, Speichersoftware und Hostingsoftware so öffnen muss, dass ein Nutzer eine Instanz des Dienstes unter Verwendung des bereitgestellten Quellcodes ausführen kann.

CEO und MongoDB-Mitbegründer Eliot Horowitz erläutert den Schritt näher in einer Stellungnahme. Er glaubt, Software as a Service (SaaS) sei »einer der signifikantesten und weitreichendsten Paradigmenwechsel, den die Technologiebranche je gesehen hat«. Die durch solche Dienste generierten Einnahmen könnten eine große Quelle für die Finanzierung von Open-Source-Projekten sein. Die Realität ist jedoch laut Horowitz, dass es »für große Cloud-Anbieter zu einfach ist, von einem Open-Source-Projekt den größten Teil des Wertes abzuschöpfen und gleichzeitig wenig oder nichts zurück an die Community zurückzugeben«.

Laut Horowitz benötigt die Open-Source-Community eine aktualisierte Open-Source-Lizenz, die auf dem Geist der AGPL aufbaut, aber explizit die Bedingungen für die Bereitstellung der lizenzierten Software als Service vorgibt. Die von MongoDB aufgelegte SSPL soll sicherstellen, dass Unternehmen, die eine öffentlich zugängliche MongoDB als Dienst betreiben, der Community etwas zurückgeben.

Anders als der striktere Common Clause-Lizenzzusatz von Redis Labs, der der gleichen Motivation entstammt, basiert die SSPL auf der GPLv3, ergänzt um einen neuen Abschnitt, der eine explizite Bedingung für das Anbieten der lizenzierten Software als Dienst darstellt. MongoDB hat die SSPL der Open Source Initiative (OSI) bereits zur Anerkennung als Standard-Open-Source-Lizenz vorgelegt.

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