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Do, 25. Oktober 2018, 14:53

Software::Kernel

Torvalds: Keine weiteren Änderungen an Kernel-Verhaltensrichtlinie

Linux-Initiator Linus Torvalds ist zurück in der Kernel-Entwicklung und traf sich in dieser Woche auf dem Open Source Summit in Edinburgh mit anderen Kernel-Entwicklern, um unter anderem auch über die neu eingeführte Kernel-Verhaltensrichtlinie zu diskutieren.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Einer der wichtigsten Termine in Edinburgh war für Torvalds der Maintainers Summit, der extra von Vancouver nach Edinburgh verlegt worden war, nachdem Torvalds versehentlich einen Urlaub in die Zeit gelegt hatte, in der der Summit in Vancouver stattfinden sollte. Dieses Treffen, zu dem lediglich etwa 30 der wichtigsten Subsystem-Betreuer von Linux eingeladen waren, sollte hauptsächlich zur Abstimmung des Entwicklungsprozesse dienen und mögliche Probleme oder Konflikte erörtern. Die Kernel-Verhaltensrichtlinie, die von Torvalds direkt vor seiner Auszeit vom Kernel in die Dokumentation aufgenommen wurde, war eines der Themen dieses Treffens. Die meisten Betreuer wurden von der Verhaltensrichtlinie überrascht und empfanden ihre Aufnahme als überhastet.

Wie Linux Weekly News berichtet, ist der enge Kreis der Betreuer dennoch dafür, die Richtlinie im Kernel zu belassen, insbesondere, nachdem eine eher kleine Änderung, die Streichung eines Absatzes, mit Zustimmung vieler Entwickler eingebracht wurde. Torvalds erklärte zunächst, wie es zu der Verhaltensrichtlinie kam. Gefordert wurde sie von Teilen der Gemeinschaft schon lange, doch der konkrete Anlass war, dass Torvalds über das bevorstehende Erscheinen eines (inhaltlich eher fragwürdigen) Artikels im New Yorker informiert wurde. Der Artikel wurde nach Torvalds' Schritt noch einmal geändert.

Torvalds erklärte, dass es keine Freude gewesen sei, seine Ankündigung zu schreiben, aber anders als manche Webseiten behaupteten, habe er sie selbst geschrieben. Inzwischen ist er überzeugt, das Richtige getan zu haben. Die Bestätigung sieht er in den üblen Mails, die von Gegnern der Verhaltensrichtlinie geschrieben wurden, teils auch an ihn persönlich. Einige diese Mails habe er gespeichert, erklärte er. Von ihm selbst werden solche Mails wohl nicht mehr kommen, da er einen Filter für seine ausgehenden Mails installiert hat, der Mails mit Schimpfworten zurückhält.

Nach Torvalds' Willen sollen in nächster Zeit keine weiteren Änderungen in die Richtlinie einfließen. Man solle erst einmal abwarten, wie sie sich in der Praxis auswirke. Wenn es jemals nötig sein sollte, aufgrund der Richtlinie einzugreifen, sei das ein Anzeichen für ein größeres Problem.

Trotz diverser Kritiken und Bedenken, auch wegen der nichtöffentlichen Diskussion im Vorfeld der Richtlinie, sprachen sich die anwesenden Betreuer mehrheitlich dafür aus, die Richtlinie zu behalten. Es herrschte aber Einigkeit, dass kommende Änderungen an der Richtlinie öffentlich diskutiert werden. Bis es dazu kommt, könnte es aber noch lange dauern. Denn die Bedenken sind weitgehend ausgeräumt und keiner der Anwesenden sah nennenswerte Probleme auf Linux zukommen.

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Kommentare (Insgesamt: 11 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: Filter (kamome umidori, Sa, 27. Oktober 2018)
Re[4]: Filter (Anonymous, Sa, 27. Oktober 2018)
Re[3]: Filter (Wolpertinger, Sa, 27. Oktober 2018)
Re[3]: Filter (Q, Sa, 27. Oktober 2018)
Time will tell (Skepsis, Sa, 27. Oktober 2018)
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