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Mo, 29. Oktober 2018, 14:57

Software::Entwicklung

D-Compiler GDC wird Bestandteil von GCC

Die kommende Version 9 der GNU Compiler Collection GCC wird nach langer Vorarbeit über eine Integration der objektorientierten Programmiersprache D verfügen.

gnu.org

D ist eine 1999 von Walter Bright begonnene und 2001 veröffentlichte Programmiersprache, die verschiedene Elemente anderer Sprachen aufgreift. Die objektorientierte Programmiersprache ist als Alternative zu C und C++ gedacht und verfügt über Klassenvorlagen und überladbare Operatoren. Gegenüber C++ bietet sie zudem Module und eine automatische Speicherbereinigung.

Für die Compilierung von D stehen verschiedene Compiler zur Verfügung. Der ursprüngliche Compiler DMD (»Digital Mars D-Compiler«) diente als Referenzimplementierung, die seit April 2017 unter einer freien Lizenz steht. GDC ist ein Compiler, der wie GCC benutzt wird, unter der Haube allerdings DMD verwendet. Auch ein Compiler auf LLVM-Basis ist verfügbar.

Die Akzeptanz von D blieb insbesondere in der freien Software-Welt lange Jahre gering, was unter anderem an der proprietären Lizenz des Compilers lag, die es Distributoren schwer machte, den Compiler zu paketieren. Nachdem diese Hürde nun beseitigt ist, stehen allerdings mit den Verbesserungen von C++, C#, den neueren Sprachen Go und Rust und einigen weiteren mindestens vier scheinbar übermächtige Konkurrenten zu D zur Verfügung, woran auch die Weiterentwicklung von D unter der gemeinützigen D Language Foundation wahrscheinlich nicht viel ändern wird.

Vor mehr als einem Jahr hatten die GDC-Entwickler Patches erstellt, die den D-Compiler zu GCC hinzufügen, so dass mit dem GCC-Frontend auch D-Code compiliert werden können. Dies bedeutet effektiv die Vereinigung des GDC-Projekts mit GCC. Wegen des Umfangs der Patches dauerte es jedoch über ein Jahr, bis der Code in GCC integriert werden konnte. Die Patches fügen GCC sowohl den D-Compiler als auch die D-Laufzeitbibliothek und Testsuites hinzu. Insgesamt handelt es sich um fast 860.000 Zeilen in über 3.000 Dateien. Die jetzt erfolgte Integration, kurz vor dem Ende der Entwicklungsphase von GCC 9, bedeutet, dass GCC 9 im Januar 2019 erstmals mit vollständiger D-Unterstützung kommen wird. Die erste offizielle Ausgabe von GCC 9 wird, wie seinerzeit von den Entwicklern beschlossen, die Versionsnummer 9.1 tragen.

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