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Mi, 31. Oktober 2018, 14:22

Software::Entwicklung

Subversion 1.11 veröffentlicht

Das Versionsverwaltungssystem Subversion liegt jetzt in Version 1.11 vor. Die neue Version beginnt einen Zyklus mit mehreren experimentellen Neuerungen. Subversion 1.10 wird weiter unterstützt, und zwar noch mindestens dreieinhalb Jahre.

Mirko Lindner

Das zentrale Versionsverwaltungssystem Subversion versteht sich selbst als eine »bessere Alternative« zu dem bereits sehr alten CVS. Es beseitigt viele der Mängel und führt neue Konzepte ein. CVS-Benutzern dürfte der Umstieg auf SVN wegen der Ähnlichkeiten recht leicht fallen. Das Repositorium liegt bei Subversion zentral. Zum Bearbeiten von Dateien muss man es komplett oder teilweise in ein Arbeitsverzeichnis auschecken. Ausgecheckte Dateien sind nicht gesperrt und können von mehreren Personen parallel bearbeitet werden. Etwaige Konflikte werden beim Einchecken der Änderungen erkannt und müssen dann manuell aufgelöst werden. Wie bei CVS sind bereits zahlreiche Tools entstanden, die Subversion unterstützen. Vor einigen Jahren hat CollabNet die Entwicklung von Subversion an die Apache Software Foundation übertragen.

Ein gutes halbes Jahr nach Subversion 1.10 haben die Entwickler jetzt die Version 1.11 veröffentlicht. Die neue Version ist die erste, die dem neuen halbjährlichen Veröffentlichungszyklus folgt. Laut diesem Plan sollen in jedem Zyklus jeweils drei Versionen erscheinen, die lediglich bis zum Erscheinen der Folgeversion unterstützt werden. Die jeweils vierte Version soll eine mit Langzeitunterstützung (Long Term Support, LTS) sein, die für volle vier Jahre unterstützt wird. Der neue Zyklus ist eine erhebliche Beschleunigung gegenüber früher. So lagen zwischen Subversion 1.9 und 1.10 ganze drei Jahre.

Der neue Zyklus bedeutet, dass die Benutzer schneller an neue Funktionalität gelangen, ohne auf Testversionen zurückgreifen zu müssen. Denn auch die nicht so lange unterstützten neuen Versionen sollen stabil und zuverlässig sein. Sie erfordern von den Anwendern lediglich häufigere Aktualisierungen. Da viele Anwender daran aber nicht interessiert sind, wurde die Version 1.10 zur ersten LTS-Version erklärt, die somit noch mindestens bis April 2022 unterstützt wird. Als nächste LTS-Version wird die Version 1.14 anvisiert, die in etwa 18 Monaten erscheinen soll und sich dann mit 1.10 für zwei Jahre überlappt. Dies gibt, wie die Entwickler schreiben, den Anwendern reichlich Zeit, von einer LTS-Version zur nächsten zu wechseln.

Es gibt nur drei größere Neuerungen in Subversion 1.11, von denen zwei als experimentell markiert sind und sich jederzeit ändern können. Experimentell sind Verbesserungen am Shelving (ebenso wie Shelving selbst) und Checkpoints von Commits. Stabil sind die Verbesserungen bei der Konfliktauflösung.

Das sogenannte »Shelving« ist eine Möglichkeit, Änderungen, die man noch nicht committen will, beiseite zu legen. Die Funktionalität entspricht ungefähr dem Erstellen und Abspeichern einer Patch-Datei mit svn diff und dem späteren erneuten Einspielen mit svn patch. Sie wurde vor einem halben Jahr als experimentelle Funktion eingeführt und bliebt weiter in diesem Status. Shelves, die in Version 1.10 angelegt wurden, werden von 1.11 nicht erkannt und müssen auf Umwegen oder manuell für die neue Version zugänglich gemacht werden. Dennoch wurden in der neuen Version einige Verbesserungen vorgenommen. So werden Shelves nicht mehr als Patch-Dateien gespeichert, was diverse Einschränkungen aufhebt. Auch Binärdateien werden jetzt unterstützt und die Kommandos wurden robuster.

Die experimentelle Neuerung Commit Checkpointing baut auf Shelving auf und ermöglicht es, Schnappschüsse des Arbeitsverzeichnisses anzulegen und auf einen der Schnappschüsse zurückzusetzen. Ebenfalls experimentell ist eine Erweiterung von svn info, den Zustand des Arbeitsverzeichnisses, wie es durch sogenannte View Specs definiert wurde, anzuzeigen. Die größte nicht experimentelle Neuerung ist eine Verbesserung des interaktiven Konfliktauflösers. Dieser kann nun Baumkonflikte mit einer lokal fehlenden Datei in vielen Fällen automatisch auflösen.

Wie die Anmerkungen zur Veröffentlichung ausführen, kann eine Aktualisierung von Version 1.10 auf 1.11 sowohl auf Client- als auch auf Server-Seite durch einfaches Ersetzen der Programme geschehen. Subversion 1.11 ist kompatibel mit älteren Versionen, lediglich einige der Neuerungen sind entweder nicht verfügbar oder langsamer, wenn ein älterer Client zum Einsatz kommt. Das Format des Arbeitsverzeichnisses mit den ausgecheckten Dateien ist dasselbe wie in Version 1.8 bis 1.10. Auch die weiteren Änderungen sind in dem Dokument beschrieben. Noch etwas ausführlicher ist das Änderungslog der neuen Version. Der Download der Quellen von Subversion 1.11 ist von der Webeite des Projektes möglich.

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