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Mo, 5. November 2018, 14:35

Gemeinschaft::Organisationen

FSFE legt Jahresbericht 2018 vor

Die Free Software Foundation Europe hat erstaunlich früh ihren Jahresbericht 2018 publiziert. Die Hauptaufgabe der Organisation ist es, sich sowohl an die Politik als auch an die Öffentlichkeit zu wenden, um freie Software zu fördern und Unfreiheit zu beseitigen.

FSFE

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) war auch 2018 stark damit beschäftigt, freie Software zu stärken. Der Jahresbericht 2018 gibt über die Aktivitäten und den Status der Organisation in den letzten zwölf Monaten Auskunft. Eine der wichtigsten Initiativen war auch PublicCode, das seit September 2017 unter dem Motto »Public Money? Public Code!« die Politiker dazu auffordert, dafür zu sorgen, dass öffentlich finanzierte Software grundsätzlich unter freie Lizenzen gestellt wird. Diese Kampagne hält einen offenen Brief bereit, der laut FSFE bisher von über 18.500 Personen und 150 Organisationen unterzeichnet wurde.

Da andererseits bereits ziemlich viel freie Software in Europa zum Einsatz kommt, was aber wenig bekannt ist, stellt die Initiative jetzt herausragende Beispiele näher vor. Dazu wurden Interviews mit verschiedenen Verantwortlichen geführt. Die Hoffnung der Initiative ist es, dass die Nutzer freier Software dabei voneinander lernen und dass ein gewisser Druck auf die Entscheider ausgeübt wird, den Beispielen zu folgen. Als einer der nächsten Schritte ist geplant, eine Broschüre mit über 20 Seiten zu veröffentlichen, die rechtzeitig vor der Europawahl Mitte 2019 erscheinen soll.

Auch die Initiative gegen Verschlechterungen des Copyright-Rechts in Europa wurde fortgesetzt. Die Copyright-Reform wurde zwar im September vom Europäischen Parlament gebilligt, ist aber noch nicht endgültig beschlossen. Die FSFE konnte im Rahmen ihrer Kampagne Save Code Share geringfügige, aber bei weitem nicht ausreichende Verbesserungen im Gesetzestext erreichen, die die Gefahr für freie Software verringern. In den weiteren Beratungen zwischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union, die sich wohl noch bis ins neue Jahr hinziehen, will die FSFE auf weitere Verbesserungen drängen.

Die REUSE-Initiative stellte im November 2017 aktualisierte Empfehlungen für die Lizenzierung freier Software vor. Eine Studie der freien Universität Bozen stellte fest, dass nur wenige Projekte auf Github sich an diese Empfehlungen halten. Sie führt das zum Teil auch darauf zurück, dass die Empfehlungen zu komplex seien. Die FSFE will den Text nun anhand der Verbesserungsvorschläge überarbeiten.

Auch in diesem Jahr befragte die FSFE wieder vor Wahlen Parteien zu ihrer Position zu freier Software. Auch der I Love Free Software Day wurde wieder gefeiert. Auf zahlreichen Veranstaltungen versuchte die FSFE auch 2018, die Menschen auf freie Software aufmerksam zu machen und neue Unterstützer zu gewinnen. Dabei war sie in der Regel mit einem Stand vertreten. Zwei eigene Veranstaltungen waren der mittlerweile elfte Workshop zu Rechtsfragen und Lizenzen und das European Free Software Policy Meeting im Vorfeld der FOSDEM.

Die FSFE führte 2018 Verhaltensregeln ein, die für Veranstaltungen, Mailinglisten und das Wiki gelten. Das neu gegründete CARE-Team geht eventuellen Verstößen nach und ist Ansprechpartner für Betroffene. Personell gab es einige Veränderungen. Die FSFE beschäftigt aktuell sieben Vollzeit- und einen Teilzeit-Mitarbeiter. Damit die Aktivitäten auch 2018 2019 fortgesetzt werden können, bittet die FSFE wie immer um Spenden. Auch Merchandise steht zur Verfügung.

Als Ausblick auf 2019 stehen neben den Europawahlen und zahlreichen nationalen Wahlen auch Diskussionen über das nächste europäische Forschungs-Frameworkprogramm »Horizon Europe« an. Die FSFE will erreichen, dass daraus entstehende Software stets unter freien Lizenzen veröffentlicht wird. Zudem sollen im Rahmen der Initiative FOSS4SMEs, an der die FSFE beteiligt ist und die mehr freie Software bei kleinen und mittleren Unternehmen anstrebt, Kurse geschaffen werden, die Managern und Mitarbeitern die Ursprünge und Vorteile freier Software näherbringen.

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