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Do, 29. November 2018, 14:24

Software::Kernel

Dateisystemkorruption in ext4 in Linux 4.19

Einige Benutzer berichteten, nachdem sie auf Linux 4.19 aktualisiert haben, von Schäden an ext4-Dateisystemen. Die Suche nach der Ursache gestaltet sich schwierig, auch weil Theodore Ts'o, der Hauptentwickler von ext4, das Problem bisher nicht reproduzieren konnte.

Larry Ewing

Ext4 ist für viele, wahrscheinlich für die meisten Benutzer das Linux-Dateisystem der Wahl - es ist bewährt, sehr schnell und weit verbreitet. Doch jetzt macht ein noch ungelöstes Problem einigen Benutzern zu schaffen. So gibt es Berichte auf der Kernel-Mailingliste und an anderen Stellen, dass Benutzer ein korruptes Dateisystem erhielten, nachdem sie auf Linux 4.19 aktualisiert hatten. Ein Dateisystem-Check und Rückkehr zu Linux 4.18 behob für alle Betroffenen das Problem. Damit ist klar, dass das Problem auf dem Weg zu Linux 4.19 entstand. Weniger klar ist allerdings, ob es auf Code in ext4 oder andere Stellen im Kernel zurückzuführen ist. In der Vergangenheit kam es laut Theodore Ts'o, dem Hauptentwickler von ext4, bereits einige Male dazu, dass Probleme an anderen Stellen zu Dateisystemkorruption führten, beispielsweise durch den proprietären Nvidia-Treiber, der zufällige Speicherstellen korrumpierte.

Betroffen sind alle Versionen von Linux 4.19 und die Testversionen von Linux 4.20. Die meisten Informationen zu dem Problem finden sich zur Zeit in einem Kernel-Bugzilla-Eintrag. Trotz der Bemühungen einiger Entwickler konnte die Ursache noch noch genau eingegrenzt werden. Theodore Ts'o konnte das Problem bisher noch gar nicht reproduzieren und ist daher auf die Berichte der Anwender angewiesen. Mindestens ein Entwickler versuchte die entscheidende Änderung zu finden, ab der der Fehler auftritt. Dafür kommt ein Halbierungsverfahren zum Einsatz, so dass die Änderung mit einer begrenzten Zahl von Versuchen gefunden werden kann. Das vorläufige Ergebnis deutet auf eine RCU-Änderung hin. Ts'o ist allerdings skeptisch, dass das Ergebnis korrekt ist, da in diesem Fall größere Auswirkungen zu erwarten wären. Er glaubt eher, dass die Dateisystemkorruption schon bei einem früheren Testlauf entstanden ist.

Was die Ursachensuche besonders schwierig macht ist die Tatsache, dass beim Erkennen einer Korruption der eigentliche Fehler längst aufgetreten ist und sich kaum mehr rückverfolgen lässt. Es ist daher derzeit Geduld erforderlich, da ein reproduzierbarer Fehlerfall gefunden werden und die auslösende Änderung mit Sicherheit bestimmt werden muss. Danach dürfte es lediglich noch eine Überprüfung der Programmlogik erfordern, das Problem zu bereinigen.

Aus all diesem Gründen lässt sich derzeit nicht sagen, wieviele Nutzer von dem Problem betroffen sein könnten. Sicherheitshalber sollten aber alle Anwender erst einmal von einer Aktualisierung auf Linux 4.19 absehen, bis die Ursache geklärt ist.

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