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Fr, 7. Dezember 2018, 09:52

Software::Browser

Microsoft kündigt Umstellung von Edge auf Chromium-Engine offiziell an

Die bereits vor drei Tagen aufgetauchten Gerüchte sind nun offiziell bestätigt. Microsoft wird seinen Webbrowser Edge auf die Engine von Chromium umstellen und intensiv an deren Weiterentwicklung mitarbeiten.

Microsoft

Kein neuer Browser auf Chromium-Basis, der Edge ersetzen soll, sondern eine technologische Umgestaltung von Edge ist das, was Microsoft jetzt offiziell angekündigt hat. Die lange Ankündigung stellt die Pläne von Microsoft ausführlich vor. Demnach will der Konzern die Technologien des freien Chromium-Projekts nutzen, um den Webbrowser Edge weiterzuentwickeln. Im Wesentlichen dürfte dies die von Google entwickelte Engine »Blink« sein, die aus WebKit entstand, das seinerseits auf die KHTML-Engine des KDE-Projekts zurückgeht. In Blink stecken somit signifikante Beiträge von Apple, Google und bald auch Microsoft. Denn genau das plant Microsoft, nach eigenen Angaben, um alle Chromium-basierten Browser auf PCs und anderen Geräten zu verbessern.

Microsofts Schritt soll Edge, der offenbar unter vielen Fehlern und Instabilitäten litt und von den Benutzern gemieden wurde, kompatibler »zum Web« machen und die Fragementation unter den Browsern, die für Web-Entwickler ein Problem ist, reduzieren. Edge nutzte schon von Anfang an einige Open-Source-Projekte, darunter Angle, Web Audio und Brotli, und die Mobilversion war weitgehend auf Open Source gebaut. Microsoft hat bereits begonnen, Beiträge zu Chromium zu leisten, bisher in erster Linie zur Unterstützung kommender ARM-basierter Windows-Systeme.

Die Umstellung von Edge soll für die Benutzer weitgehend unsichtbar vonstatten gehen. Neue Versionen von Edge sollen häufiger erscheinen. Nach der Umstellung soll Edge möglicherweise auch für andere Plattformen erscheinen - Microsoft erwähnt hier macOS, aber nicht Linux. Die Benutzer werden die neue Version von Edge ab Anfang 2019 als Vorschau testen können.

Mozilla weist in einem Kommentar darauf hin, dass nun das Web ein Stück weiter an eine Monokultur heranrückt. Nach Meinung von Mozilla übergibt Microsoft damit die Kontrolle über das Online-Leben von noch mehr Benutzern an Google. Ausgehend von der Voraussetzung, dass Google die absolute Kontrolle über das Chromium-Projekt ausübt, würde Google alleine entscheiden, was im Web möglich ist. Mozilla klagt Google an, mit seiner Dominanz bei der Suche, Werbung, Smartphones und Datensammlung gegen den Rest der Welt zu arbeiten.

Gegen die Dominanz von Google stemmt sich Mozilla weiterhin. Google noch mächtiger zu machen, wäre in vieler Hinsicht riskant, schreibt Mozilla. Es würde auch das Leben für Firefox schwieriger machen. Web-Entwickler würden sich bei der Entwicklung an den Eigenschaften von Chromium orientieren und den kleinen Rest ignorieren. Das war vor knapp 20 Jahren schon einmal der Fall, als Microsofts Internet Explorer 6 dominierte, bis Firefox vorübergehend das Ruder herumreißen konnte. Mozilla fordert daher die Benutzer auf, Firefox und Chromium miteinander zu vergleichen und dann zu entscheiden, wer besser ist. Mozilla ist allerdings nicht der einzige Kritiker der aktuellen Entwicklung.

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