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Di, 18. Dezember 2018, 09:05

Gemeinschaft::Organisationen

MIPS-Architektur soll geöffnet werden

Die aktuelle Version der MIPS-Architektur soll in den nächsten Wochen geöffnet werden. Interessenten können dann ohne Lizenzkosten 32- und 64-Bit-Chips entwickeln, die auf der MIPS-Architektur beruhen.

Mit MIPS R4000: Workstation SGI Indy

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Mit MIPS R4000: Workstation SGI Indy

Die Geschichte der MIPS-Architektur umfasst nun bereits über 35 Jahre. Das ursprüngliche 32-Bit-Design wurde an der Stanford-Universität entwickelt. 1984 wurde die Firma MIPS Technologies gegründet, die eigene Prozessoren (R2000 und R3000), ab 1991 auch mit 64 Bit (R4000 und folgende), produzierte. Daneben lizenzierte sie das Design an andere Unternehmen. MIPS wurde 1992 von Silicon Graphics (SGI) übernommen, aber 1998 wieder eigenständig. Aus dem Wettbewerb um die schnellsten Prozessoren musste sich MIPS aber zurückziehen und konzentrierte sich seither auf den Markt der eingebetteten Systeme, an dem stromsparende Varianten der MIPS-Prozessoren weiterhin einen großen Anteil haben. Bis 2013 konnte sich das Unternehmen noch halten, dann verlor es seine Eigenständigkeit und wurde von Imagination gekauft. Nachdem Imagination selbst von einer Investment-Firma aufgekauft wurde, wurde MIPS in diesem Jahr an Wave Computing verkauft. Wave Computing ist ein Anbieter von Systemen für Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, das für die Verarbeitung auf Varianten der MIPS-Prozessoren setzt.

Wave Computing hat nun angekündigt, die MIPS-Architektur zu öffnen. MIPS-Prozessoren sind zwar nicht mehr in Workstations und Supercomputern zu finden, aber mit angeblich 8,5 Mrd. produzierten Einheiten ziemlich allgegenwärtig. Allein im letzten Jahr sollen eine Milliarde Prozessoren abgesetzt worden sein. Sie sind in Routern und Switches, Kameras, Spielkonsolen und vielen weiteren Geräten zu finden.

Bisher mussten Unternehmen, die eigene Varianten der MIPS-Prozessoren produzieren wollten, Lizenzgebühren an MIPS zahlen, wie in der Branche üblich. Doch das soll in Zukunft entfallen. Das von Wave angekündigte »MIPS Open«-Programm soll die neuesten Designs der 32- und 64-Bit-Architektur kostenlos zugänglich machen, einschließlich der Patente. Die Initiative ist nach Angaben von Wave Teil der »KI für alle«-Vision des Unternehmens und wurde von den Geschäftspartnern begeistert aufgenommen. Wave will sich damit aber keineswegs aus der weiteren Entwicklung der Architektur zurückziehen, sondern hofft auf eine erweiterte Verbreitung der Architektur.

Die MIPS Open-Initiative soll folgende Komponenten umfassen: Eine offene Version der 32- und 64-Bit MIPS-Architektur (ab der aktuellen Version 6), die Erweiterungen SIMD, DSP, Multi-Threading (MT), Virtualization (VZ) und MCU und die microMIPS-Architektur. Die älteren Versionen der Architektur bis Version 5 werden nicht geöffnet, da Wave nur die modernste Version verbreitet wissen will. Weitere Details zur Öffnung soll es im ersten Quartal 2019 geben. Die Kompatibilität der verschiedenen Implementationen soll durch ein Zertifizierungsprogramm sichergestellt werden, um eine Fragmentation zu vermeiden.

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Kommentare (Insgesamt: 8 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[6]: RISC-V (Verfluchtnochmal-05995bd7b, Mi, 2. Januar 2019)
Re[5]: RISC-V (blablabla233, Mi, 19. Dezember 2018)
Re[4]: RISC-V (schmidicom, Mi, 19. Dezember 2018)
Re[3]: RISC-V (blablabla233, Mi, 19. Dezember 2018)
Re[3]: RISC-V (Unerkannt, Mi, 19. Dezember 2018)
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