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Fr, 21. Dezember 2018, 09:10

Software::Systemverwaltung

BIOS-Ersatz Coreboot 4.9 veröffentlicht

Knapp ein halbes Jahr nach der Freigabe der letzten stabilen Version von Coreboot haben die Entwickler eine neue Version des freien BIOS-Ersatzes veröffentlicht. Coreboot 4.9 vereint mehr als 2600 Änderungen und bringt Unterstützung von mehr als 50 neuen Motherboards.

Coreboot

Coreboot, früher LinuxBIOS, ist ein Projekt, das das meist proprietäre BIOS eines Rechners durch ein freies ersetzt. Ursprünglich bootete Coreboot tatsächlich einen Linux-Kernel aus dem Flash heraus. Mittlerweile aber passt der Kernel nicht mehr in die Flash-Speicher auf manchen Mainboards, sodass es nicht mehr möglich ist, Linux darin unterzubringen. Als Konsequenz trennten die Entwickler den zum Booten benötigten Code vom Linux-Kernel und benannten das Projekt Anfang 2008 in Coreboot um.

Zehn Jahre nach der Umbenennung stellt Coreboot eine wichtige Komponente für freie Hardware dar. Die Software wird immer noch durch eine aktive Entwickler-Gemeinschaft vorangetrieben und um neue Funktionen erweitert. Die nun freigegebene Version 4.9 von Coreboot vereint deshalb die Arbeit der letzten sieben Monate und fasst über 2600 Änderungen zusammen. Die wohl wichtigste Änderung stellt aus Sicht der Entwickler dabei die Befreiung des Codes von unnötigem Ballast dar. Unter anderem wurden diverse duplizierte Funktionen entfernt und zahlreiche Konstrukte vereinheitlicht. Zudem wurde die Handhabung von binären Blobs überarbeitet.

Die Anwender dürfen sich dagegen in der neuen Version über die Unterstützung von mehr als 50 neuen Motherboards freuen. Dazu gehören unter anderem diverse Produkte von Asrock, Asus, Google, Intel, Lenovo, Opencellular und Siemens. Eine unerfreuliche Neuerung für Nutzer älterer Boards dürfte dagegen die Entfernung diverser Produkte sein. Wie die Entwickler bekannt gaben, wurden über 70 alte Motherboards aus Coreboot entfernt. Als Grund wird das Fehlen von Funktionen oder ein nicht mehr gewarteter Zustand genannt.

Weitere Neuheiten von Coreboot 4.9 sind die Handhabung von komprimierten Bootblöcken und die Umbenennung der POWER8-Architektur zu PPC64. Neu ist ebenfalls der Support für FIT-Payloads auf Arm64-Systemen. Die SPI-Schnittstelle verfügt über einen Schreibschutz und libpayload auf Arm64 über Unterstützung von GDB.

Eine Liste aller Änderungen kann dem Changelog der neuen Version entnommen werden. Den Status jedes unterstützten Boards liefert eine Tabelle auf der Seite des Projekts. Coreboot 4.9 kann ab sofort vom Server des Projekts im Quellcode oder als Binärdateien heruntergeladen werden. Eine ausführliche Dokumentation bietet Information über weitere Hardwareeinstellungen.

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