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Do, 31. Januar 2019, 15:28

Software::Entwicklung

Programmiersprache Julia 1.1 freigegeben

Die universell einsetzbare Programmiersprache Julia wurde in Version 1.1 veröffentlicht. Sie bringt in dieser Version hauptsächlich Erweiterungen, aber auch einige kleinere Unterschiede zur Version 1.0, die Anpassungen der Programme erfordern können.

Julia

Julia ist eine neue Programmiersprache, die das Beste aus allen Welten in sich vereinen soll. Die erste Ankündigung von Julia im Jahr 2012 formulierte bereits dieses Ziel. Julia soll die Geschwindigkeit von C erreichen, dabei aber dynamisch sein wie Ruby. Sie soll über Makros verfügen wie LISP, mathematische Notation wie Matlab verarbeiten können, Statistiken so gut wie R handhaben, in der String-Verarbeitung Perl ebenbürtig sein und für die allgemeine Programmierung so gut wie Python nutzbar sein. So sind in Julia Einzeiler möglich, die an Perl erinnern, generell erinnert aber syntaktisch einiges an Python. Darüber hinaus soll Julia noch einfach zu lernen und komfortabel anzuwenden sein. Julia kann in einem Interpreter ausgeführt oder mit einem LLVM-basierten Compiler in Maschinencode übersetzt werden.

Weniger als ein halbes Jahr nach Version 1.0 liegt jetzt Version 1.1 vor. Version 1.0 war ein Meilenstein in der Entwicklung von Julia und wird ohne wesentliche Änderungen längerfristig gepflegt, um Entwicklern eine stabile, kompatible Umgebung an die Hand zu geben. Version 1.1 bringt dagegen Neuerungen in die Sprache, die unter Umständen Anpassungen an bestehenden Programmen erfordern. Schon dadurch, dass einige Probleme mit der Syntax korrigiert wurden, kann es passieren, dass unsauber geschriebene Programme, die mit Version 1.0 compilierbar waren, mit 1.1 nicht mehr compiliert werden können. Umgekehrt können Programme, die eine neue Funktionalität aus Julia 1.1 nutzen, nicht mehr mit 1.0 compiliert werden. Insgesamt sind die inkompatiblen Änderungen allerdings gering.

Neu in Julia 1.1 ist unter anderem ein Ausnahme-Stack für jede Task, der die Behandlung von Ausnahmen robuster machen soll und die Analyse der eigentlichen Auslösers der Ausnahme ermöglicht. Der Binäroperator ~ kann nun auch in der Schreibweise x .~ y verwendet werden. Neu ist auch das experimentelle Makro Base.@locals, das die aktuellen lokalen Variablennamen liefert.

Die meisten sprachlichen Änderungen an Julia 1.1 betreffen Klarstellungen der Syntax und etwas striktere Prüfungen. Die weiteren Änderungen von Julia 1.1 bestehen im Wesentlichen aus einigen neuen Bibliotheksfunktionen sowie Erweiterungen der bestehenden Funktionen und Methoden. Diese Änderungen können im Detail in den Anmerkungen zur Veröffentlichung nachgelesen werden.

Julia ist eine freie Sprache. Der Compiler, der größte Teil der Standardbibliothek und einige Hilfsprogramme stehen unter der MIT-Lizenz. Es gibt einige Ausnahmen, die unter anderen freien Lizenzen stehen, meist der BSD- oder Zlib-Lizenz. Die Datei LICENSE.md gibt nähere Auskunft. Der Download von Julia 1.1 ist in binärer Form von der Download-Seite möglich, den Quellcode findet man auf Github.

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