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Do, 21. Februar 2019, 08:04

Software::Grafik

Intel will Iris-Grafiktreiber in Mesa 3D integrieren

Ein auf Gallium 3D basierender OpenGL-Treiber von Intel soll langfristig den klassischen i965-Mesa-Treiber ersetzen.

Intel hat lange am klassischen i965-Mesa-Treiber festgehalten, bis Ende 2017 das Open-Source-Team die Entwicklung eines modernen Gallium-3D-Treibers begann, der den klassischen i965 ersetzen soll. Gallium3D ist eine Programmierschnittstelle für Grafiktreiber, die seit 2009 Teil von Mesa 3D ist und auf der bereits freie Treiber von AMD und Nvidia sowie einige Treiber von Intel aufsetzen.

Der Iris getaufte Treiber wurde bei Intel ohne große Ankündigung federführend von Kenneth Graunke entwickelt. Graunke ist Mitglied des »Intel Open Source Technology Center« und seit langem in die Entwicklung von Mesa involviert. Jetzt hält er Iris, obwohl noch nicht ganz fertig, für gut genug, um den Treiber in den Hauptzweig der freien Grafikbibliothek Mesa 3D einzubringen. Dazu hat Graunke jetzt einen Pull Request abgesetzt.

Der Iris-Gallium-3D-Treiber macht einen Schnitt, was ältere Hardware angeht und wird auf Grafikhardware ab »Gen8« laufen, die mit der Broadwell-Mikroarchitektur und Intel HD Graphics 5300 ausgeliefert wurde. Ältere Hardware bleibt auf den klassischen i965-Treiber angewiesen. Zurzeit wird Iris neben i965 bauen und installieren, wobei i965 der Standardtreiber bleibt. Iris gilt immer noch als experimentell.

Der neue Treiber bedient sich etablierter Techniken, die auch beim i965 Anwendung finden, wie dem Mesa-Compiler-Backend NIR, dem Code der ISL-Bibliothek (Intel Surface Layout) und BLORP, der Blit-on-Render-Pipe. Iris setzt derzeit einen Kernel ab Version 4.16 voraus, diese Anforderung könnte bei Bedarf bis auf 4.5 gesenkt werden. Der Code kann frühestens in Mesa 19.1 einfließen. Der neue Treiber wird nicht nur Bedeutung für Intels integrierte GPUs haben, sondern auch für die ab 2020 geplanten diskreten Grafikchips des Unternehmens.

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