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Di, 5. März 2019, 09:33

Software::Kernel

GNU Linux-libre 5.0 freigegeben

Nahezu zeitgleich mit Linux 5.0 ist auch das von GNU gepflegte Linux-libre in derselben Version erschienen. Die neue Version eliminiert zahlreiche unfreie Firmwarekomponenten und verbessert das eingesetzte Deblob-Werkzeug.

Freedo, das Maskottchen von Linux-libre

FSFLA

Freedo, das Maskottchen von Linux-libre

Linux-libre ist eine Variante von Linux, aus der alle proprietären Firmware- und Microcode-Dateien entfernt wurden. Der Kernel, der maßgeblich von Mitgliedern der FSF Lateinamerika entwickelt wird, dient als Basis von Distributionen, die ganz ohne proprietäre Komponenten auskommen wollen. Das Projekt entstand deshalb unter der Regie von Alexandre Oliva als Antwort auf die zunehmend in den Kernel einziehenden binären Dateien, die laut der FSF den Kernel unfrei machen. Oliva und seine Helfer pflegen deshalb eine alternative Variante des Kernels, die auf alle nicht im Quellcode verfügbaren Komponenten verzichtet und sich vollends dem Gedanken der freien Verfügbarkeit widmet. Dazu passen die Entwickler die Quellen des Kernels an, eliminiert Abhängigkeiten und begradigt Aufrufe.

Das Fehlen proprietärer Firmware muss nicht gleich bedeuten, dass eine Hardware unbenutzbar ist. Manchmal ist die Funktionalität allerdings eingeschränkt. Nutzer sollten sich deshalb vorab informieren, ob durch das Entfernen der binären Erweiterungen nicht von ihnen benötigte Funktionalität eliminiert wird.

Linux-libre 5.0 kommt nur einen Tag nach der Freigabe von Linux 5.0 und beruht auf der offiziellen Veröffentlichung von Linus Torvalds. Neben den offiziellen Änderungen bereinigt der aktuelle »libre«-Kernel eine Rehe von Treibern und eliminiert unter andrem Blobs aus dem ipu3-imgu-Treiber. Das zur Bereinigung der Komponenten eingesetzte Werkzeug wurde weiter ausgebaut und das »Deblobbing« von admgpu, adreno, tegra, bnx2x, iwlwifi, mt76x0, qtnfmac und Intel SOC-Soundtreiber wurde verbessert. Zudem haben die Entwickler das Bearbeiten von nicht mehr ausgelieferten Treibern aus dem Werkzeug entfernt.

Die als »libre« bezeichnete Variante des Kernels kann entweder im Quellcode von der Seite der FSFLA heruntergeladen oder selbst aus den SVN-Quellen erstellt werden. Darüber hinaus stellt das Projekt auch xdelta-Pakete bereit.

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