Login
Newsletter
Werbung

Mi, 6. März 2019, 09:26

Software::Grafik

Neuer Kerneltreiber für Panfrost

Ein neuer Kerneltreiber für Panfrost, eine freie Alternative für die Mali-GPUs Midgard und Bifrost, strebt die Aufnahme in den Mainline-Kernel an.

Mirko Lindner

Panfrost ist ein freier und quelloffener Treiber für Mali Midgard- und Bifrost-GPUs. Mali ist eine von ARM entwickelte Grafikprozessor-Familie, die in Smartphones auf Chromebooks, Einplatinen-Computern und im Embedded-Bereich zum Einsatz kommt. Für ältere Generationen der Mali-Prozessoren wie Mali 400 und 450 hat Entwickler Quiang Yu kürzlich einen Patch zur Aufnahme seines Lima genannten, per Reverse Enginiering entstandenen Treibers eingereicht.

Soweit ist das von der Entwicklerin Alyssa Rosenzweig geleitete Projekt Panfrost noch nicht gediehen, doch auch hier werden Fortschritte vermeldet. Auf den Midgard-Chips T760 und T860 wird 3D-Rendering unterstützt und auch für die aktuelle Bifrost-Architektur gibt es Fortschritte. Darüber berichtet der bei Collabora angestellte Entwickler Tomeu Vizoso, der unter anderem bereits am freien Etnaviv-Treiber für Vivante-GPUs gearbeitet hat.

Vizoso schreibt, der bisher benutzte Kerneltreiber von ARM sei mittlerweile von einem neuen Treiber abgelöst worden, der nicht mehr weit davon entfernt sei, bereit für die Aufnahme in den Hauptzweig des Kernels zu sein. Der ARM-Treiber, der außerhalb von Mainline gepflegt wird, weise zwar eine akzeptable Open-Source-Lizenz auf, implementiere aber nicht die DRM ABI. Zudem ließen ihn einige Designentscheidungen als ungeeignet für die Einbindung in Mainline-Linux erscheinen.

Das fehlen eines Treibers für diese Architekturen im Hauptzweig des Kernels hemme freie Software an verschiedenen Stellen. Die Hersteller von SoCs und Entwickler von BSPs (Board Support Package) würden durch die bestehende Situation nicht ermutigt, ihren Code in den Kernel einzubringen, Anwender würden gehindert, aktuelle Kernel-Versionen einzusetzen.

Der größte Teil des Codes für Panfrost ist bereits in Mesa enthalten, wobei der Code zur Interaktion mit dem neuen DRM-Treiber derzeit durchgesehen wird. Bevor eine Aufnahme in den Kernel-Hauptzweig angegangen wird, stehen im Kernel-Treiber und in Mesa noch einige Arbeiten an. Der Code für den neuen Treiber steht auf Gitlab zur Verfügung.

Werbung
Kommentare (Insgesamt: 0 || Kommentieren )
Pro-Linux
Unterstützer werden
Neue Nachrichten
Werbung