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Di, 19. März 2019, 08:10

Software::Kernel

Erste Vorschau auf Linux-Kernel 5.1

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 5.1-rc1 als erste Testversion für Linux 5.1 freigegeben. Die neue Version bringt faire Bandbreitenverteilung bei WLAN, atomares Ersetzen von Live-Patches, heterogene Speicherverwaltung in Nouveau und viele weitere Optimierungen und neue Funktionen.

Linus Torvalds

Hans-Joachim Baader

Linus Torvalds

Zwei Wochen nach Linux 5.0 hat Linus Torvalds nun die erste Testversion von Linux 5.1 veröffentlicht. Die kommenden sieben Wochen (bei Bedarf auch mehr) dienen zum Testen der Änderungen und Korrigieren der gefundenen Probleme. In seiner Ankündigung weist Torvalds darauf hin, dass der Kernel in letzter Zeit große Fortschritte bei den zugehörigen Werkzeugen, Testroutinen und der Dokumentation gemacht habe. Es ist also nicht mehr der reine Kernel-Code allein, der sehr umfangreich weiterentwickelt wird. Ansonsten war die Integrationsphase aus seiner Sicht normal und ohne Probleme.

Zu den zahlreichen Änderungen in Linux 5.1 gehört, dass das seit 24 Jahren obsolete Binärformat a.out als nicht mehr gewartet markiert wurde und, wenn niemand Einspruch erhebt oder den Code repariert, noch in diesem Jahr entfernt werden könnte. Eine größere Neuerung ist, dass beim Kernel-Live-Patching frühere Patches durch einen einzelnen neuen Patch ersetzt werden können.

Beim Dateisystem Btrfs kann man jetzt die Kompressionsstufe einstellen, wenn ZSTD verwendet wird. Der Commit enthält auch Benchmarks, die Kompresssionsrate, Geschwindigkeit und Speicherbedarf miteinander vergleichen. Entfernt wurde dagegen das offenbar nutzlose Dateisystem exofs. Mit dem Parameter dm-mod.create können jetzt an der Kernel-Kommandozeile Device-Mapper-Volumes erzeugt werden, ohne dass eine Initial Ramdisk benötigt wird.

NVRAM kann jetzt wie normales RAM verwendet werden. Die für WLAN zuständige mac80211-Schicht kann die Bandbreite nun fair verteilen, auch zwischen verschiedenen Stationen. Der Grafiktreiber Nouveau für Nvidia-Chips beherrscht jetzt die heterogene Speicherverwaltung.

Der Wunsch, nicht nur ein einzelnes Sicherheitsmodul, sondern mehrere laden zu können, besteht bereits seit 15 Jahren oder mehr. Jetzt wurden zumindest einige Voraussetzungen dafür eingebaut, so dass man als Parameter mit lsm= angeben kann, welche Module geladen werden sollen. Vielleicht war das neu aufgenommene Modul SafeSetID der Grund dafür. Dieses in ChromeOS bereits verwendete Modul schränkt ein, welche Benutzer und Gruppen mittels setuid-Programmen ihre Rechte ausweiten dürfen.

Eine Reihe von Systemaufrufen bekam äquivalente Aufrufe mit 64-Bit-Zeitstempeln, ein weiterer Schritt zur Beseitigung des Jahr 2038-Problems. Die Reorganisation des freien Speichers zu größeren Blöcken, Memory Compaction genannt, wurde verbessert und zugleich beschleunigt. Die neue Datenstruktur io_uring wurde zur Beschleunigung von asynchronen Ein/Ausgabeoperationen geschaffen.

Darüber hinaus kamen auch wieder Treiber für zahlreiche Chips aller Art hinzu. Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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