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Mi, 3. April 2019, 09:37

Software::Android

SPURV bringt Android auf den Linux-Desktop

SPURV bringt Android in einem Container auf den Linux-Desktop, wo Android-Apps in Fenstern neben Linux-Anwendungen in einer Wayland-Sitzung laufen sollen.

android.com

Das britische Open-Source-Unternehmen Collabora, das unter anderem auch für Collabora Online, eine Umsetzung von LibreOffice als Online-Bürolösung verantwortlich ist, stellt mit SPURV eine Android-Laufzeitumgebung vor, die es ermöglichen soll, Android als komplettes Betriebssystem in einem Container auf den Linux-Desktop zu bringen. Voraussetzung dafür ist eine Wayland-Sitzung, in der SPURV Android-Apps gleichberechtigt und mit voller 3D-Beschleunigung in Fenstern neben Linux-Anwendungen laufen lassen kann.

Den Container in dem Android läuft, stellt in diesem Fall systemd-nspawn. Damit sind Vor- und Nachteile verbunden. Einer der Vorteile ist laut der Erläuterung im Collabora-Blog die strikte Isolation der Android-Apps durch den Container. Die Nachteile beziehen sich auf den Hardwarezugriff und die Leistung. Alle Hardwarezugriffe, die von Android benötigt werden, müssen an den Container übergeben werden. Neben dem Aufwand der manuellen Konfiguration eines solchen Zugriffs über systemd-nspawn kann sich die doppelte Belastung der Hardware durch zwei Betriebssysteme nachteilig auf die Leistung auswirken.

Die Hardwarezugriffe werden über mehrere Bridges ermöglicht. So brückt »SPURV Audio« das Android Audio Hardware Abtraction Layer (HAL) auf den PulseAudio-Stack des Hosts, während der »SPURV HWComposer« (HWC) über eine HWC-to-Wayland-Bridge Android-Apps in Fensters in Wayland integriert. HWC ist das Android-API für die Implementierung der Handhabung von Bildspeichern der Android-Apps. »SPURV DHCP« kümmert sich um die Netzwerkanbindung des Containers. Derzeit ist SPURV noch experimentell und muss aus den Komponenten AOSP, Linux-Kernel und SPURV im Bootstrap-Verfahren gebaut werden. Eine Anleitung dazu ist auf Collaboras GitLab-Präsenz abgelegt.

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