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Mi, 3. April 2019, 10:59

Software::Browser

Mozilla bekämpft die Benachrichtigungsflut

Mozilla will in verschiedenen Experimenten Anwendern bessere Möglichkeiten bieten, mit der Flut der Benachrichtigungsanfragen auf Webseiten umzugehen.

Mozilla

Viele Webseiten bieten Besuchern in Pop-ups die Möglichkeit, die Berechtigungen der jeweiligen Seite einzustellen. Das betrifft zum Beispiel die Nutzung von Webcam und Mikrofon oder die Freigabe des Standorts. Generell sind solche Anfragen sinnvoll, denn sie geben dem Anwender die Möglichkeit, einer Webseite den Zugriff auf Elemente zu geben, die, wenn standardmäßig erlaubt, die Privatsphäre verletzen würden.

Allerdings werden solche Anfragen in letzter Zeit immer häufiger in bester Spam-Manier gleich nach dem Seitenaufruf dazu genutzt, dem User die Erlaubnis abzuringen, ihm Push-Benachrichtigungen auch nach Verlassen der Webseite schicken zu dürfen. Anwender von Chrome können die Häufigkeit solch nervender Prompts und ihre Reaktion darauf in chrome://settings/content/notifications nachvollziehen. Dort werden abgelehnte und gewährte Anfragen aufgelistet. Bereits seit letztem Jahr bietet Mozilla in den Firefox-Einstellungen die Möglichkeit, bestimmten oder allen Webseiten solche Benachrichtigungen zu untersagen. Jetzt soll dieses Instrument verfeinert werden, wie im Mozilla-Blog zu lesen ist.

Die von Mozilla erhobenen Telemetriedaten ergeben, dass die Anfrage nach der Erlaubnis, Push-Benachrichtigungen zu erlauben, bei weitem die häufigste Anfrage ist. Es wurden etwa 18 Millionen solcher Anfragen in Firefox Beta vom 25. Dezember 2018 bis 24. Januar 2019 gezählt. Nicht einmal 3 Prozent dieser Anfragen wurden von den Benutzern akzeptiert. Die meisten Anfragen werden abgelehnt, während fast 19 Prozent dazu führten, dass Benutzer die Webseite sofort nach der Konfrontation mit dieser Art Spam verließen. Im Gegensatz dazu werden sinnvolle Anfragen wie die zu Nutzung von Kamera und Mikrofon von rund 85 Prozent der Anwender toleriert.

Daraus ergibt sich für Mozilla, dass es den Betreibern der Webseiten nicht darum geht, das Surf-Erlebnis der Besucher zu verbessern, und dass diese Pop-ups zu früh eingeblendet werden. Zwei Experimente sollen jetzt dazu beitragen, dem Anwender sinnvollere und besser sichtbare Eingriffsmöglichkeiten zu bieten. Im April wird in den Firefox Nightlies einer Nutzer-Interaktion in Form eines Maus- oder Tastenklicks bedürfen, damit Anfragen überhaut angezeigt werden. In der ersten Hälfte des Experiments werden standardmäßig keine Benachrichtigungen angezeigt, während in der zweiten Hälfte ein Symbol in der Adressleiste auf das Vorhandensein einer Anfrage hinweist und eine Interaktion des Anwenders erlaubt.

In einem zweiten Experiment sollen weitere Möglichkeiten abseits der Interaktion mit dem Anwender erforscht werden. In Firefox 67 sollen dazu für kurze Zeit bei einem kleinen Teil der Anwender erweiterte Telemetriedaten erhoben werden, um mehr darüber zu erfahren, wie Anwender mit diesen Berechtigungsanfragen umgehen. Daraus will Mozilla Heuristiken für zukünftige Einschränkungen bei solchen Anfragen ableiten.

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Kommentare (Insgesamt: 4 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Hölzchen, Stöckschen, ... (Wiesensohle, Fr, 5. April 2019)
Re[2]: Hölzchen, Stöckschen, ... (Josef Hahn, Mi, 3. April 2019)
Re: Hölzchen, Stöckschen, ... (Mancus Nemo, Mi, 3. April 2019)
Hölzchen, Stöckschen, ... (Josef Hahn, Mi, 3. April 2019)
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