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Mi, 24. April 2019, 09:43

Software::Distributionen::Debian

Sam Hartman neuer Debian-Projektleiter

Sam Hartman ist der neue Debian-Projektleiter für ein Jahr. Das ergab die jetzt beendete Wahl unter den Debian-Mitgliedern, die sich wegen des anfänglichen Mangels an Kandidaten um eine Woche verzögerte.

Software in the Public Interest

Die Amtszeit von Chris Lamb, der zwei Jahre hintereinander Projektleiter war, endete turnusgemäß Mitte April. Lamb war allerdings nicht zu einer erneuten Kandidatur bereit. Doch auch sonst fand sich zunächst niemand, der dem fristgerecht erfolgten Aufruf zu Nominierungen folgte. Daher sah sich Debian-Geschäftsführer Kurt Roeckx zu einer Verlängerung der Frist um eine Woche genötigt, wie von der Debian-Verfassung vorgesehen. Diese hätte weiter verlängert werden müssen, bis irgendwann ein Kandidat aufgetaucht wäre.

Doch dazu kam es nicht, da sich binnen einer Woche fünf Projektmitglieder zu einer Kandidatur bereitfanden. Daher blieb es bei einer Woche Verzögerung im Ablauf der Wahlen. Damit konnte Roeckx die Wahlkampagne für eröffnet erklären. Einen Tag später hatten vier der fünf Kandidaten auch ihre Wahlplattform veröffentlicht. Ein Kandidat musste aber aus persönlichen Gründen seine Kandidatur wieder zurückziehen. Nach der zweiwöchigen Wahlkampagne und der ebenfalls zweiwöchigen Wahl vom 7. bis 20. April steht jetzt der neue Projektleiter fest. Sam Hartman wurde mit recht deutlichem Vorsprung vor Joerg Jaspert, Jonathan Carter und Martin Michlmayr gewählt.

Wie Debian-Projektsekretär Kurt Roeckx bekannt gab, wurde die Mindestzahl an Stimmen für eine gültige Wahl, das Quorum, um ein Mehrfaches übertroffen. Die Wahlbeteiligung bei den 1003 wahlberechtigten Debian-Mitgliedern lag etwas höher als im letzten Jahr, aber dennoch nur knapp über einem Drittel. Das spiegelt weiterhin einen langjährigen Trend abnehmender Beteiligung wider. Das könnte allerdings damit zusammenhängen, dass viele Entwickler keinen Unterschied darin sehen, wer das Amt ausübt. Details der Abstimmung sind auf der Webseite verfügbar.

Sam Hartman ist seit 2000 bei Debian, wo er hauptsächlich Kerberos und zugehörige Software paketierte. Er arbeitete bereits als Student an Kerberos mit. In seiner Wahlplattform schreibt Hartman, dass er erreichen möchte, dass die Arbeit an Debian wieder mehr Spaß macht. Diskussionen sollten nie eskalieren, und er würde aktiv mithelfen, zwischen Kontrahenten zu vermitteln, und Mitstreiter suchen, die ähnlich denken. Um Frust bei den Entwicklern zu vermeiden, sollten Entscheidungen schneller fallen. Zwar kann der Projektleiter nichts entscheiden, aber er kann helfen, den Prozess zu beschleunigen. Desweiteren möchte er einige der Aufgaben des Projektleiters auf mehr Personen verteilen. Zudem greift er Ideen der anderen Kandidaten auf, wie die Identifikation von kleinen Problemen, die die Entwickler aufhalten, Stärkung der Beteiligung von Frauen und Minderheiten, mehr Video- und IRC-Konferenzen, Ersetzen der Quellpakete durch Git, Suche nach Unternehmen, die Debian unterstützen und Bezahlung von Entwicklern für spezifische Aufgaben.

Auch vertritt Hartman die Auffassung, dass Debian modernisiert und attraktiver für neue Entwickler werden muss. Als Projektleiter kann er entsprechende Diskussionen anstoßen und Initiativen fördern. Der Zeitpunkt ist günstig, da Debian auf Servern noch nie so relevant war wie zur Zeit und die Entwicklung von Debian 11 in wenigen Wochen, nach der Freigabe von Debian 10, voll in die Gänge kommen wird.

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