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Mo, 6. Mai 2019, 11:53

Software::Kernel

Linux-Kernel 5.1 freigegeben

Linux-Initiator Linus Torvalds hat Version 5.1 des Linux-Kernels freigegeben. Die neue Version bringt faire Bandbreitenverteilung bei WLAN, atomares Ersetzen von Live-Patches, heterogene Speicherverwaltung in Nouveau und viele weitere Optimierungen und neue Funktionen.

Linus Torvalds

Hans-Joachim Baader

Linus Torvalds

Neun Wochen nach Linux 5.0 ist nun Linux 5.1 fertiggestellt. In seiner Ankündigung beim Erscheinen der ersten Testversion hatte Linus Torvalds darauf hingewiesen, dass der Kernel in letzter Zeit große Fortschritte bei den zugehörigen Werkzeugen, Testroutinen und der Dokumentation gemacht habe. Es ist also nicht mehr der reine Kernel-Code allein, der sehr umfangreich weiterentwickelt wird, sondern auch die anderen Dinge finden immer mehr Beachtung.

Die Integrationsphase von Linux 5.1 sowie die anschließende Testphase verliefen dieses Mal ohne Probleme. Mit insgesamt rund 13.000 Änderungen ist die Zahl der Änderungen im Rahmen der letzten Versionen. Sie verteilen sich wie immer über alle Bereiche des Kernels. Zu den zahlreichen Änderungen in Linux 5.1 gehört, dass das seit 24 Jahren obsolete Binärformat a.out als nicht mehr gewartet markiert wurde und, wenn niemand Einspruch erhebt oder den Code repariert, noch in diesem Jahr entfernt werden könnte. Eine größere Neuerung ist, dass beim Kernel-Live-Patching frühere Patches durch einen einzelnen neuen Patch ersetzt werden können.

Beim Dateisystem Btrfs kann man jetzt die Kompressionsstufe einstellen, wenn ZSTD verwendet wird. Der Commit enthält auch Benchmarks, die Kompresssionsrate, Geschwindigkeit und Speicherbedarf miteinander vergleichen. Entfernt wurde dagegen das offenbar nutzlose Dateisystem exofs. Mit dem Parameter dm-mod.create können jetzt an der Kernel-Kommandozeile Device-Mapper-Volumes erzeugt werden, ohne dass eine Initial Ramdisk benötigt wird.

NVRAM kann jetzt wie normales RAM verwendet werden. Die für WLAN zuständige mac80211-Schicht kann die Bandbreite nun fair verteilen, auch zwischen verschiedenen Stationen. Der Grafiktreiber Nouveau für Nvidia-Chips beherrscht jetzt die heterogene Speicherverwaltung.

Der Wunsch, nicht nur ein einzelnes Sicherheitsmodul, sondern mehrere laden zu können, besteht bereits seit 15 Jahren oder mehr. Jetzt wurden zumindest einige Voraussetzungen dafür eingebaut, so dass man als Parameter mit lsm= angeben kann, welche Module geladen werden sollen. Vielleicht war das neu aufgenommene Modul SafeSetID der Grund dafür. Dieses in ChromeOS bereits verwendete Modul schränkt ein, welche Benutzer und Gruppen mittels setuid-Programmen ihre Rechte ausweiten dürfen.

Eine Reihe von Systemaufrufen bekam äquivalente Aufrufe mit 64-Bit-Zeitstempeln, ein weiterer Schritt zur Beseitigung des Jahr 2038-Problems. Die Reorganisation des freien Speichers zu größeren Blöcken, Memory Compaction genannt, wurde verbessert und zugleich beschleunigt. Die neue Datenstruktur io_uring wurde zur Beschleunigung von asynchronen Ein/Ausgabeoperationen geschaffen.

Darüber hinaus kamen auch wieder Treiber für zahlreiche Chips aller Art hinzu. Eine Liste aller Änderungen kann man dem Git-Repositorium entnehmen. Die Seite Kernelnewbies.org hat eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlicht. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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