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Di, 7. Mai 2019, 12:39

Software::Kernel

GNU Linux-libre 5.1 freigegeben

Nahezu gleichzeitig mit Linux 5.1 ist auch das von GNU gepflegte Linux-libre in derselben Version erschienen. Die neue Version eliminiert wie immer unfreie Firmware-Komponenten und erweitert die Zahl der bereinigten Treiber.

FSFLA

Bereits 2002 bemängelte Richard Stallman, Gründer und Präsident der FSF, dass die Ausrichtung von Linux die Systeme unfrei mache. Laut Stallman verwendet der Kernel eine Menge Code, der nicht GPL-kompatibel ist und die Redistribution des Kernels infrage stellt. Eine nicht gerade kleine Anzahl von Gerätetreibern enthält Serien von Zahlen, die die Firmware der Chips darstellen und nicht im Quellcode verfügbar sind. Dieser Teil des Linux-Kernels verletzt nach Meinung des FSF-Präsidenten die GPL und macht den Kern somit unfrei.

Eine Lösung verspricht deshalb seit geraumer Zeit eine Abwandlung des Kernels der Free Software Foundation Latin America (FSFLA) unter der Regie von Alexandre Oliva. Der Entwickler pflegt eine alternative Variante des Kernels, die auf alle nicht im Quellcode verfügbaren Komponenten verzichtet und sich vollends dem Gedanken der freien Verfügbarkeit widmet. Dazu passt Oliva die Quellen des Kernels an, eliminiert Abhängigkeiten und begradigt Aufrufe. Mittlerweile klappt es auch recht reibungslos, sodass der Entwickler nahezu gleichzeitig mit den Freigaben des regulären Kernels auch eine bereinigte Version von Linux veröffentlichen kann.

Linux-libre 5.1 kam nur wenige Stunden nach der Freigabe von Linux 5.1 und beruht auf der offiziellen Veröffentlichung von Linus Torvalds' Kernel 5.1. Neben den regulären Änderungen bereinigt der aktuelle »libre«-Kernel eine Reihe von Treibern und eliminiert unter das Laden von unfreien Komponenten in mt7603 und goya. Das »deblobbing« in wilc1000 wurde verbessert und die Handhabung in iwlwifi, soc-acpi-intel sound, brcmfmac, mwifiex, btmrvl, btmtk und touchscreen_dmi optimiert. Zudem wurde die Bereinigung von nicht mehr existenten Komponenten abgeschaltet.

Die bereinigte Variante des Kernels kann im Quellcode von der Seite der FSFLA heruntergeladen werden. Darüber hinaus stellt das Projekt auch xdelta-Pakete bereit.

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