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Thema: Mozilla stellt Firefox-Toolkit für die Europawahl vor

136 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Anonymous am Di, 7. Mai 2019 um 16:09 #

Lol.

Wie sagte schon Tucholsky: "Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie längst verboten."

Wird auch der Anarchistin Emmy Goldman zugeschrieben: "If voting changed anything they would make it illegal."

Das wird mich aber nicht hindern, Sonneborn zu wählen ;)

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Von Ghul am Di, 7. Mai 2019 um 23:10 #

Wie wir alle wissen, ist der Wahl-O-Mat recht parteiisch, in seiner Art der Fragestellung und Antwortmöglichkeit nicht neutral und sehr tendenziös. Außerdem erlaubt er auch nur einen Vergleich an 7-8 ausgewählten Parteien und wird meines Wissens nach vom Innenministerium finanziert, was auch der Grund für die fehlende Unparteiigkeit ist.

Deswegen habe ich hier mal eine Liste an VIER Alternativen zum Wahl-O-Mat Müll, die wesentlich neutraler und objektiver sind:

1. Voteswiper

2. Hier kann man anhand vergangener EU Entscheidungen herausfinden, wer die richtige Partei für einen gewesen wäre.

3. yourvotematters

4. Wer ist kompetent in IT Themen

Aus Datenschutzgründen und wegen dem Tracking empfehle ich jedem, beim Ausfüllen des Wahl-O-Maten oder der hier angegeben Alternativen den Tor Browser zu verwenden.
Der Tor Browser sorgt für eine ausreichende Anonymisierung.

Tor Project

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Von pointer am Mi, 8. Mai 2019 um 17:10 #

>Laut Mozilla fragen sich viele Wahlberechtigte nun, ob es sich überhaupt lohnt, wählen zu gegen.
Und laut meiner Oma war das schon immer so.

>Zugleich sind alle Wahlberechtigten, die sich irgendwo online aufhalten, potentielle Ziele für zielgerichtete Manipulation.
Ach, nee. Völlig neue Erkenntnis. Gut, dass ich nun gewarnt bin.

Hier noch ein Tip: *Alle* Wahlberechtigten, ob nun online oder nicht, sind potenzielle Ziele von Manipulation. Welchen Zweck haben denn sonst Wahlwerbespots, -plakate und -veranstaltungen?

>Diese besteht nicht nur aus in verschiedensten Medien gestreuter Falschinformation und Falschmeldungen,[...]
Ergänzen kann man das z. B. um "falsche Versprechungen" (aka "Lügen"). Früher nannte man das auch "Wahl-Propaganda". Ist jetzt auch nicht gerade die neueste Erfindung.

>Mit dem jetzt veröffentlichten Firefox-Toolkit für die Europawahl will Hintergrundinformationen und Tipps bereitstellen, wie man Manipulationen erkennen und bekämpfen kann.
Wie wär's denn mal mit dem Tool "Gehirn einschalten"?

>Eine wachsende Gefahr sind Manipulationen anderer Art, die aus der weitverbreiteten Nachverfolgung (Tracking) der Benutzer entstehen. Damit ist es oft möglich, einen Benutzer eindeutig zu identifizieren und etwas über die Webseiten zu erfahren, die er zuvor besucht hat.
Mozilla, *das* wird Euer Freund Google nicht gerne hören. :)


Fazit: Wirklich amüsant. Und: KI wird ein leichtes Spiel haben. ;)

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Von pointer am Mi, 8. Mai 2019 um 17:27 #

Neben so manchem Post hier wirkt "Krieg und Frieden" wie eine Kurzgeschichte.

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Von Wähler am Mi, 8. Mai 2019 um 19:30 #

Wie auch immer.Das geht gar nicht. Es gibt andere Browser.

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Von klopskind am Do, 9. Mai 2019 um 16:46 #

So ganz steige ich nicht hinter diese Kampagne. Kann mir bitte jemand helfen?


  1. Absatz (des Arikels):
    Soweit, so gut: Mozilla hat diese Entwicklungen richtig erkannt. Um echte Neuigkeiten handelt es sich dabei aber nicht, oder? Eine Portion Hysterie schwingt dabei immer mit.

  2. Absatz:
    Solange es im Wesentlichen bei der Aufklärung darüber bleibt ist auch alles prima. Falls Mozilla das aus Überzeugung oder für PR tut, ist das für mich in Ordnung.

    Ist Überzeugung ein Beweggrund für diesen "Stunt", sollte Mozilla jedoch vorsichtig vorgehen: Es führt auf eine schwierige Gratwanderung hinaus, sachlich objektiv zu bleiben und nicht in politische Spektren oder Meinungsbildnerei abzudriften. Das wiederum würde nämlich kein gutes Image für Mozilla als Protalwächter (oder Firefox als Portal) zum Internet, der größten Plattform für Information, Austausch, Wahrheitsfindung, Meinungsbildung und Bildung oder gar als Tor zur Welt selbst abliefern. (Ich weiß, dass diese Ansicht nicht korrekt ist. Für viele Menschen liegt sie allerdings nahe genug an der Realität.)
    Hoffentlich wurden die Risiken gut ggü. dem Nutzen abgewägt.

    Und wer ist eigentlich das Ziel dieser Kampagne?
    Könnte es sein, dass gerade diejenigen, die von einer solchen Kampagne wie dieser erfahren, ohnehin über dieses Probleme und Themen informiert sind, und auf etwaige Hilfsmethoden/-techniken/-mittel verzichten können/wollen, sodass die Kampagne nicht das optimale Publikum anspricht, um eine effektive Wirkung zu erzielen? Falls ja, handelt es sich also nur um eine PR-Kampagne beim eigenen Publikum?

    Der Begriff "Toolkit" riecht sehr nach einer rein technischen Lösung. Das wirft folgende Fragen auf:
    Welcher Natur sind die ursächlichen Probleme, die damit gelöst werden sollen?
    Eignet sich dieses Toolkit tatsächlich für die beschriebenen Zwecke?
    Eignet es sich lediglich oder im Speziellen für die anstehende EU-Parlamentswahlen? Warum?
    Eignet sich überhaupt irgendein technologisches Mittel zur Lösung dieser/irgendwelcher gesellschaftlich-sozialen (d.h. nicht technischen) Kommunikationsprobleme dieser Informationsgesellschaft?

    Die angebotene Erweiterung 'BotCheck.me' verwendet ML (Machine Learning), um Propagandaprofile auf Twitter zu wittern. Bei solchen Lösungsansätzen bin ich, vorsichtig gesagt, äußerst skeptisch. Bei ML muss erst trainiert werden. Ich traue meinem eigenen Verstand und dem vieler meiner Mitmenschen mehr zu, als dieser Erweiterung (nur schneller als mein Oberstübchen ist sie). Nur durch meinen eigenen Verstand nehme ich die Realität ultimativ wahr, womit sie zu meiner ganz eigenen individuellen Erfahrung wird. Der Verstand ist der einzige Kandidat für etwas, dem ich absolut vertrauen kann, und ist zudem schon ganz gut trainiert.
    Diese Erweiterung ist nur eine weitere Instanz, der man sein Vertrauen schenken soll, die einem das Denken abnehmen soll, und durch falsche Ergebnisse der Propagandaerkennung (z.B. falsch-positiv/negativ) den eigenen Prozess der Wahrheitsfindung und Meinungsbildung auf unbeabsichtigte Art und Weise beeinflussen könnte.

    Die Erweiterung 'Who Targets Me' scheint laut Beschreibung ebenfalls auf Facebook maßgeschneidert zu sein. Reicht das Wissen, das man aus dieser Erweiterung erhält tatsächlich, um die erfahrene Propaganda, soweit man sich überhaupt noch bewusst an diese erinnert, im Nachhinein objektiv reflektieren zu können? Sobald das Gehirn eines Menschen im Moment der gezielten Beeinflussung gerade im 'Autopilot'-Modus ist, wirkt die Propaganda ideal, da sie unter Umgehung des Verstandes direkt das Unterbewusstsein beeinflusst.
    Der effektive Nutzen der Ergebnisse dieser Erweiterung, falls diese tatsächlich korrekt sind, ist mir daher unklar.

    Ein 'Facebook Container', der nur begrenzte Wirkung erzielt. Warum ist er nicht standardmäßig aktiviert? Warum Facebook nicht gleich komplett meiden? Waren die Skandale, angefangen bei Cambridge-Analytica nicht genug?

    Diese in der IT-Szene weiterhin vorherrschende Vorstellung, nahezu jede Art von Problem fast ausschließlich mit Technologie lösen zu können/müssen, grenzt an eine krankhafte Besessenheit und Größenwahn.
    Was rauchen die eigentlich im Silicon Valley?

  3. Absatz:
    Kein Kommentar

  4. Absatz:
    Falls bspw. Tracking maßgeblich als technisches Instrument für die manipulativen Beeinflussung genutzt wird, wird es selbst zum Problem. Es ist dann ein Problem technischer Natur, und ließe sich theoretisch nur druch vollständig Deaktivierung technisch sinnvoll lösen.

    Werbung ist nur eine weitere Form der manipulativen Einflussnahme. Insbesondere dann, wenn sie per Tracking gezielt individualisiert wird. Eine klare Trennung kann ich demnach nicht erkennen. Oder anders herum: Parteien betreiben auch nur PropagandaWerbung.

  5. Absatz:
    Alles schön und gut, aber die vorgeschlagenen technischen Instrumente gehen meiner Meinung nach - wie oben erwähnt - weit am Ziel vorbei; nicht nur praktisch sonder rein theoretisch. Zudem weisen sie teilweise schwerwiegende Mängel oder im Sinne der Anwender konträre Nebeneffekte auf.

    Außerdem besteht für Mozilla das Risiko eines enormen Imageschadens, sollte ggf. ans Licht kommen, dass diese Instrumente dazu führen (können), die Probleme nur weiter zu verschärfen. Mozilla sollte es tunlichst vermeiden, politische Gratwanderungen mit fraglichem Nutzen zu unternehmen, auch wenn sie gute Absichten dabei verfolgen mögen. Dafür steht in ihrer Position einfach zu viel auf dem Spiel.


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