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Di, 14. Mai 2019, 08:15

Gesellschaft::Politik/Recht

Kerala rüstet Schulen mit Linux aus

Der indische Bundesstaat Kerala will rund 400 Mio. Euro durch die Ausstattung von Schulen mit Computern einsparen, auf denen ein Linux-Betriebssystem läuft.

Mirko Lindner

Kerala ist ein Bundesstaat an der Südwestspitze des indischen Subkontinents und gilt, gemessen an indischen Standards, als fortschrittlich. Der dicht besiedelte Staat will, beginnend mit dem nächsten Schuljahr, bei der Ausstattung von Schulen mit neuen Computern Rs 3.000 Crore einsparen, was in etwa 400 Mio. Euro entspricht. Das gab laut einem Bericht der englischsprachigen indischen Tageszeitung Financial Express jetzt K Anvar Sadath, der Geschäftsführer von KITE (Kerala Infrastructure and Technology for Education) bekannt.

Wenn die anzuschaffenden 200.000 Computer mit proprietärer Software ausgestattet würden, so würde dies laut Sadath Lizenzkosten von fast 2.000 Euro pro Rechner verursachen. Deshalb sollen die Rechner mit einer angepassten Linux-Distribution auf der Basis von Ubuntu 18.04 LTS »Bionic Beaver« ausgestattet werden. Das Schul-Linux hört auf den Namen »IT@School GNU/ Linux 18.04« und wurde um mehrere freie Anwendungen für das Curriculum des Bundesstaats ergänzt. Weitere Anpassungen waren notwendig, da in Kerala Malayalam die Amtssprache ist.

In Ergänzung zur Anschaffung neuer Computer sollen mehr als 150.000 Grundschullehrer eine Linux-Schulung erhalten. Die Zeitung zitiert in ihrem Bericht eine Lehrerin, die die Schulung bereits absolviert hat, mit der Aussage, noch wichtiger als die hohen zu erwartenden Einsparungen sei der Vorteil des kostenlosen Betriebssystems, das es erlaubt, ohne Einschränkungen zu studieren, zu teilen, zu bearbeiten und zu veröffentlichen.

Für Kerala ist dieses Projekt eine Fortsetzung der technischen Aufrüstung von 45.000 Klassenzimmern der Klassen 8 bis 10 und soll bald durch die Einrichtung von High-Tech-Labors in der Primärstufe der Klassen 1 bis 6 ergänzt werden.

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